Die Sakramente
Die heilige Kommunion: den Leib Christi empfangen
Was die heilige Kommunion wirklich ist, wie wir den Leib Christi würdig empfangen und mit welchen Gebeten, Psalmen und Bibelversen wir uns bereiten.

Die heilige Kommunion ist das größte Geschenk, das der Herr uns hinterlassen hat: In ihr empfangen wir wahrhaft und wirklich den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus unter der Gestalt des Brotes – nicht eine bloße Erinnerung oder ein Symbol, sondern Christus selbst, lebendig und gegenwärtig im Allerheiligsten Sakrament des Altares. In diesem Beitrag sagen wir, was die heilige Kommunion ist, wie wir sie würdig empfangen und mit welchen Gebeten wir uns bereiten.
Was ist die heilige Kommunion? Bedeutung und Sakrament
Die heilige Kommunion ist der Empfang der heiligen Eucharistie, jenes Sakramentes, das der Herr beim Letzten Abendmahl eingesetzt hat. Der Katechismus des heiligen Pius X. lehrt, dass in der Eucharistie unter den Gestalten von Brot und Wein wahrhaft, wirklich und wesentlich der Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus enthalten ist. So lehrt es der Herr selbst im Evangelium des heiligen Johannes:
Wer mein Fleisch isst, und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben; und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch isst, und mein Blut trinkt, bleibt in mir, und ich in ihm. (Johannes 6, 55–57)
Darum ist die Kommunion kein leeres Zeichen, sondern die innigste Vereinigung mit Gott, die uns auf Erden geschenkt werden kann. Sie nährt das Leben der Gnade in unserer Seele, tilgt die läßlichen Sünden und schwächt die böse Begierlichkeit.
Wie empfange ich die heilige Kommunion würdig?
Weil wir den Herrn selbst empfangen, dürfen wir nicht leichthin zum Tisch des Herrn treten. Der heilige Paulus mahnt mit strengen Worten:
Wer daher unwürdig dieses Brot isst, oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein. Es prüfe aber der Mensch sich selbst; und so esse er von diesem Brote und trinke von dem Kelche. Denn wer unwürdig isst und trinkt, isst und trinkt sich das Gericht, indem er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. (1. Korinther 11, 27–29)
Um die heilige Kommunion würdig zu empfangen, sind drei Dinge notwendig:
- Im Stand der Gnade sein. Wer sich einer schweren Sünde bewusst ist, muss zuerst die heilige Beichte empfangen, ehe er zur Kommunion geht. Ohne den Stand der Gnade empfängt man die Kommunion nicht zum Heil, sondern zum Gericht.
- Nüchtern sein. Nach der überlieferten Ordnung des eucharistischen Fastens tritt man nüchtern zum Herrn und enthält sich ab Mitternacht der Speise und des Trankes, um ihn mit reinem Herzen zu empfangen.
- Andächtige Bereitung. Man tritt mit Ehrfurcht, mit lebendigem Glauben, mit Demut und mit Liebe zum Sakrament, und dankt nach dem Empfang für die empfangene Gnade.
Die Kommunion auf die Zunge (Mundkommunion)
Die überlieferte und ehrwürdige Weise, den Herrn zu empfangen, ist die Kommunion auf die Zunge, kniend vor dem Allerheiligsten. Diese Mundkommunion drückt am reinsten aus, was wir glauben: dass wir hier nicht ein gewöhnliches Brot, sondern den lebendigen Gott empfangen. Man kniet, weil man anbetet; man empfängt auf die Zunge, damit die heiligen Gestalten mit größter Ehrfurcht behandelt und kein Teilchen des Leibes des Herrn achtlos verloren werde. Denselben Herrn, den wir hier empfangen, verehrt die Kirche am Fronleichnamsfest öffentlich, indem sie das Allerheiligste in feierlicher Prozession durch die Straßen trägt.
Wer darf zur heiligen Kommunion? Kommunion ohne Beichte
Zur heiligen Kommunion darf treten, wer katholisch getauft ist, den rechten Glauben an die wirkliche Gegenwart hat, hinreichend unterrichtet ist – bei Kindern geschieht das durch die Erstkommunion – und sich im Stand der Gnade befindet. Die entscheidende Frage lautet nicht nur, ob man darf, sondern ob man würdig ist.
Darf man die Kommunion ohne Beichte empfangen? Wer sich keiner schweren Sünde bewusst ist, darf zur Kommunion gehen, ohne zuvor gebeichtet zu haben; die läßlichen Sünden hindern den würdigen Empfang nicht. Wer aber eine schwere Sünde auf dem Gewissen trägt, darf nicht ohne vorherige gültige Beichte kommunizieren. Er würde sonst, wie der Apostel sagt, sich das Gericht essen. So ist die Beichte der Weg, auf dem der Sünder wieder froh zum Tisch des Herrn treten kann; sie gehört wie alle Sakramente zum ordentlichen Weg des christlichen Lebens.
Die geistliche Kommunion (geistige Kommunion)
Wenn wir den Herrn nicht sakramental empfangen können – etwa weil wir krank sind oder keine heilige Messe erreichen –, dürfen wir dennoch die Frucht der Kommunion durch die geistliche Kommunion (auch geistige Kommunion genannt) erlangen: einen Akt des Glaubens, der Liebe und der Sehnsucht, mit dem wir Christus in unser Herz einladen. Die Kirche empfiehlt dieses schöne Gebet zur geistigen Kommunion:
Mein Jesus, ich glaube an Deine wirkliche Gegenwart im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Ich liebe Dich über alle Dinge und sehne mich danach, Dich in meine Seele aufzunehmen. Da ich Dich jetzt nicht sakramental empfangen kann, so komme wenigstens geistlich in mein Herz. Ich umfange Dich, als wärest Du schon gegenwärtig, und vereinige mich ganz mit Dir. Lass nicht zu, dass ich je von Dir getrennt werde.
Man darf sie mehrmals am Tag verrichten; sie ist ein Gnadenmittel, das aus Glauben und Vertrauen lebt, niemals eine bloße Formel.
Gebete, Psalmen und Bibelverse zur Kommunion
Zur Bereitung und zur Danksagung schöpft die Kirche aus dem Schatz der Psalmen und der Schrift. Der klassische Psalm zur Kommunion ist Psalm 33 (34), dessen Vers seit alter Zeit als Kommunionvers gesungen wird:
Kostet und sehet, dass der Herr gütig ist; glückselig der Mann, der auf ihn hofft! (Psalm 33 (34), 9)
Wer für ein Kommunionkind – ob Junge oder Mädchen – einen kurzen Psalm sucht, findet ihn im vertrauten Psalm 22 (23): „Der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln." Und weil viele nach dem Psalm des Schutzengels fragen (Psalm 91, 11), sei er hier genannt, in der Zählung der Vulgata Psalm 90 (91):
Denn er hat seinen Engeln für dich geboten, dass sie dich auf allen deinen Wegen behüten. (Psalm 90 (91), 11)
Nach dem Empfang beten wir gern das Anima Christi zur Danksagung: „Seele Christi, heilige mich. Leib Christi, rette mich. Blut Christi, tränke mich." Auch der Rosenkranz heiligt den Tag – kein Schmuck oder Talisman, sondern ein betendes Verweilen bei den Geheimnissen des Herrn und Mariens. Wer den Schutzengel anruft, vertraut sich seinem Schutz an; eine Kette mit einem Engel ist ein frommes Zeichen, kein Glücksbringer. Vor dem Festmahl darf ein andächtiges Tischgebet nicht fehlen, und für den Gottesdienst finden Familien passende Fürbitten zur Kommunion.
Firmung und Kommunion – der Unterschied
Oft werden Firmung und Kommunion zusammen genannt, doch es sind zwei verschiedene Sakramente. In der Kommunion empfangen wir Christus selbst als Speise der Seele; sie darf und soll oft, ja täglich empfangen werden. Die Firmung dagegen wird nur einmal gespendet und prägt der Seele ein unauslöschliches Merkmal ein: Sie vollendet die Taufgnade und stärkt uns durch den Heiligen Geist zum mannhaften Bekenntnis des Glaubens. Kurz gesagt: Die Kommunion nährt, die Firmung stärkt.
Für liebevolle Segenswünsche zum Fest – auch die beliebten irischen Segenswünsche zur Kommunion – und praktische Hilfen für Paten und Patenkind haben wir den eigenen Beitrag zur Erstkommunion verfasst.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die heilige Kommunion einfach erklärt?
Die heilige Kommunion ist der Empfang des wahren Leibes und Blutes Christi unter der Gestalt des Brotes. Wir empfangen Christus selbst, wirklich gegenwärtig, zur Vereinigung mit ihm und zur Stärkung der Seele.
Darf man ohne Beichte zur Kommunion gehen?
Wer sich keiner schweren Sünde bewusst ist, darf ohne vorherige Beichte kommunizieren. Wer aber eine schwere Sünde begangen hat, muss zuerst die Beichte empfangen, um die Kommunion nicht unwürdig und sich zum Gericht zu empfangen.
Muss man vor der Kommunion nüchtern sein?
Nach der überlieferten Ordnung tritt man nüchtern zum Herrn. Das eucharistische Fasten bedeutet, sich vor dem Empfang für eine gewisse Zeit der Speise und des Trankes zu enthalten, um den Herrn mit reinem Herzen aufzunehmen.
Warum empfängt man die Kommunion auf die Zunge und kniend?
Die Kommunion auf die Zunge, kniend empfangen, drückt die Ehrfurcht vor der wirklichen Gegenwart Christi am reinsten aus. So wird der Leib des Herrn mit größter Sorgfalt behandelt und kein Teilchen achtlos verloren.
Was ist die geistige Kommunion?
Die geistige oder geistliche Kommunion ist ein Gebet, mit dem wir Christus im Glauben und in Sehnsucht in unser Herz einladen, wenn wir ihn nicht sakramental empfangen können. Sie schenkt uns die Früchte der Kommunion durch die Gnade Gottes.
Welcher Psalm passt zur Kommunion?
Der klassische Kommunionpsalm ist Psalm 33 (34) mit dem Vers „Kostet und sehet, dass der Herr gütig ist". Beliebt sind auch Psalm 22 (23) („Der Herr ist mein Hirt") und Psalm 90 (91) über den Schutz der Engel.
In der App Iter Fidei findest du den überlieferten Ritus der Bereitung und Danksagung zur heiligen Kommunion, das Gebet zur geistigen Kommunion, die Psalmen der Vulgata und die klassischen Kommuniongebete – ehrfürchtig und werkgetreu. Hier herunterladen.
Quellen. Allioli-Arndt-Bibel (1914), Johannes 6 und 1. Korinther 11; Psalmen 33 (34), 22 (23) und 90 (91) nach der Vulgata; Katechismus des heiligen Pius X.; Katechismus des Konzils von Trient; Gebetstexte Akt der geistlichen Kommunion und Anima Christi nach dem überlieferten Gebetsschatz der Kirche.