Das Kirchenjahr
Dreifaltigkeitssonntag: das Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit
Der Dreifaltigkeitssonntag feiert den einen Gott in drei Personen. Wir erklären Datum, Bedeutung und das Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit.

Der Dreifaltigkeitssonntag ist das Fest, an dem die Kirche den einen Gott in drei Personen anbetet: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Wer wissen möchte, was der Dreifaltigkeitssonntag bedeutet und wann er gefeiert wird, findet hier beide Antworten sogleich — Datum und Glaubensgeheimnis.
Wann ist der Dreifaltigkeitssonntag 2026?
Der Dreifaltigkeitssonntag ist der erste Sonntag nach Pfingsten. Im Jahr 2026 fällt er auf den 31. Mai. Da er sich nach Ostern und Pfingsten richtet, ist er ein beweglicher Festtag: Er wechselt Jahr für Jahr sein Datum, bleibt aber immer der Sonntag, der acht Tage auf das Pfingstfest folgt. Auf den Donnerstag nach diesem Sonntag fällt sodann das Fronleichnamsfest, an dem die Kirche den Leib des Herrn feiert.
Die Rechnung führt bis auf den Frühling zurück. Ostern ist der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond (2026 der 5. April). Fünfzig Tage später wird Pfingsten gefeiert (24. Mai 2026), und der darauf folgende Sonntag ist der Dreifaltigkeitssonntag. So schließt dieses Fest gleichsam den österlichen Festkreis ab und fasst zusammen, was zuvor entfaltet wurde: Der Vater sendet den Sohn, der Sohn sendet den Geist — und alle drei sind der eine Gott.
Im evangelischen Sprachgebrauch heißt der Tag Trinitatis; danach werden dort die Sonntage bis zum Advent gezählt. Der Name kommt vom lateinischen Trinitas, „Dreifaltigkeit".
Was bedeutet der Dreifaltigkeitssonntag?
Am Dreifaltigkeitssonntag feiert die Kirche kein einzelnes Heilsereignis, sondern Gott selbst, so wie er sich uns geoffenbart hat. Das ist das Besondere dieses Festes: Es richtet den Blick nicht auf eine Tat Gottes in der Zeit, sondern auf sein innerstes Geheimnis.
Der heilige Papst Pius X. fasst die katholische Lehre in seinem Katechismus schlicht zusammen: Es ist ein Gott in drei göttlichen Personen — Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die drei Personen sind wahrhaft voneinander unterschieden, doch sie sind nicht drei Götter, sondern ein einziger Gott, weil sie ein und dieselbe göttliche Natur besitzen. Jede der drei Personen ist ganz und wahr Gott: der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der Heilige Geist ist Gott — und dennoch nicht drei Götter, sondern ein einziger.
Dieses Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit übersteigt unseren Verstand. Wir hätten es niemals von uns aus erkannt; Gott selbst hat es uns geoffenbart. Gerade weil es den Verstand übersteigt, haben Sekten wie die Zeugen Jehovas es verworfen und sind so vom apostolischen Glauben abgefallen. Darum beugen wir uns anbetend, statt zu vermessen. Ein altehrwürdiges Gebet der Kirche legt uns die rechte Haltung in den Mund:
Allerheiligste und erhabenste Dreifaltigkeit, ein Gott in drei Personen, ich glaube, dass Du hier gegenwärtig bist. Ich bete Dich an mit den Gefühlen tiefster Demut und erweise Dir von ganzem Herzen die Huldigung, die Deiner höchsten Majestät gebührt.
Das Geheimnis der Dreifaltigkeit in der Heiligen Schrift
Die Lehre von der Dreifaltigkeit ist keine Erfindung späterer Zeit, sondern steht im Herzen der Offenbarung. Der Herr selbst hat sie den Aposteln beim Abschied anvertraut. Im Matthäusevangelium sendet der Auferstandene die Jünger mit den Worten aus (Matthäus 28,18–19):
Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Gehet also hin, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes.
Beachten wir: „im Namen" — nicht in den Namen. Ein Name, drei Personen. In dieser Taufformel, die jeder Christ über sich hat sprechen hören, ist das ganze Bekenntnis enthalten. Deshalb beginnen wir auch jedes Gebet mit dem Kreuzzeichen im Namen des dreieinigen Gottes.
Der heilige Paulus schließt seinen zweiten Korintherbrief mit einem Segen, der bis heute in der heiligen Messe erklingt (2. Korinther 13,13):
Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.
Und der Herr selbst spricht im Johannesevangelium vom Wirken der drei Personen, wenn er den Jüngern den Geist der Wahrheit verheißt (Johannes 16,13–15):
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in alle Wahrheit einführen ... Dieser wird mich verherrlichen; denn er wird von dem Meinigen nehmen, und euch verkünden. Alles, was immer der Vater hat, ist mein.
Der Geist nimmt vom Sohn, der Sohn hat alles vom Vater — hier leuchtet das göttliche Leben auf, das die Kirche im Glaubensbekenntnis bekennt.
Warum feiern wir den Dreifaltigkeitssonntag?
Das Bekenntnis zur Dreifaltigkeit durchzieht das ganze Gebetsleben der Kirche seit den ältesten Zeiten. Ein eigenes Fest aber wurde es erst allmählich. Zunächst als Andacht gepflegt und in vielen Diözesen begangen, hat Papst Johannes XXII. das Fest 1334 für die ganze Kirche vorgeschrieben und auf den ersten Sonntag nach Pfingsten gelegt.
Die liturgische Farbe des Tages ist Weiß, die Farbe des Lichtes und der Freude. Dom Prosper Guéranger, der große Erneuerer der Liturgie, sieht in diesem Sonntag die Krönung der österlichen Zeit: Nachdem uns Ostern den Sohn und Pfingsten den Geist geschenkt hat, betet die Kirche nun die volle Herrlichkeit des dreieinigen Gottes an, aus dem, durch den und zu dem alles ist.
Wir feiern das Fest also nicht, um Gott etwas Neues hinzuzufügen, sondern um zu danken und anzubeten. Der schönste Ausdruck dafür ist die kleine Doxologie, das Gloria Patri, mit der wir jeden Psalm und jedes Gesätz des Rosenkranzes beschließen:
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Wie wir den Dreifaltigkeitssonntag begehen
Der Tag lädt vor allem zur Anbetung ein. Wer den Dreifaltigkeitssonntag geistlich fruchtbar begehen möchte, dem seien einige schlichte Weisen empfohlen:
- Die heilige Messe des Tages mitfeiern und danken für die Gnade des Glaubens, mit der wir das Geheimnis überhaupt annehmen dürfen.
- Das Gloria Patri an diesem Tag bewusst und langsam beten, vielleicht dreimal, als kleines Anbetungsgebet.
- Das große Lobgebet Te Deum sprechen, das die ganze Schöpfung mit den Engeln vor den dreieinigen Gott ruft.
- Das Kreuzzeichen achtsam machen — es ist selbst ein Bekenntnis zur Dreifaltigkeit — und den Tag mit einem Morgengebet im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes beginnen.
Alle Frömmigkeit lebt dabei nicht aus einer Formel, die von selbst wirkte, sondern aus dem lebendigen Glauben und dem Vertrauen des Herzens. Kein Gebet ist ein Zauberspruch; es ist Antwort der Liebe auf die Liebe des dreieinigen Gottes.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist der Dreifaltigkeitssonntag 2026?
Am 31. Mai 2026. Er ist stets der erste Sonntag nach Pfingsten und wechselt daher jährlich sein Datum.
Was bedeutet der Dreifaltigkeitssonntag?
Er feiert das Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit: den einen Gott in drei Personen — Vater, Sohn und Heiliger Geist. Im Mittelpunkt steht die Anbetung Gottes selbst, nicht ein einzelnes Heilsereignis.
Warum heißt der Sonntag auch Trinitatis?
Trinitatis kommt vom lateinischen Trinitas, „Dreifaltigkeit". Der Name ist besonders im evangelischen Bereich üblich, wo danach die Sonntage bis zum Advent gezählt werden.
Ist die Dreifaltigkeit drei Götter?
Nein. Es ist ein einziger Gott in drei wahrhaft unterschiedenen Personen. Alle drei besitzen ein und dieselbe göttliche Natur; darum sind es nicht drei Götter, sondern ein Gott.
Wo steht die Dreifaltigkeit in der Bibel?
Vor allem im Taufauftrag des Herrn (Matthäus 28,19), im Segensgruß des heiligen Paulus (2. Korinther 13,13) und in den Abschiedsreden Jesu (Johannes 16,12–15).
Welche liturgische Farbe hat der Dreifaltigkeitssonntag?
Weiß, die Farbe des Lichtes und der Freude. Das Fest wurde 1334 durch Papst Johannes XXII. für die ganze Kirche eingeführt.
Iter Fidei begleitet Sie durch das ganze Kirchenjahr — mit dem Fest des Tages, den Gebeten zur Heiligsten Dreifaltigkeit und dem Stundengebet nach dem überlieferten Ritus. Hier herunterladen.
Quellen. Allioli-Bibel (Matthäus 28; 2. Korinther 13; Johannes 16); Katechismus des heiligen Papstes Pius X. (Vom Glauben, Die Dreifaltigkeit); Dom Prosper Guéranger, Das Kirchenjahr (L'Année liturgique), Zeit nach Pfingsten; Gebetstexte Gloria Patri und Anbetung der Heiligsten Dreifaltigkeit aus der Gebetsüberlieferung der Kirche.