Das Gebet
Fürbitten zur Taufe
Ein vollständiger Satz von Fürbitten zur Taufe zum Vorlesen — katholisch, kurz oder persönlich, für Paten, Großeltern und die ganze Familie, mit einer Fürbitte für Verstorbene.

Wenn wir für eine Taufe die Fürbitten schreiben sollen, suchen wir meist nach fertigen Texten, die wir am Taufbrunnen ruhig und würdig vorlesen können. Hier finden wir zuerst einen vollständigen Satz von sieben Fürbitten zur Taufe — jede endet mit dem gewohnten Ruf „Wir bitten dich, erhöre uns.“ — und darunter kürzere, persönliche und katholisch-überlieferte Fassungen für Paten, Großeltern und die ganze Familie.
Fürbitten zur Taufe zum Vorlesen
Wir lesen die Anrufung, die Gemeinde antwortet mit dem Ruf. Diese sieben Fürbitten für die Taufe können unverändert übernommen werden:
Für unseren Täufling (Name), den der Herr heute durch das heilige Wasser der Taufe zu seinem Kind angenommen hat: dass er allezeit im Stande der Gnade bleibe und Gott sein ganzes Leben lang treu bleibe. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Für die Eltern, die ihr Kind zur Taufe getragen haben: dass sie ihm im Glauben, in der Liebe und im Gebet mit gutem Beispiel vorangehen. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Für die Paten, die heute vor Gott und der Kirche eine heilige Pflicht übernehmen: dass sie ihr Patenkind auf dem Weg des Glaubens treu begleiten. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Für die Großeltern und die ganze Familie, die sich heute um den Taufbrunnen versammelt hat: dass in ihren Häusern der Glaube weitergegeben und der Name des Herrn geehrt werde. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Für alle Kinder, die noch nicht getauft sind, und für alle, die den Glauben suchen: dass der Herr sie zum Wasser des Lebens führe, wie er gesagt hat: „Lasset die Kindlein zu mir kommen.“ — Wir bitten dich, erhöre uns.
Für unsere lieben Verstorbenen (Name), die uns im Glauben vorausgegangen sind: dass Gott ihnen die ewige Ruhe schenke und sie sein Angesicht schauen. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Für die heilige Kirche und für uns alle, die wir selbst getauft sind: dass wir das weiße Kleid der Unschuld, das wir in der Taufe empfangen haben, unbefleckt bewahren. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Fürbitten zur Taufe katholisch: die überlieferte Form
Wer katholische Fürbitten zur Taufe sucht, findet in ihnen kein bloßes „gutes Wünschen”, sondern ein Bittgebet, das sich auf die Wirkung der Taufe stützt. Der Catechismus Romanus (Katechismus des Konzils von Trient) lehrt, dass die heilige Taufe die Erbsünde tilgt, den Menschen zum Kind Gottes macht und der Seele ein unauslöschliches Merkmal einprägt. Darum beten wir um das Heil der Seele, nicht um irdisches Glück allein.
Die überlieferte Fürbitte hat eine klare Gestalt: eine Anrufung („Wir beten für …“), eine Bitte („dass …“) und den Antwortruf der Gemeinde. Der Herr selbst hat die Taufe gestiftet: „Gehet also hin, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes“ (Mt 28,19); und: „Wer glaubt und sich taufen lässt, der wird selig werden“ (Mk 16,16). Wer den Aufbau vertiefen möchte, findet Hilfe im Beitrag Fürbitten: was sie sind und wie man sie schreibt; die Grundgebete wie Vaterunser und Glaubensbekenntnis, die zum Taufritus gehören, stehen unter den kurzen katholischen Gebeten, und der passende Taufspruch für Karte und Kerze ergänzt die Feier.
Moderne und persönliche Fürbitten zur Taufe
Viele Familien wünschen sich moderne, persönliche Fürbitten zur Taufe, die den Namen des Kindes einbeziehen. Das ist gut und erlaubt — solange die Bitte auf Gott gerichtet bleibt und nicht zur bloßen Rede an die Gäste wird. Eine persönliche Fürbitte klingt etwa so:
Für (Name): dass die Freude dieses Tages ihn ein Leben lang begleite und er einmal dankbar bekennen kann, dass Gott ihn von Anfang an bei seinem Namen gerufen hat. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Weil wir in der Taufe „Christus angezogen“ haben — „Denn ihr alle, die ihr in Christus getauft seid, habt Christus angezogen“ (Gal 3,27) —, darf auch eine freier formulierte Fürbitte von dieser Wirklichkeit sprechen: von neuem Leben, von Licht, vom weißen Taufkleid. Wir raten nur davon ab, „Fürbitten ohne Gott” zu formulieren; eine Fürbitte, die niemanden anruft, ist kein Gebet, sondern nur ein Wunsch.
Kurze Fürbitten zur Taufe
Oft genügt eine kurze Fürbitte zur Taufe — zwei Zeilen, klar gesprochen. Kurze Fürbitten sind besonders geeignet, wenn Kinder sie vortragen:
Guter Gott, bewahre (Name) in deiner Hand. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Herr, segne die Eltern und die Paten dieses Kindes. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Lieber Gott, schenke unserer Familie deinen Frieden. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Fürbitten der Paten, Großeltern und Geschwister
Es ist ein schöner Brauch, dass verschiedene Angehörige je eine Fürbitte sprechen — so trägt die ganze Familie das Kind.
Von den Paten gesprochen (die Paten übernehmen mit dem Amt eine bleibende geistliche Verpflichtung für das Kind):
Wir, die Paten von (Name), bitten dich, Herr: gib uns die Treue, ihm im Glauben ein gutes Beispiel zu sein und für ihn zu beten unser Leben lang. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Von den Großeltern gesprochen:
Für unser Enkelkind (Name): dass der Glaube, den wir in unserem Haus bewahrt haben, in ihm weiterlebe und Gott es durch alle Jahre segne. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Von den Geschwistern gesprochen (schon kleine Kinder können diese kurze Fürbitte lesen):
Lieber Gott, wir freuen uns über unsere kleine Schwester / unseren kleinen Bruder. Pass gut auf sie / ihn auf. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Zu einer Fürbitte für das Kind selbst passt gut die Bitte um den Schutz seines heiligen Schutzengels, wie ihn schon die Kindergebete erbitten:
Für (Name): dass sein heiliger Schutzengel ihn auf allen Wegen behüte und zum ewigen Leben geleite. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Fürbitte für ein verstorbenes Familienmitglied
Gerade an einem Tauftag denken viele Familien an einen lieben Verstorbenen, der diese Freude nicht mehr miterleben durfte. Es ist zutiefst katholisch, ihn in die Fürbitten aufzunehmen — denn die Taufe verbindet uns mit Christus, der vom Tod zum Leben hinübergegangen ist: „Denn wir sind mit ihm durch die Taufe auf den Tod mitbegraben“ (Röm 6,4). Wir bitten für den Verstorbenen um die ewige Ruhe:
Für (Name), der / die uns im Tod vorausgegangen ist und heute in unseren Herzen gegenwärtig bleibt: dass Gott ihm / ihr die Sünden vergebe und ihn / sie in sein ewiges Licht aufnehme. Herr, gib ihm / ihr die ewige Ruhe. — Wir bitten dich, erhöre uns.
Wie wir überhaupt für die Verstorbenen beten, vertiefen wir im Gebet für die Armen Seelen und im überlieferten Stundengebet, dem Divinum Officium.
Wie schreibt man Fürbitten zur Taufe?
Wer selbst Fürbitten schreiben möchte, hält sich am besten an vier einfache Regeln:
- Zahl: Fünf bis sieben Fürbitten sind üblich — genug für das Wichtige, ohne zu ermüden.
- Aufbau: Anrufung, Bitte, Antwortruf. Der feste Ruf lautet „Wir bitten dich, erhöre uns.“
- Weite: Wir beten nicht nur für das Kind, sondern auch für Eltern, Paten, die Kirche und die Verstorbenen.
- Richtung: Jede Fürbitte ist an Gott gerichtet — Gebet, nicht Ansprache an die Gäste.
Weil der Herr die Kinder eigens gesegnet hat — „Lasset die Kindlein … zu mir zu kommen; denn solcher ist das Himmelreich“ (Mt 19,14) —, dürfen unsere Fürbitten getrost und vertrauensvoll sein.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Fürbitten sind bei einer Taufe üblich?
Üblich sind fünf bis sieben Fürbitten. Diese Zahl deckt Täufling, Eltern, Paten, Familie, Kirche und Verstorbene ab, ohne dass die Feier zu lang wird. Wichtiger als die Zahl ist, dass jede Bitte klar und ruhig vorgetragen wird.
Wer trägt die Fürbitten bei der Taufe vor?
Es gibt keine feste Vorschrift. Meist übernehmen Paten, Großeltern oder Geschwister je eine Fürbitte; auch Kinder können eine kurze Fürbitte vortragen. So wird deutlich, dass die ganze Familie für den Täufling betet.
Darf man bei der Taufe an einen Verstorbenen erinnern?
Ja, das ist ein guter, katholischer Brauch. Wir nehmen den Verstorbenen mit einer eigenen Fürbitte auf und bitten für ihn um die ewige Ruhe. So verbindet der Tauftag die Freude über das neue Leben mit dem Gebet für alle, die uns vorausgegangen sind.
Können persönliche Fürbitten zur Taufe frei formuliert werden?
Ja, sofern die Bitte an Gott gerichtet bleibt und im Einklang mit dem Glauben steht. Man darf den Namen des Kindes einbeziehen. Zu vermeiden sind reine „Wünsche ohne Gott“, denn eine Fürbitte ist immer ein Gebet.
In der App Iter Fidei finden wir fertige Fürbitten zur Taufe sowie den vollständigen überlieferten Taufritus, das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis und die Gebete für die Verstorbenen — würdig zusammengestellt zum Vorlesen am Taufbrunnen. Hier herunterladen.
Quellen. Allioli-Bibel (deutsche katholische Vulgata): Mt 28,19; Mt 19,14; Mk 16,16; Joh 3,5; Gal 3,27; Röm 6,4. — Catechismus Romanus (Katechismus des Konzils von Trient), Vom Sakrament der Taufe. — Überlieferter römischer Taufritus.