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In Westbengalen zum Weggehen aufgeforderte Missionare — zweihundert Gläubige stellen sich um ihren Priester
In Westbengalen werden katholische Missionare unter Drohung zum Weggehen aufgefordert; zweihundert Gläubige versammeln sich, um ihren Priester zu schützen.

In Westbengalen, im Osten Indiens, erleidet eine katholische Gemeinschaft eine Einschüchterungskampagne. Am 31. Juli drangen hindu-nationalistische Militante in eine Klaretiner-Mission im Dorf Nazat ein und warfen den Missionaren vor, die Stammesbevölkerung zu bekehren und ihre Kirche mit ausländischem Geld zu bauen; sie setzten ihnen eine Woche, um die Räume zu verlassen, andernfalls drohe die Zwangsschließung, und kehrten am nächsten Tag zurück, um die Drohung zu wiederholen. Am 3. August erschien dieselbe Gruppe bei einer benachbarten Pfarrei; gewarnt, wollte der Pfarrer sie nicht allein empfangen: nahezu zweihundert Gläubige — darunter Christen anderer Konfessionen — versammelten sich um ihn, und die örtlichen Behörden wiesen die Eindringlinge an, den Frieden nicht zu stören. Diese Vorfälle setzen eine seit Monaten andauernde Reihe von Angriffen auf die Christen und Kirchen des Staates fort.
Die Kirche hat ihre Sendung nicht erfunden: sie hat sie empfangen. « Gehet also hin, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. » Das Evangelium jedem Menschen zu verkünden ist kein Raub der Seelen, sondern ihre Befreiung. Und der Herr hatte die Seinen gewarnt, dass der Hass der Welt ein Zeichen sei, keine Überraschung: « Wenn euch die Welt hasst, so wisset, dass sie mich vor euch gehasst hat. »
Einen Priester zum Schweigen zu bedrohen, Missionare zum Verleugnen ihres Werkes zu zwingen, heißt Christus in seinen Gesandten zu treffen. Doch hier ist das Gegenteil der Welt: wo man einen Hirten zu isolieren glaubte, erhoben sich zweihundert Gläubige, um ihn zu umringen. Es ist die Kirche selbst, die um ihren Hirten gescharte Herde, die der Drohung nicht mit Gewalt, sondern mit Gegenwart begegnet. Der Glaube, der etwas kostet, ist der einzige, der standhält; und die für ihn leiden, haben schon die Verheißung: « Selig, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden, denn ihrer ist das Himmelreich. »
Quellen. Evangelium nach dem heiligen Matthäus 28, 19-20; Evangelium nach dem heiligen Johannes 15, 18; Evangelium nach dem heiligen Matthäus 5, 10.