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Nepal: nach den tödlichen Fluten vertraut der Papst seine Nothilfe der örtlichen Caritas an
Nach den verheerenden Sturzfluten vom 26. August in Nepal mit mehr als 630 Toten lässt Leo XIV. eine Nothilfe zukommen, die der Caritas Nepal anvertraut ist.

Am 26. August verwüstete eine Sturzflut den Norden Nepals, an der Grenze zu Tibet, auf einer der großen Straßen, die Kathmandu mit Tibet verbinden. Am Morgen des 29. August zählte man allein für Nepal mindestens 626 Tote und mehr als 2 400 Vermisste; rechnet man die tibetische Seite hinzu, stieg die Bilanz auf 633 Tote und nahezu 3 000 Vermisste. Die Zählung bleibt vorläufig und wächst von Stunde zu Stunde: den Erhebungen zufolge spricht man von „mehr als 630 Toten" und rund 2 500 Vermissten, darunter über 500 Ausländer, unter ihnen drei Italiener. Viele waren Pilger und Reisende auf der Rückkehr vom Berg Kailash und vom Manasarovar-See.
Die Kirche hat den Glauben, den sie bekennt, nie von der Barmherzigkeit getrennt, die sie den Leibern schuldet. Den Hungrigen speisen, den Nackten bekleiden, den Fremden aufnehmen, die Toten begraben: das sind Werke der leiblichen Barmherzigkeit, welche die katholische Lehre als Pflicht der Liebe hält und nicht als eine Regung des Gefühls. Das dem Armen gereichte Almosen wird von Jesus Christus so aufgenommen, als wäre es ihm selbst getan; und die Sorge um die Toten, die Tobias unter Lebensgefahr übte, bleibt ein heiliges Werk, das die Kirche ehrt. An diesem Gesetz, und nicht an der Rührung des Augenblicks, misst sich eine Hilfe.
Leo XIV. hat eine erste finanzielle Nothilfe zukommen lassen. Verfügt vom Dikasterium für den Dienst der Liebe, in Abstimmung mit der Apostolischen Nuntiatur, ist sie der Verwaltung der Caritas Nepal anvertraut und für die dringendsten Bedürfnisse der Betroffenen bestimmt. Zuvor hatte ein vom Kardinalstaatssekretär unterzeichnetes Telegramm im Namen des Papstes den Schmerz und das Gebet für die Opfer und die Helfer ausgedrückt.
„Es handelt sich um eine erste Hilfe, die der Heilige Vater, wie schon bei anderen Gelegenheiten, für die primären Nöte der Bevölkerung senden wollte", erklärte der Präfekt des Dikasteriums für den Dienst der Liebe; „ein rasches und konkretes Zeichen, um vor allem den Verwundbarsten die Nähe und die Zärtlichkeit des Heiligen Vaters zu vermitteln, wie eine Liebkosung der Kirche, die sie begleitet und stützt".
Die katholische Kirche Nepals ist klein: rund 10 000 Gläubige und dreizehn Pfarreien. Ihr Apostolischer Administrator zeigte sich „dem Heiligen Vater zutiefst dankbar, dass er für uns gebetet und seine Unterstützung für die Hilfe an die Flutopfer geleistet hat". Die Leiterin der örtlichen Caritas sagte es auf ihre Weise: „Wenn Naturkatastrophen zuschlagen und Häuser und Sicherheit zerstören, wird die menschliche Solidarität zu unserer größten Kraft."
Vor Ort können die Helfer das am schwersten getroffene Gebiet nahe Rasuwa nur mühsam erreichen; manche Dörfer sind allein per Hubschrauber zugänglich, und die Behörden fürchten neue Fluten aus einem See, der sich weiter oben durch Geröll gebildet hat. „Neben dem Schlamm, der den Zugang verwehrt, wurden zahlreiche Brücken und Straßen, selbst stark befahrene, von der Wut des Wassers, des Schlamms und des Gerölls fortgerissen", berichtete der Regionalkoordinator für Asien der italienischen Caritas. In Abstimmung mit der Caritas Nepal plant diese, 2 000 Familien zehn Tage lang durch Gemeinschaftsküchen zu verpflegen und 1 000 Familien mit Hygiene, Gerät, Kleidung und Notunterkünften zu versorgen.
Quellen. Römischer Katechismus des Konzils von Trient (1566), über das Almosen und die Werke der Barmherzigkeit gegenüber dem Nächsten; das Buch Tobias (Tob. I-II), über die Pflicht, die Toten zu begraben; das Evangelium nach Matthäus (Matth. XXV, 35-40) nach der Vulgata (Allioli).