Das Kirchenjahr
Heilige Drei Könige: das Fest der Erscheinung des Herrn
Am 6. Januar feiert die Kirche die Erscheinung des Herrn: die Weisen aus dem Morgenland beten das Kind an. Bedeutung, die Namen der Könige, ihre Gaben und der Sternsingersegen C+M+B.

Am 6. Januar feiert die Kirche eines ihrer ältesten und strahlendsten Feste: Heilige Drei Könige, mit dem lateinischen Namen Epiphanie – die Erscheinung des Herrn. Der Tag hat ein festes Datum und wandert nicht: Heilige Drei Könige ist immer am 6. Januar, so auch 2026 und 2027. Er beschließt die zwölf heiligen Nächte, die an Weihnachten beginnen.
Was an diesem Tag gefeiert wird, erzählt das Evangelium nach Matthäus: Weise aus dem Morgenland folgen einem Stern bis zum Kind von Bethlehem und beten es als König an. Damit zeigt sich der Herr zum ersten Mal auch den Heiden – allen Völkern der Erde.
Die biblische Geschichte: die Weisen aus dem Morgenland
Der Bericht steht bei Matthäus 2,1-12. In der Übersetzung der Allioli-Bibel lesen wir:
Als nun Jesus geboren war zu Bethlehem im Stamme Juda in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenlande nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen, und sind gekommen, ihn anzubeten.
Der Stern führt sie schließlich ans Ziel:
Und in das Haus eintretend, fanden sie das Kind mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an. Und sie öffneten ihre Schätze, und brachten ihm Geschenke dar: Gold, Weihrauch und Myrrhen. (Matthäus 2,11)
Die Heilige Schrift nennt die Männer Weise oder Magier – sie nennt weder ihre Zahl noch ihre Namen und sagt nicht ausdrücklich, dass es Könige waren. Dass die Kirche von drei Königen spricht, kommt von den drei Gaben; im Königstitel klingt die Weissagung des Psalmes an: „Die Könige von Tharsis und die Inseln werden Geschenke opfern … Es sollen ihn alle Könige der Erde anbeten“ (Psalm 71 (72),10-11).
Was bedeutet Heilige Drei Könige?
Epiphanie heißt „Erscheinung“. Gefeiert wird, dass Gott sich in seinem menschgewordenen Sohn der ganzen Welt zeigt. Während die Hirten von Bethlehem – Söhne Israels – die ersten Zeugen waren, stehen die Weisen aus dem Morgenland für die Heidenvölker: Auch sie werden zum Kind gerufen. Die alte Liturgie verbindet mit dem Fest drei Geheimnisse der Erscheinung: die Anbetung der Weisen, die Taufe des Herrn im Jordan und das erste Wunder zu Kana. Dom Guéranger nennt den 6. Januar in seinem Kirchenjahr darum das „Fest der drei Wunder“. Die liturgische Farbe des Hochfestes ist Weiß und Gold – die Farbe des Lichtes und der königlichen Würde.
Die Namen der Heiligen Drei Könige
Seit dem frühen Mittelalter trägt die Überlieferung den drei Weisen feste Namen zu:
- Caspar (auch Kaspar geschrieben)
- Melchior
- Balthasar
Der Überlieferung nach verkörpern sie die drei damals bekannten Erdteile und die drei Lebensalter – ein junger, ein reifer und ein alter König. Balthasar wird in der Kunst seit dem späten Mittelalter oft als dunkelhäutiger König dargestellt, als Zeichen dafür, dass wirklich alle Völker zum Kind kommen. Diese Namen stehen nicht in der Bibel; sie sind ehrwürdige Tradition, kein Glaubenssatz. Ihre Gebeine werden seit dem 12. Jahrhundert im Dreikönigsschrein im Kölner Dom verehrt – dem größten Reliquienschrein des Abendlandes.
Gold, Weihrauch und Myrrhe: die Bedeutung der Gaben
Die drei Gaben sind kein Zufall. Die Kirchenväter deuten sie seit alters her als Bekenntnis zu dem, was das Kind ist:
- Gold – die Gabe für einen König.
- Weihrauch – die Gabe für Gott, denn Weihrauch steigt im Opfer zu ihm auf.
- Myrrhe – das bittere Salböl der Bestattung, ein Hinweis auf den Menschen, der leiden und sterben wird.
So bekennen die Weisen mit ihren Geschenken schon an der Krippe das ganze Geheimnis: Christus ist König, Gott und wahrer Mensch.
Die Sternsinger und der Segen C+M+B
Aus dem Fest ist ein schöner Brauch erwachsen: die Sternsinger. Kinder ziehen als die drei Könige verkleidet, mit Krone, Gewand und einem Stern, von Haus zu Haus, singen und bringen den Sternsingersegen an die Tür. Über den Türsturz wird mit geweihter Kreide geschrieben, zum Beispiel für dieses Jahr:
20 * C + M + B * 26
Viele deuten die drei Buchstaben als die Anfangsbuchstaben von Caspar, Melchior und Balthasar. Ihr eigentlicher, tieferer Sinn aber ist ein lateinischer Segenswunsch: Christus mansionem benedicat – „Christus segne dieses Haus“. Die Zahlen davor und danach nennen die Jahreszahl, die Kreuze stehen für den Segen des dreieinigen Gottes. Der Brauch ist kein Glücksbringer und keine Zauberformel: Das Zeichen an der Tür ist eine Bitte um Gottes Schutz, die nur wirkt, weil Gott sie in seiner Gnade erhört – nicht durch die Kreide selbst.
Die überlieferten Sternsingerlieder und Texte, die sie dabei vortragen, erzählen in schlichten Versen die Reise der Weisen und bitten um Gottes Segen für Haus und Bewohner. Wo die Sternsinger im Namen der Kirche unterwegs sind, sammeln sie zugleich für die Armen und schließen so an das Beispiel der Weisen an, die ihre Schätze verschenkten. Ein Wort des Dankes und eine Gabe an der Tür sind der rechte Empfang. Wer Verwandten und Freunden zum Fest Grüße senden möchte, findet passende christliche Segenswünsche, die den Segen des Herrn erbitten.
Die Dreikönigsweihe: Wasser, Weihrauch und Kreide
Am Vorabend oder am Fest selbst kennt die überlieferte Liturgie die Dreikönigsweihe: Der Priester segnet Wasser (das „Dreikönigswasser“), Salz, Weihrauch und die Kreide, mit der der Haussegen geschrieben wird. Die gläubigen Familien nehmen diese Sakramentalien mit nach Hause, besprengen die Wohnung mit dem geweihten Wasser und beten dabei – ein alter Ausdruck des Wunsches, das ganze Haus unter den Schutz des menschgewordenen Herrn zu stellen. Wer das Fest häuslich begehen möchte, kann es mit einem Morgengebet oder dem Lobgesang Magnificat verbinden.
Ist Heilige Drei Könige ein Feiertag?
In Deutschland ist der 6. Januar gesetzlicher Feiertag nur in drei Bundesländern: Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt. In den übrigen Ländern – etwa in Nordrhein-Westfalen, Hessen oder Niedersachsen – ist es ein normaler Arbeitstag, aber selbstverständlich ein kirchliches Hochfest. Auch in Österreich und in Teilen der Schweiz ist der Tag frei. Wichtiger als die Frage nach dem freien Tag ist jedoch, was gefeiert wird: die Erscheinung des Herrn vor allen Völkern.
Heilige Drei Könige für Kinder erklärt
Kindern lässt sich das Fest ganz einfach nahebringen: Drei weise Männer aus einem fernen Land sehen am Himmel einen besonders hellen Stern. Sie spüren, dass ein großer König geboren ist, und machen sich auf den weiten Weg. Der Stern führt sie zum Stall von Bethlehem, wo sie das Jesuskind bei Maria finden. Voll Freude knien sie nieder und schenken ihm das Kostbarste, was sie haben: Gold, Weihrauch und Myrrhe. So lernen schon die Kleinen, dass man Jesus das Beste schenkt, was man hat – das eigene Herz. Ein einfaches Kindergebet an der Krippe passt gut zu diesem Tag. Am Ende der Weihnachtszeit schließt sich der Bogen dann bei Mariä Lichtmess am 2. Februar.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Heilige Drei Könige 2026?
Heilige Drei Könige ist ein festes Fest und immer am 6. Januar – 2026 fällt es auf einen Dienstag, 2027 ebenso auf den 6. Januar. Das Datum wandert nicht wie Ostern.
Wie heißen die Heiligen Drei Könige?
Die Überlieferung nennt sie Caspar (Kaspar), Melchior und Balthasar. Die Bibel selbst nennt keine Namen und keine Zahl; die drei Namen sind ehrwürdige kirchliche Tradition.
Was bedeutet C+M+B bei den Sternsingern?
C+M+B steht für den lateinischen Segen Christus mansionem benedicat – „Christus segne dieses Haus“. Die Buchstaben werden zugleich mit den Königsnamen Caspar, Melchior und Balthasar verbunden.
Was bedeuten die Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe?
Gold ehrt Christus als König, Weihrauch bekennt ihn als Gott, Myrrhe – das Salböl der Bestattung – weist auf seinen Tod als wahrer Mensch hin.
In welchen Bundesländern ist Heilige Drei Könige ein Feiertag?
In Deutschland ist der 6. Januar gesetzlicher Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt, außerdem in Österreich und einigen Schweizer Kantonen.
Waren es wirklich drei Könige?
Das Evangelium spricht von Weisen aus dem Morgenland, ohne ihre Zahl zu nennen. Die Zahl drei ergibt sich aus den drei Gaben; der Königstitel klingt in der Weissagung des Psalmes 71 (72) an.
In Iter Fidei findest du das Tagesgebet zur Erscheinung des Herrn, das Evangelium in der Allioli-Übersetzung und die Gebete der Weihnachtszeit – Tag für Tag geordnet nach dem überlieferten Kalender. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Heilige Schrift, Evangelium nach Matthäus 2,1-12 und Psalm 71 (72), Allioli-Übersetzung; Dom Prosper Guéranger, Das Kirchenjahr (L'Année liturgique), Band Weihnachten/Epiphanie; Rituale Romanum (Benediktionen zum Fest der Erscheinung des Herrn); Catechismus Romanus (Katechismus des Konzils von Trient).