Das Kirchenjahr
Palmsonntag: der Einzug in Jerusalem
Am Palmsonntag zieht Christus als König auf einem Esel in Jerusalem ein und die Heilige Woche beginnt. Wir erklären Datum, Bedeutung, Palmweihe und Palmprozession.

Der Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern und der feierliche Auftakt der Karwoche. An ihm gedenken wir des Einzugs Jesu in Jerusalem, wo das Volk ihm mit Palmzweigen zujubelte – wenige Tage, bevor er am Karfreitag für uns litt und starb. Wer wissen möchte, was der Palmsonntag bedeutet, findet hier zuerst das Datum und dann den ganzen Sinn dieses Tages.
Wann ist Palmsonntag 2026?
Palmsonntag ist 2026 am 29. März. Da er stets eine Woche vor dem Osterfest fällt, ist er ein beweglicher Termin: Ostern liegt auf dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond (2026 am 5. April), der Palmsonntag entsprechend sieben Tage davor. Im Jahr 2027 ist Palmsonntag am 21. März. Er kehrt also jedes Jahr wieder, aber nie am selben Datum.
Der Palmsonntag ist kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland oder Österreich – die Geschäfte bleiben geöffnet. Es handelt sich um einen kirchlichen Feiertag von hohem Rang, mit dem die heiligste Woche des ganzen Kirchenjahres beginnt.
Was bedeutet Palmsonntag? Der Einzug Jesu in Jerusalem
Was wir am Palmsonntag feiern, erzählt das Evangelium: den triumphalen Einzug des Herrn in die heilige Stadt. Der heilige Matthäus berichtet die Szene, auf einem Esel reitend, in aller Schlichtheit:
Sehr viel Volk aber breitete seine Kleider auf den Weg; und andere hieben Zweige von den Bäumen, und streuten sie auf den Weg. Die Scharen aber, welche ihm voran zogen und welche nachfolgten, schrien und sprachen: Hosanna dem Sohne Davids; gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn; Hosanna in der Höhe! (Matthäus 21, 8–9)
Der heilige Johannes nennt ausdrücklich die Palmen, die dem Tag seinen Namen geben:
nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen, und riefen: Hosanna! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels! (Johannes 12, 13)
Christus zieht nicht hoch zu Ross wie ein Kriegsfürst, sondern auf einem Esel, dem Tier des Friedens. Damit erfüllt sich buchstäblich, was der Prophet Zacharias Jahrhunderte zuvor geschaut hatte: „Freue dich hoch, du Tochter Sion! juble, du Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt dir, gerecht und als Retter; er ist arm und reitet auf einer Eselin" (Zacharias 9, 9). Der Jubelruf „Hosanna" – ein Wort, das ursprünglich „Hilf doch!" bedeutet – wird hier zum Königsgruß an den verheißenen Sohn Davids.
Das Ergreifende dieses Tages liegt in seinem Widerschein. Dieselben Scharen, die heute „Hosanna" rufen, werden am Karfreitag „Kreuzige ihn!" schreien. Deshalb trägt der Palmsonntag zwei Gesichter: den Königsjubel und, schon in der heiligen Messe mit der Verlesung der Passion, den Schatten des Kreuzes.
Die Palmweihe und die Palmprozession
Die Kirche vergegenwärtigt dieses Geschehen nicht nur im Wort, sondern leibhaftig. Vor dem Hochamt findet die Palmweihe statt: Der Priester segnet die von den Gläubigen mitgebrachten Zweige mit Gebet und Weihwasser. Anschließend zieht die Gemeinde in feierlicher Palmprozession um oder in die Kirche und singt dabei das alte „Gloria, laus et honor" – „Ruhm und Preis und Ehre sei dir". So wird jede Pfarrei für einen Augenblick selbst zum jubelnden Jerusalem, das seinem König entgegengeht.
Nach der überlieferten römischen Ordnung ist die liturgische Farbe der ganzen Passionszeit Violett, die Farbe der Buße; zur Segnung und Prozession der Palmen tritt festlich das Rot hinzu – die Farbe des Königs und der Passion. Dom Prosper Guéranger nennt den Palmsonntag im Kirchenjahr den Tag, an dem die Kirche „ihrem Bräutigam den Triumph bereitet, ehe sie ihm zum Kalvarienberg folgt".
Weil in unseren Breiten keine Palmen wachsen, treten Ersatzzweige an ihre Stelle. Vielerorts bindet man den Palmbuschen (oder Palmbesen) aus Buchsbaum, Weidenkätzchen – den „Palmkätzchen" –, Wacholder und Stechpalme, oft geschmückt mit bunten Bändern. Die geweihten Zweige nimmt man mit nach Hause und steckt sie hinter das Kreuz oder Heiligenbild; sie sind ein Sakramentale, ein von der Kirche gesegnetes Zeichen. Wichtig ist dabei: Der geweihte Zweig ist kein Glücksbringer und wirkt nicht wie ein Zauber. Er erinnert uns an Christus den König und lädt uns zum Gebet ein – seine Kraft liegt allein in Gottes Gnade und in unserem Vertrauen.
Palmsonntag für Kinder erklärt
Kindern lässt sich der Palmsonntag ganz anschaulich nahebringen: Jesus reitet auf einem kleinen Esel in die große Stadt Jerusalem. Die Menschen freuen sich so sehr, dass sie ihm zujubeln, ihre Mäntel auf den Weg legen und grüne Zweige schwenken, wie man heute eine Fahne winkt. Sie rufen „Hosanna!", weil sie spüren: Hier kommt ein König – aber ein guter König, der niemandem wehtut, sondern uns alle liebhat.
Wenn Kinder am Palmsonntag ihren geschmückten Palmbuschen zur Kirche tragen, dürfen sie genau das tun, was die Kinder von Jerusalem damals taten. Denn im Evangelium heißt es ausdrücklich, dass gerade die Knaben im Tempel riefen: „Hosanna dem Sohne Davids!" (Matthäus 21, 15). Ein kurzes gemeinsames Gebet – etwa das Vaterunser oder ein einfaches Kindergebet – schließt den Tag schön ab.
Lieder und Symbole zum Palmsonntag
Der Gesang gehört von jeher zum Palmsonntag. Das große Lied des Tages ist der Prozessionshymnus „Gloria, laus et honor" („Ruhm und Preis und Ehre") des heiligen Theodulf von Orléans, den die Kirche seit dem neunten Jahrhundert vor der Kirchentür anstimmt. Im deutschen Sprachraum sind daneben Lieder wie „Singt dem König Freudenpsalmen" und „Jesus zieht in Jerusalem ein" verbreitet, die den Einzug des Herrn und den Hosanna-Ruf aufgreifen.
Das wichtigste Symbol des Palmsonntags ist der grüne Zweig selbst: Die Palme galt schon in der Antike als Zeichen des Sieges und des Lebens, und so deutet der geweihte Palmzweig auf den König, der durch das Kreuz siegt. Auch der Esel ist ein Symbol – nicht der Schwäche, sondern der Demut und des Friedens, mit der Christus in seine Stadt einzieht.
Vom Palmsonntag zum Osterfest
Mit dem Palmsonntag endet die vorbereitende Fastenzeit und die Heilige Woche beginnt. Auf ihn folgen die großen Tage: der Gründonnerstag mit der Einsetzung der heiligen Eucharistie, der Karfreitag mit dem Kreuzestod des Herrn und schließlich Ostern, das Fest der Auferstehung. Wer den Weg dieser Woche im Gebet mitgeht – etwa mit dem Kreuzweg –, für den ist der Palmjubel kein bloßes Brauchtum, sondern der erste Schritt hinein in das Geheimnis unserer Erlösung.
Häufig gestellte Fragen
Was feiert man am Palmsonntag?
Wir feiern den Einzug Jesu in Jerusalem, wo ihm das Volk mit Palmzweigen als König zujubelte. Zugleich beginnt mit dem Palmsonntag die Karwoche, die auf Leiden, Tod und Auferstehung Christi hinführt.
Warum heißt es Palmsonntag?
Der Name kommt von den Palmzweigen, mit denen die Menschen in Jerusalem dem Herrn entgegengingen (Johannes 12, 13). Weil bei uns keine Palmen wachsen, verwendet man geweihte Buchsbaum-, Weiden- und Palmkätzchenzweige.
Wann ist Palmsonntag 2026?
Der Palmsonntag ist 2026 am 29. März. Er fällt immer auf den Sonntag vor Ostern und ist deshalb jedes Jahr an einem anderen Datum; 2027 ist er am 21. März.
Welche Zweige nimmt man am Palmsonntag?
Traditionell bindet man den Palmbuschen aus Buchsbaum, Weidenkätzchen, Wacholder und Stechpalme. Die geweihten Zweige stellt man zu Hause hinter Kreuz oder Heiligenbild.
Welche liturgische Farbe hat der Palmsonntag?
Die Farbe der Passionszeit ist Violett, die Farbe der Buße. Zur Palmweihe und Prozession tritt nach der überlieferten Ordnung festlich das Rot des Königs und der Passion hinzu.
Ist der Palmsonntag ein gesetzlicher Feiertag?
Nein, in Deutschland und Österreich ist der Palmsonntag kein arbeitsfreier gesetzlicher Feiertag, wohl aber ein wichtiger kirchlicher Festtag und der Beginn der Heiligen Woche.
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Quellen. Allioli-Bibel (Matthäus 21, 1–15; Johannes 12, 12–19; Zacharias 9, 9; Psalm 117); Dom Prosper Guéranger, Das Kirchenjahr (L'Année liturgique), Passionszeit und Karwoche; Missale Romanum (1962), Dominica in Palmis; Catechismus Romanus (Katechismus des Konzils von Trient).