Das Kirchenjahr
Aschermittwoch: der Beginn der Fastenzeit
Aschermittwoch 2026 fällt auf den 18. Februar. Wir erklären die Bedeutung des Aschenkreuzes, den Ruf zur Buße, die Fastenregeln und den Platz des Tages im Kirchenjahr.

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit — die vierzig Tage der Buße, die uns auf Ostern vorbereiten. An diesem Tag zeichnet der Priester jedem Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn und spricht das ernste Wort aus dem Buche Genesis: "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staube zurückkehren wirst." Es ist kein trauriger Tag, sondern ein heilsamer: Er ruft uns zurück zum Wesentlichen.
Wann ist Aschermittwoch 2026?
Aschermittwoch 2026 fällt auf den 18. Februar. Im Jahr 2027 ist es der 10. Februar, 2025 war es der 5. März. Der Tag ist beweglich, weil er sich vom Osterfest her bestimmt: Aschermittwoch liegt genau sechseinhalb Wochen — sechsundvierzig Tage — vor dem Ostersonntag. Ostern selbst richtet sich nach dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, und weil dieser Vollmond jedes Jahr auf ein anderes Datum fällt, wandert mit ihm auch der Aschermittwoch. Da Ostersonntag 2026 auf den 5. April fällt, ergibt sich rückwärts gezählt der 18. Februar.
Ein gesetzlicher Feiertag ist der Aschermittwoch nicht — weder in Bayern noch in einem anderen Bundesland. Man arbeitet also ganz normal. In vielen Pfarreien wird jedoch am Morgen und am Abend die heilige Messe mit der Aschenweihe gefeiert, damit auch Berufstätige das Aschenkreuz empfangen können.
Was bedeutet der Aschermittwoch?
Der Aschermittwoch ist der Tag der Umkehr. Die Kirche legt uns an diesem Morgen den Ruf des Propheten Joel ans Herz, der schon Jahrhunderte vor Christus zur Buße rief:
Auch jetzt spricht der Herr: Kehret um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten und Weinen und Wehklagen! Und zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem Herrn, euerm Gott; denn er ist gnädig und barmherzig, geduldig und voller Güte.
— Joel 2,12–13
Darin liegt das ganze Geheimnis des Tages: Nicht das äußere Zeichen zählt, sondern das Herz, das sich Gott zuwendet. Die Asche auf der Stirn ist die sichtbare Gestalt einer inneren Bewegung — der Reue über die Sünde und des Vertrauens auf Gottes Barmherzigkeit. Deshalb ist der Aschermittwoch untrennbar mit dem Sakrament der Beichte verbunden, in dem uns diese Barmherzigkeit tatsächlich geschenkt wird.
Das Aschenkreuz: "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist"
Das Herzstück des Tages ist die Austeilung der Asche. Der Priester taucht den Daumen in die geweihte Asche und zeichnet damit ein Kreuz auf die Stirn. Dazu spricht er das Wort, das Gott nach dem Sündenfall zu Adam gesagt hat:
Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du zur Erde wiederkehrest, von der du genommen bist; denn du bist Staub und sollst zum Staube zurückkehren.
— Genesis 3,19
Dieses Aschenkreuz sagt uns zweierlei zugleich. Die Asche erinnert an unsere Vergänglichkeit: Alles Irdische zerfällt, und keiner von uns bleibt hier. Das Kreuz aber, in das die Asche geformt ist, verweist zugleich auf die Erlösung — der Tod ist durch das Kreuz Christi nicht mehr das letzte Wort. So ist das Aschenkreuz kein Zeichen der Verzweiflung, sondern der Hoffnung: Wir sind Staub, aber ein Staub, den Gott zu ewigem Leben berufen hat.
Woher kommt die Asche — und der Name?
Der Name des Tages erklärt sich von selbst: Es ist der Mittwoch, an dem die Asche ausgeteilt wird. Und diese Asche ist nicht irgendeine. Sie wird gewonnen, indem man die Palmzweige des vorigen Jahres verbrennt — jene grünen Zweige, mit denen die Gläubigen am Palmsonntag den Einzug Christi in Jerusalem gefeiert haben. Der Jubel des einen Jahres wird zur Bußasche des nächsten. Darin liegt eine feine geistliche Lehre: Auch unser irdischer Ruhm verwelkt und muss geläutert werden.
Der Brauch der Asche ist uralt. Schon im Alten Bund streuten sich die Menschen Asche aufs Haupt, um Reue zu zeigen. Die Kirche hat dieses Zeichen aufgenommen; seit dem frühen Mittelalter empfangen alle Gläubigen — nicht mehr nur die öffentlichen Büßer — am Beginn der Fastenzeit das Aschenkreuz. Im Englischen heißt der Tag Ash Wednesday. Auch die evangelischen Gemeinden begehen den Aschermittwoch als Beginn der Passionszeit, wenn auch meist ohne die überlieferte Austeilung der geweihten Asche.
Fasten und Abstinenz: kein Fleisch am Aschermittwoch
Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag einer der beiden strengen Buß- und Fasttage des Kirchenjahres. Nach der überlieferten Ordnung gilt an diesem Tag beides:
- Fasten — nur eine sättigende Mahlzeit am Tag, dazu höchstens zwei kleine Stärkungen.
- Abstinenz — Verzicht auf Fleischspeisen.
Darum kommt an vielen Orten am Aschermittwoch traditionell Fisch auf den Tisch — vielerorts als Heringsessen oder Fischessen begangen: Der Fisch tritt an die Stelle des Fleisches, das an den Bußtagen unterbleibt. Das Fasten ist dabei kein Selbstzweck und schon gar keine Leistung, mit der man sich etwas verdient. Der Herr selbst hat gewarnt, es nicht zur Schau zu tragen:
Wenn ihr aber fastet, so werdet nicht, wie die Heuchler, finster blickend; denn sie entstellen ihr Gesicht, damit die Menschen sehen, dass sie fasten … Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, damit du nicht den Menschen als fastend erscheinest, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist.
— Matthäus 6,16–18
Das Fasten öffnet das Herz, macht frei von der Herrschaft des Bauches und schafft Raum für das Gebet. Es geht Hand in Hand mit dem Almosen und dem vermehrten Gebet — den drei Werken, die die ganze Fastenzeit prägen.
Aschermittwoch im Kirchenjahr
Im Kirchenjahr steht der Aschermittwoch an der Schwelle. Er beendet die ausgelassene Faschingszeit — daher das volkstümliche Wort "Am Aschermittwoch ist alles vorbei" — und eröffnet die ernste, stille Zeit der Vorbereitung auf das höchste Fest der Christenheit. Die liturgische Farbe des Tages und der ganzen Fastenzeit ist Violett, die Farbe der Buße und der Erwartung.
Von hier aus spannt sich ein Bogen über vierzig Tage — die Zahl der vierzig Tage, die Christus fastend in der Wüste zubrachte. Der Weg führt durch die Karwoche und den Karfreitag hin zur Freude von Ostern. Wer die Fastenzeit von Anfang an bewusst geht, etwa im Mitbeten des Kreuzwegs, wird die Osterfreude tiefer erleben. Dom Guéranger nennt den Aschermittwoch treffend die Pforte, durch die die Kirche ihre Kinder in die heilige Zeit der vierzig Tage geleitet.
Der „Politische Aschermittwoch"
Vom kirchlichen Aschermittwoch zu unterscheiden ist der sogenannte Politische Aschermittwoch: eine bayerische Tradition des 20. Jahrhunderts, bei der Parteien wie die CSU am Aschermittwoch — oft in Passau — zu großen Kundgebungen laden. Mit dem Bußtag der Kirche hat dieser Brauch nur den Namen und das Datum gemein. Der Aschermittwoch der Gläubigen ist kein Tag der lauten Reden, sondern der Stille, der Umkehr und des Gebetes.
Aschermittwoch für Kinder erklärt
Kindern lässt sich der Tag ganz einfach nahebringen: Vor Ostern gibt es eine Zeit, in der wir uns besonders auf das Fest freuen und uns dafür bereitmachen — so wie man vor einem Geburtstag aufräumt und schön schmückt. Am ersten Tag dieser Zeit bekommen wir ein kleines Kreuz aus Asche auf die Stirn. Die Asche sagt uns: Alles auf der Welt geht einmal zu Ende, nur der liebe Gott bleibt für immer. Das Kreuz sagt uns: Bei ihm sind wir geborgen. In der Fastenzeit üben wir uns darin, auf eine liebe Kleinigkeit zu verzichten — Süßigkeiten etwa — und dafür anderen eine Freude zu machen und öfter zu beten. Schon ein kurzes Kindergebet am Morgen gehört gut zu dieser Zeit.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Aschermittwoch 2026?
Aschermittwoch 2026 ist am 18. Februar. 2027 fällt er auf den 10. Februar. Das Datum wechselt jedes Jahr, weil es sich nach dem beweglichen Osterfest richtet.
Ist Aschermittwoch ein gesetzlicher Feiertag?
Nein. Der Aschermittwoch ist in keinem deutschen Bundesland ein gesetzlicher Feiertag, auch nicht in Bayern. Man arbeitet normal; die Kirchen bieten aber morgens und abends Gottesdienste mit der Aschenweihe an.
Warum heißt der Aschermittwoch Aschermittwoch?
Weil an diesem Mittwoch die Asche ausgeteilt wird. Sie stammt von den verbrannten Palmzweigen des vorangegangenen Palmsonntags.
Darf man am Aschermittwoch Fleisch essen?
Nein. Der Aschermittwoch ist ein Tag der Abstinenz, an dem auf Fleisch verzichtet wird — traditionell isst man stattdessen Fisch. Zugleich ist es ein Fasttag mit nur einer vollen Mahlzeit.
Was macht man am Aschermittwoch?
Man geht zur heiligen Messe, empfängt das Aschenkreuz, fastet und verzichtet auf Fleisch. Viele nutzen den Tag, um zur Beichte zu gehen und sich Vorsätze für die Fastenzeit zu fassen.
Was bedeutet das Aschenkreuz?
Es erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen ("du bist Staub") und weist zugleich durch die Kreuzform auf die Erlösung durch Christus und die Hoffnung auf das ewige Leben.
Iter Fidei begleitet Sie durch die ganze Fastenzeit — mit dem Kreuzweg, den Bußpsalmen und den überlieferten Gebeten der Kirche für jeden Tag der vierzig Tage. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Allioli-Bibel (Joel 2,12–13; Genesis 3,19; Matthäus 6,16–18); Missale Romanum (1962), Feria IV Cinerum; Catechismus Romanus (Römischer Katechismus des Konzils von Trient); Dom Prosper Guéranger, Das Kirchenjahr — Die Fastenzeit.