Das Kirchenjahr
Ostern: das Fest der Auferstehung Christi
Ostern ist das höchste Fest der Kirche: die Auferstehung Christi von den Toten. Wann Ostern 2026 und 2027 ist, wie das Datum berechnet wird und was wir an Ostern wirklich feiern.

Ostern ist das älteste und größte Fest der Christenheit — größer als Weihnachten. An ihm feiern wir, dass unser Herr Jesus Christus am dritten Tage von den Toten auferstanden ist und den Tod besiegt hat. Alles, was die Kirche glaubt, hängt an diesem einen Morgen: „Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Predigt eitel, so ist auch euer Glaube eitel" (1 Korinther 15,14).
Wann ist Ostern 2026 und 2027?
Ostern 2026 ist am Sonntag, dem 5. April 2026 (Ostermontag am 6. April). Ostern 2027 fällt auf den 28. März 2027.
Ostern ist ein bewegliches Fest: Es fällt jedes Jahr auf einen anderen Sonntag zwischen dem 22. März und dem 25. April. Der ganze österliche Festkreis richtet sich nach ihm — vom Aschermittwoch und der Fastenzeit über die Karwoche bis zu Christi Himmelfahrt (40 Tage nach Ostern) und Pfingsten (50 Tage nach Ostern).
Wie wird das Osterdatum berechnet?
Die Regel geht auf das Konzil von Nizäa (325) zurück und lautet: Ostern ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings. Der kirchliche Frühlingsanfang wird dabei auf den 21. März festgelegt. Fällt der erste Vollmond danach zum Beispiel auf einen Samstag, ist am nächsten Tag Ostern.
Diese Berechnung — der sogenannte Computus — verbindet Sonne (Frühlingsanfang), Mond (Vollmond) und den Tag der Auferstehung (Sonntag). Sie erinnert daran, dass Christus zur Zeit des jüdischen Pascha (Passah) gelitten hat und auferstanden ist; darum trägt das Fest in vielen Sprachen den Namen Pascha. Dass Ostern jedes Jahr wandert, ist also kein Zufall, sondern folgt getreu dem Rhythmus, in dem sich das Heilsgeschehen wirklich zugetragen hat.
Was feiern wir an Ostern? Die Auferstehung Jesu
Am Ostermorgen kamen die Frauen zum Grabe und fanden es leer. Der Evangelist Matthäus berichtet:
„Der Engel aber redete zu den Frauen und sprach: Fürchtet ihr euch nicht! denn ich weiß, dass ihr Jesus, welcher gekreuzigt worden ist, suchet. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat; kommet und sehet den Ort, wo man den Herrn hingelegt hatte." (Matthäus 28,5–6)
Der heilige Markus überliefert dieselbe Botschaft des Engels: „Erschrecket nicht! Ihr suchet Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, er ist nicht hier" (Markus 16,6). Bei Lukas fragen die Engel die Frauen: „Was suchet ihr den Lebenden bei den Toten?" (Lukas 24,5). Und Johannes erzählt, wie am Abend desselben Tages der Auferstandene mitten unter die verängstigten Jünger trat und sprach: „Friede sei mit euch!" (Johannes 20,19). Im leeren Grab aber fanden die Jünger die Leinentücher zurückgelassen (Johannes 20,6–7); als eben dieses Grabtuch wird bis heute das Turiner Grabtuch verehrt.
Ostern feiert also kein Symbol und keine bloße „Idee des Neubeginns", sondern ein geschehenes Ereignis: Christus ist wahrhaft auferstanden, mit Leib und Seele, als „Erstling der Entschlafenen" (1 Korinther 15,20). Sein Sieg ist der Grund unserer Hoffnung, dass auch wir einst auferstehen werden; der Auferstandene herrscht nun als König zur Rechten des Vaters. Darin liegt die eigentliche Bedeutung von Ostern: nicht der Frühling, nicht die Eier, sondern der Sieg des Lebens über den Tod. Der Psalm, den die Kirche an diesem Tag singt, jubelt: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasset uns frohlocken und fröhlich an ihm sein!" (Psalm 117 (118),24).
Das Ostertriduum: die drei heiligen Tage
Ostern beginnt nicht erst am Sonntag. Die drei heiligsten Tage des Kirchenjahres — das Ostertriduum — bilden eine Einheit:
- Gründonnerstag — die Einsetzung der heiligen Eucharistie beim Letzten Abendmahl.
- Karfreitag — das Leiden und Sterben des Herrn am Kreuz. Wer diesen Weg betend mitgeht, dem hilft der Kreuzweg.
- Karsamstag / die Osternacht — die Grabesruhe des Herrn, die in der Feier der Auferstehung mündet.
Ohne das Kreuz vom Karfreitag gäbe es kein leeres Grab am Ostermorgen. Darum kann man Ostern nicht verstehen ohne die stille Trauer der Karwoche, die am Palmsonntag beginnt.
Die Osternacht: Osterfeuer und Osterkerze
Der Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres ist die Osternacht — die „Mutter aller heiligen Nachtwachen", wie der heilige Augustinus sie nannte. In der Dunkelheit wird vor der Kirche das Osterfeuer entzündet und an ihm die Osterkerze angezündet. Diese große Kerze ist das Sinnbild des auferstandenen Christus, des „Lichtes der Welt", das die Finsternis von Sünde und Tod durchbricht. In feierlichem Zug wird sie in die dunkle Kirche getragen, und der Diakon singt das Exsultet, den österlichen Lobgesang.
In der Osternacht werden auch die Taufwasser geweiht und die Täuflinge in die Kirche aufgenommen — denn in der Taufe sterben und auferstehen wir mit Christus. Die liturgische Farbe wechselt vom Schwarz und Violett der Trauer zum strahlenden Weiß und Gold der Osterfreude, und das lange verstummte Halleluja erklingt wieder.
Vom Ostersonntag bis Pfingsten tritt an die Stelle des Angelus die österliche Antiphon Regina Caeli, die stehend gebetet wird als Zeichen der Osterfreude:
Königin des Himmels, freue Dich, alleluja;
denn Er, den Du zu tragen würdig warst, alleluja,
ist auferstanden, wie Er gesagt hat, alleluja.
Bitte für uns Gott, alleluja.
Am Ostermorgen ruft der Priester zudem den Wechselvers: „Freue Dich und frohlocke, Jungfrau Maria, alleluja." — „Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, alleluja."
Ostersonntag und Ostermontag
Der Ostersonntag ist das eigentliche Fest der Auferstehung. Der Ostermontag setzt die Freude fort und erinnert an die Emmausjünger, denen der Auferstandene auf dem Weg begegnete (Lukas 24). In der überlieferten Ordnung des Kirchenjahres ist die Osterwoche eine einzige, ununterbrochene Feier: Die Kirche kann die Freude über die Auferstehung nicht in einen einzigen Tag fassen, darum dauert die Osterzeit fünfzig Tage bis Pfingsten.
Ostern für Kinder erklärt
Kindern lässt sich Ostern einfach und wahr sagen: Am Karfreitag ist Jesus für uns gestorben, weil er uns so sehr liebt. Man hat ihn in ein Grab gelegt und einen schweren Stein davorgerollt. Aber der Tod konnte ihn nicht festhalten: Am Ostermorgen war das Grab leer, denn Jesus lebt! Deshalb sind wir an Ostern froh — froher als an jedem anderen Tag. Auch das Ei, das viele mit Ostern verbinden, hat einen frommen Sinn: Wie aus der scheinbar toten Schale neues Leben bricht, so ist Christus aus dem verschlossenen Grab zum Leben hervorgegangen.
Ostern und der christliche Ursprung
Man hört bisweilen, Ostern habe einen „heidnischen Ursprung". Das trifft die Sache nicht: Fest, Datum und Inhalt kommen vom jüdischen Pascha und von der bezeugten Auferstehung Christi. Von Anfang an haben die Christen den ersten Tag der Woche, den „Tag des Herrn", als Auferstehungstag begangen — jeder Sonntag ist ein kleines Ostern. Wer den Kern des Festes im Glaubensbekenntnis sucht, findet ihn im Satz: „am dritten Tage auferstanden von den Toten".
„Frohe Ostern": Ostergrüße und der Name des Festes
Der klassische Ostergruß lautet schlicht „Frohe Ostern!" oder „Gesegnete Ostern!". In der alten Kirche grüßten sich die Gläubigen am Ostermorgen mit dem Ruf „Christus ist auferstanden!" und antworteten: „Er ist wahrhaft auferstanden!" Wer schöne Segenswünsche zum Fest sucht, findet darin die älteste und tiefste Form. Auf Englisch heißt Ostern Easter; im Lateinischen und in den meisten Sprachen trägt das Fest jedoch den Namen Pascha — nach dem jüdischen Passah, an dem Christus gelitten hat und auferstanden ist.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Ostern 2026?
Ostersonntag 2026 ist am 5. April 2026, Ostermontag am 6. April 2026. Ostern 2027 fällt auf den 28. März 2027.
Warum wechselt das Osterdatum jedes Jahr?
Weil Ostern sich nach dem Mond richtet: Es ist stets der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond (gerechnet ab dem 21. März). So kann Ostern zwischen dem 22. März und dem 25. April liegen.
Was feiern wir an Ostern?
Wir feiern die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Es ist das höchste Fest des Christentums; von ihm hängt der ganze Glaube ab.
Was ist das Ostertriduum?
Die drei heiligen Tage von Gründonnerstag (Abendmahl), Karfreitag (Kreuzestod) und Karsamstag mit der Osternacht (Auferstehung). Sie bilden liturgisch eine Einheit.
Warum feiern die Orthodoxen Ostern oft an einem anderen Tag?
Weil die orthodoxen Kirchen das Osterdatum meist nach dem julianischen Kalender berechnen, während der Westen den gregorianischen Kalender verwendet. Der Glaube an die Auferstehung ist derselbe; nur die Datumsrechnung unterscheidet sich.
Wie erkläre ich Ostern einem Kind?
Man kann sagen: Jesus ist am Karfreitag für uns gestorben und ins Grab gelegt worden, aber am Ostermorgen war das Grab leer — er ist auferstanden und lebt. Darum ist Ostern das Fest der großen Freude.
Wer Ostern nicht nur als Datum, sondern als das Herz des Glaubens erleben will, findet Halt in täglicher Anbetung und in der heiligen Beichte, die uns gereinigt zum Osterfest führt.
Iter Fidei begleitet Sie durch die ganze Osterzeit — mit dem Regina Caeli, dem Kreuzweg, den Psalmen des Ostertriduums und dem überlieferten Stundengebet, im lateinischen Original und auf Deutsch. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Allioli-Bibel (Matthäus 28; Markus 16; Lukas 24; Johannes 20; 1 Korinther 15; Psalm 117 (118)); Katechismus des heiligen Pius X. und Katechismus des Konzils von Trient; Dom Prosper Guéranger, Das Kirchenjahr (L'Année liturgique), Bände zur Karwoche und zur Osterzeit; überliefertes Missale und Brevier von 1962; iter-fidei-prayers-api (Regina Caeli).