Das Kirchenjahr
Christkönig: das Fest Christus, König des Alls
Christkönig fällt im überlieferten Kalender auf den letzten Sonntag im Oktober (2026: 25. Oktober). Wir erklären Bedeutung, Ursprung in der Enzyklika Quas Primas und die Königsherrschaft Christi.

Am Ende des Kirchenjahres, wenn sich die Zeit dem Advent zuneigt, feiert die Kirche das Fest Christkönig — Jesus Christus als König des Alls. Im überlieferten Kalender fällt das Christkönigsfest stets auf den letzten Sonntag im Oktober; 2026 ist das der 25. Oktober. Es ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern ein Fest des Herrn, im Kalender von 1962 ein Fest I. Klasse, das uns zuruft, was der Glaube von Anfang an bekennt: Christus herrscht — über die Himmel, über die Völker und über jedes einzelne Herz.
Wann ist Christkönig? Das Datum im überlieferten Kalender
Papst Pius XI. setzte das Fest 1925 auf den letzten Sonntag des Oktobers an — unmittelbar vor Allerheiligen. Diese Stellung ist bewusst gewählt: Bevor die Kirche aller Heiligen gedenkt, die schon im Reiche Christi vollendet sind, bekennt sie den König, der dieses Reich errichtet hat.
Der neue Kalender hat das Fest seit 1969 auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres, den Sonntag vor dem ersten Advent, verschoben. Wer der überlieferten Ordnung folgt, hält aber am letzten Sonntag im Oktober fest. Die kommenden Termine:
- 2026: 25. Oktober
- 2027: 31. Oktober
- 2028: 29. Oktober
Weil der Oktober fünf Sonntage haben kann, wandert das Datum von Jahr zu Jahr — es ist immer der letzte Sonntag des Monats. Viele Pfarreien, Kirchen und Einrichtungen tragen im deutschen Sprachraum den Namen "Christkönig", von München bis Rosenheim; ihr Patrozinium, das Kirchweih- und Namensfest, richtet sich nach genau diesem Tag.
Was bedeutet das Christkönigsfest?
Die Bedeutung von Christkönig lässt sich in einem Satz fassen: Jesus Christus ist wahrer König, und seine Herrschaft ist kein Bild und keine Redensart, sondern Wirklichkeit. Vor Pontius Pilatus, in der Stunde seiner Erniedrigung, bekennt der Herr es selbst. Wir lesen bei Johannes (Joh 18):
Da sprach Pilatus zu ihm: Also ein König bist du? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren, und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe.
Zugleich stellt der Herr klar, welcher Art dieses Königtum ist:
Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so würden wohl meine Diener kämpfen.
Christus regiert nicht mit Waffen und Heeren wie die Fürsten der Erde, sondern durch die Wahrheit und die Liebe — vom Thron des Kreuzes her. Sein Zepter ist das Kreuz, seine Krone war eine aus Dornen. Darin liegt die Antwort auf die Frage, warum das Christkönigsfest kurz vor dem Fest des Leidensgedächtnisses und doch in königlicher Herrlichkeit gefeiert wird.
Die Königsherrschaft Christi: König des Alls
Das Fest nennt Christus ausdrücklich den König des Alls — König nicht nur der Herzen, sondern der ganzen Schöpfung. Der heilige Paulus entfaltet diese Königsherrschaft im Brief an die Kolosser (Kol 1), wo er den Sohn als Ursprung und Ziel aller Dinge preist:
welcher das Ebenbild Gottes ist, des Unsichtbaren, der Erstgeborne vor aller Schöpfung; denn in ihm ist alles erschaffen, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften, oder Fürstentümer oder Gewalten, alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; und er ist vor allen, und alles hat seinen Bestand in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes der Kirche.
Vier Titel verleiht Christus dieser Herrschaft: Er ist König durch Schöpfung (alles ist durch ihn geworden), durch Erlösung (er hat uns mit seinem Blut erkauft), durch Erbe (als Sohn ist ihm alle Gewalt gegeben) und durch Gnade (er herrscht in den Herzen, die ihm gehören). Am Ende der Zeiten wird diese verborgene Königsherrschaft offenbar. Die Apokalypse des Johannes (Offb 19) schaut den wiederkehrenden Herrn:
Auf seinem Kleide und auf seiner Hüfte ist geschrieben: König der Könige und Herr der Herren.
Warum feiern wir Christkönig? Die Enzyklika Quas Primas
Das Fest ist jung, seine Wahrheit uralt. Papst Pius XI. führte es mit der Enzyklika Quas Primas vom 11. Dezember 1925 ein. Es war die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg: Reiche waren zerbrochen, Nationalismus und ein glaubensloser Staatsgedanke drängten Gott aus dem öffentlichen Leben. Dem setzte der Papst das feierliche Bekenntnis entgegen, dass Christus König ist — auch der Völker, der Gesetze und der Gesellschaften, nicht bloß der Frömmigkeit im stillen Kämmerlein.
Diese Lehre vom sozialen Königtum Christi ist der Kern von Quas Primas: Nicht nur die einzelne Seele, sondern auch Familien, Gemeinwesen und Staaten schulden Christus Anerkennung und Gehorsam. Wo die Menschen die Herrschaft Christi anerkennen, so lehrt der Papst, dort erwächst wahrer Friede — der "Friede Christi im Reiche Christi". Wo man sie leugnet, zerfällt die Ordnung.
Darum feiern wir Christkönig: nicht um einen fernen Herrscher zu bejubeln, sondern um in unserem eigenen Leben, in Haus und Beruf, seine Herrschaft neu anzuerkennen — durch die heiligen Sakramente, durch Gebet und durch ein Leben nach seinem Gesetz.
Gebete und Lieder zum Christkönigsfest
Zum Fest gehört traditionell die feierliche Weihe des Menschengeschlechtes an das Heiligste Herz Jesu, die Pius XI. an diesem Tag zu beten vorschrieb — eine schöne Brücke zur Andacht des Herz-Jesu-Festes. Die liturgische Farbe ist Weiß, die Farbe der Herrlichkeit und des Königs.
Als Danklied bietet sich das große Te Deum an: "Dich, o Gott, loben wir, Dich, o Herr, bekennen wir." Das feierliche "Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat" — Christus siegt, Christus herrscht, Christus gebietet — ist der klassische Königsgesang der Kirche. Wer den Tag betend begehen möchte, kann auch den Rosenkranz mit den glorreichen Geheimnissen beten, die die Herrlichkeit des auferstandenen und erhöhten Königs betrachten.
Christkönig Kindern erklärt
Kindern lässt sich das Fest einfach nahebringen: Ein König hat eine Krone, einen Thron und ein Reich. Jesus ist auch ein König — aber ein ganz besonderer. Seine Krone war zuerst aus Dornen, sein Thron war das Kreuz, und sein Reich ist überall dort, wo Menschen ihn liebhaben und Gutes tun. Er befiehlt nicht mit Strenge, sondern regiert mit Liebe. Am Christkönigsfest sagen wir ihm: "Du bist mein König, ich gehöre zu dir." Ein schlichtes Kindergebet am Abend dieses Tages genügt, damit auch die Kleinsten das Fest im Herzen tragen.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Christkönig 2026?
Im überlieferten Kalender fällt Christkönig auf den letzten Sonntag im Oktober, 2026 also auf den 25. Oktober. Der Termin wandert von Jahr zu Jahr, ist aber immer der letzte Oktobersonntag.
Was ist das Christkönigsfest?
Es ist das Fest (im Kalender von 1962 ein Fest I. Klasse), an dem die Kirche Jesus Christus als König des Alls verehrt — als König durch Schöpfung, Erlösung und Gnade, dessen Reich Wahrheit, Liebe und Friede sind.
Warum feiern wir Christkönig?
Papst Pius XI. führte das Fest 1925 mit der Enzyklika Quas Primas ein, um in einer glaubenslos werdenden Welt die Herrschaft Christi über die Menschen, Völker und Staaten zu bekennen.
Ist Christkönig ein gesetzlicher Feiertag?
Nein. Christkönig ist ein kirchliches Fest I. Klasse, aber kein staatlicher Feiertag. Es wird sonntags in der heiligen Messe gefeiert.
Warum tragen so viele Kirchen den Namen Christkönig?
Nach der Einführung des Festes 1925 wurden im 20. Jahrhundert zahlreiche neue Pfarreien und Kirchen "Christkönig" geweiht — daher der häufige Name von München bis Saarbrücken.
Welche Bibelstellen gehören zu Christkönig?
Zentral sind das Bekenntnis vor Pilatus (Joh 18,33-37), der Christushymnus des Kolosserbriefs (Kol 1,12-20) und die Schau des wiederkehrenden Königs in der Apokalypse (Offb 19).
Iter Fidei begleitet Sie durch das ganze Kirchenjahr — mit den überlieferten Gebeten, dem Te Deum und den Schriftlesungen zum Christkönigsfest im Wortlaut. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Pius XI., Enzyklika Quas Primas (1925); Allioli-Bibel (Joh 18; Kol 1; Offb 19); Dom Prosper Guéranger, Das Kirchenjahr (L'Année liturgique); Katechismus des hl. Pius X.