Der Glaube
Das Apostolische Glaubensbekenntnis (Credo)
Der vollständige Text des Apostolischen Glaubensbekenntnisses, die Auslegung seiner zwölf Artikel und der Unterschied zum großen, nizänischen Credo.

Das Glaubensbekenntnis ist das Fundament unseres Betens. In wenigen Sätzen fasst es alles zusammen, was ein Christ glaubt: von der Erschaffung der Welt bis zum ewigen Leben. Wer den Text sucht, findet ihn hier gleich zu Beginn, vollständig und wortgetreu.
Glaubensbekenntnis – der Text (katholisch)
Das kurze, apostolische Glaubensbekenntnis, das wir im Rosenkranz, im Morgengebet und bei der Taufe sprechen, lautet:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, Seinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn;
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria;
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben;
abgestiegen zu der Hölle;
am dritten Tage auferstanden von den Toten;
aufgefahren in den Himmel;
Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird Er kommen, zu richten
die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist;
die heilige katholische Kirche;
Gemeinschaft der Heiligen;
Vergebung der Sünden;
Auferstehung des Fleisches;
und das ewige Leben.
Amen.
Dieses Bekenntnis heißt "apostolisch", weil die alte Überlieferung seinen Kern auf die zwölf Apostel selbst zurückführt. Der lateinische Anfang – Credo in Deum – hat ihm den vertrauten Namen Credo gegeben. Es ist das "kleine" Glaubensbekenntnis: kurz genug, um es auswendig im Herzen zu tragen, und dennoch vollständig im Glauben.
Die zwölf Artikel und ihre Bedeutung
Der Katechismus des Konzils von Trient teilt das Credo in zwölf Artikel ein – nach frommer Überlieferung soll jeder Apostel einen beigetragen haben. Diese Gliederung hilft, das Bekenntnis Satz für Satz zu betrachten und zu verstehen.
- Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Wir bekennen den einen Gott, der aus reiner Liebe alles Sichtbare und Unsichtbare erschaffen hat.
- Und an Jesus Christus, Seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn. Der Sohn ist wahrer Gott, dem Vater gleich, unser Erlöser.
- Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria. Das Wort ist Fleisch geworden; die immerwährende Jungfrau ist die Mutter Gottes.
- Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben. Für unsere Sünden hat Er wirklich gelitten unter dem Richter Pontius Pilatus und ist am Kreuz gestorben.
- Abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten. Er stieg hinab zu den Gerechten der Vorzeit und erstand siegreich vom Tode.
- Aufgefahren in den Himmel, Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Als Sieger kehrte Er zum Vater zurück.
- Von dort wird Er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Wir erwarten sein Wiederkommen in Herrlichkeit als König des Weltalls.
- Ich glaube an den Heiligen Geist. Die dritte göttliche Person, der Herr und Lebensspender.
- Die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen. Die eine Kirche Christi und die Verbundenheit aller Erlösten im Himmel, auf Erden und im Reinigungsort.
- Vergebung der Sünden. Durch Taufe und heilige Beichte schenkt Gott uns seine Barmherzigkeit.
- Auferstehung des Fleisches. Am Ende der Zeiten wird unser Leib auferstehen.
- Und das ewige Leben. Amen. Die selige Schau Gottes im Himmel ist unser letztes Ziel.
Wer diese zwölf Artikel bedenkt, hält den ganzen Glauben in der Hand. Deshalb steht das Credo am Anfang des Rosenkranzes – bevor wir mit dem Vaterunser und dem Ave Maria fortfahren, bekennen wir zuerst, an wen wir uns wenden.
Das große, nizänische Glaubensbekenntnis
Neben dem apostolischen kennt die Kirche ein zweites, ausführlicheres Bekenntnis: das nizänische (oder nizäno-konstantinopolitanische) Glaubensbekenntnis. Es entstand auf den Konzilien von Nizäa (325) und Konstantinopel (381), um den wahren Glauben gegen die Irrlehren jener Zeit zu verteidigen — namentlich gegen Arius, der die Gottheit des Sohnes leugnete, wie es bis heute die Zeugen Jehovas tun. Dieses "große" Glaubensbekenntnis beten wir in der heiligen Messe:
Ich glaube an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit.
Gott von Gott, Licht vom Lichte,
wahrer Gott vom wahren Gotte;
gezeugt, nicht geschaffen,
dem Vater wesensgleich,
durch den alles geschaffen ist.
Für uns Menschen und um unseres Heiles willen
ist Er vom Himmel herabgestiegen.
Er hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
aus Maria, der Jungfrau, und ist Mensch geworden.
Gekreuzigt wurde Er sogar für uns,
hat unter Pontius Pilatus gelitten
und ist begraben worden.
Er ist auferstanden am dritten Tage, gemäß der Schrift.
Er ist aufgefahren in den Himmel
und sitzet zur Rechten des Vaters.
Er wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten,
und Seines Reiches wird kein Ende sein.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
den Herrn und Lebensspender,
der aus dem Vater und dem Sohne hervorgeht.
Der mit dem Vater und dem Sohne zugleich
angebetet und verherrlicht wird;
Er hat gesprochen durch die Propheten.
Ich glaube an die eine, heilige, katholische
und apostolische Kirche.
Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Ich erwarte die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
Amen.
Apostolisch oder nizänisch – der Unterschied
Beide Bekenntnisse tragen denselben Glauben, doch in verschiedener Form. Das apostolische ist knapp, alt und dient seit den Anfängen als Taufbekenntnis; man nennt es auch das kleine Glaubensbekenntnis. Das nizänische ist ausführlicher und betont ausdrücklich die Gottheit Christi – "wahrer Gott vom wahren Gotte, dem Vater wesensgleich" –, weil es gegen die Leugner dieser Wahrheit formuliert wurde. Im täglichen Gebet und im Rosenkranz gebrauchen wir das apostolische; in der Sonntagsmesse singen oder sprechen wir das große, nizänische Credo. Als drittes altkirchliches Bekenntnis kennt die Überlieferung noch das athanasische Glaubensbekenntnis (Quicumque), das die Dreifaltigkeit besonders sorgfältig entfaltet.
Das Glaubensbekenntnis auf Latein
Traditionell wird das Credo auch lateinisch gebetet – so lautet das apostolische Glaubensbekenntnis auf Latein:
Credo in Deum, Patrem omnipotentem, Creatorem caeli et terrae. Et in Iesum Christum, Filium eius unicum, Dominum nostrum: qui conceptus est de Spiritu Sancto, natus ex Maria Virgine, passus sub Pontio Pilato, crucifixus, mortuus, et sepultus: descendit ad inferos; tertia die resurrexit a mortuis; ascendit ad caelos; sedet ad dexteram Dei Patris omnipotentis: inde venturus est iudicare vivos et mortuos. Credo in Spiritum Sanctum, sanctam Ecclesiam catholicam, Sanctorum communionem, remissionem peccatorum, carnis resurrectionem, vitam aeternam. Amen.
Steht das Glaubensbekenntnis in der Bibel?
Als geschlossener Text steht das Credo nicht in der Heiligen Schrift; es ist die von den Aposteln überlieferte Zusammenfassung dessen, was die Schrift lehrt. Doch der Ruf zum Bekennen durchzieht das ganze Neue Testament. So schreibt der heilige Paulus an die Römer (Allioli):
Dass, wenn du mit deinem Munde Jesus als den Herrn bekennst, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du selig werden. Denn mit dem Herzen glaubt man zur Gerechtigkeit, mit dem Munde aber geschieht das Bekenntnis zum Heile. (Römer 10,9–10)
Das Glaubensbekenntnis für Kinder erklärt
Kindern erklärt man das Credo am besten in drei Teilen: Wir glauben an Gott den Vater, der alles gemacht hat; an Jesus, seinen Sohn, der für uns gestorben und auferstanden ist; und an den Heiligen Geist, der in der Kirche wirkt. Diese Dreiteilung entspricht der Heiligsten Dreifaltigkeit und macht das Bekenntnis überschaubar. Zusammen mit einem schlichten Kindergebet am Abend lernt ein Kind so, wem es sein Vertrauen schenkt – nicht als Zauberformel, sondern als Antwort der Liebe auf Gottes Liebe.
Häufig gestellte Fragen
Wie lautet das katholische Glaubensbekenntnis?
Es beginnt mit "Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen" und endet mit "Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben. Amen." Den vollständigen Text findest du oben im ersten Abschnitt.
Was ist der Unterschied zwischen apostolischem und nizänischem Glaubensbekenntnis?
Das apostolische ist das kurze Taufbekenntnis für das tägliche Gebet; das nizänische ist das längere, große Glaubensbekenntnis der Konzilien von Nizäa und Konstantinopel, das wir in der heiligen Messe beten.
Warum heißt das Glaubensbekenntnis "Credo"?
Credo ist Latein und bedeutet "Ich glaube" – das erste Wort des Bekenntnisses. Daher der vertraute Name Credo.
Was sind die zwölf Artikel des Glaubensbekenntnisses?
Der Katechismus von Trient gliedert das apostolische Credo in zwölf Glaubenssätze, vom Schöpfer über die Menschwerdung, das Leiden und die Auferstehung Christi bis zur Vergebung der Sünden und dem ewigen Leben.
Steht das Glaubensbekenntnis wörtlich in der Bibel?
Nein. Es ist die apostolische Zusammenfassung der biblischen Lehre. Der Bekenntnisgedanke findet sich aber deutlich, etwa in Römer 10,9–10.
Wann betet man das Glaubensbekenntnis?
Bei der Taufe, zu Beginn des Rosenkranzes, im Morgengebet und – als großes Credo – in der Sonntagsmesse.
Iter Fidei begleitet dein tägliches Beten: das Apostolische und das nizänische Glaubensbekenntnis im vollen Text, mit Auslegung der zwölf Artikel, dazu Rosenkranz, Te Deum und Magnificat – alles in der überlieferten Form. Hier herunterladen.
Quellen. Iter Fidei prayers-api (credo-apostolicum, credo-nicaenum); Katechismus des Konzils von Trient; Katechismus des heiligen Papstes Pius X.; Allioli-Bibel (Römer 10,9–10).