Der Glaube
Die Zehn Gebote Gottes
Die zehn Gebote Gottes in der katholischen Reihenfolge – als vollständige Liste, im biblischen Wortlaut nach Exodus 20 und Deuteronomium 5, einfach erklärt und für das Leben heute.

Die zehn Gebote sind das Herzstück des göttlichen Sittengesetzes. Gott selbst hat sie Moses auf dem Berge Sinai gegeben, auf zwei steinerne Tafeln geschrieben, und die heilige Kirche hat sie seither treu bewahrt und gelehrt. Wer wissen will, was Gott von uns verlangt, findet hier eine klare Antwort. Wir stellen Ihnen zuerst die vollständige Liste in der katholischen Reihenfolge vor, dann den Wortlaut aus der Heiligen Schrift, und schließlich, was jedes Gebot für unser Leben heute bedeutet.
Die zehn Gebote – die Liste in katholischer Reihenfolge
So lauten die zehn Gebote, wie sie der Katechismus lehrt und wie wir sie auswendig lernen:
- Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine fremden Götter neben mir haben.
- Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz aussprechen.
- Du sollst den Tag des Herrn heiligen.
- Du sollst Vater und Mutter ehren.
- Du sollst nicht töten.
- Du sollst nicht ehebrechen.
- Du sollst nicht stehlen.
- Du sollst nicht falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten.
- Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib.
- Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut.
Diese kurze Fassung ist der Auszug, den die Kirche zum Lernen und Beten überliefert. Die ersten drei Gebote regeln unser Verhältnis zu Gott, die übrigen sieben unser Verhältnis zum Nächsten. Der Herr selbst hat diese doppelte Ordnung bestätigt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen“ und „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 22).
Wo stehen die zehn Gebote in der Bibel?
Die zehn Gebote – der Dekalog – finden sich an zwei Stellen der Heiligen Schrift: im zweiten Buch Moses (Exodus 20,2–17) und noch einmal im fünften Buch Moses (Deuteronomium 5,6–21). Im Buch Exodus lesen wir nach der Allioli-Bibel:
Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, geführt hat. Du sollst keine andern Götter neben mir haben. […] Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht eitel nennen […]. Gedenke daran, den Sabbattag heilig zu halten. […] Ehre deinen Vater und deine Mutter, auf dass du lange lebest im Lande, welches dir der Herr, dein Gott, geben wird. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst kein falsches Zeugnis gegen deinen Nächsten reden. Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren, du sollst nicht sein Weib […] oder irgend etwas, was sein ist, begehren.
(Exodus 20,2–17)
Der Bericht aus dem Alten Testament zeigt uns die Feierlichkeit dieses Augenblicks: unter Donner, Blitz und Posaunenschall auf dem Berge Sinai empfing Moses die zwei Tafeln des Gesetzes. So sind die Gebote nicht menschliche Erfindung, sondern Wort Gottes selbst.
Die zehn Gebote einfach erklärt
Jedes Gebot lässt sich in einem Satz fassen – so verstehen es auch Kinder:
- Das erste Gebot ruft uns zum Glauben, zur Hoffnung und zur Liebe zu dem einen wahren Gott. Wir beten ihn allein an und dienen nicht dem Geld, dem Aberglauben oder falschen Götzen.
- Das zweite Gebot heißt den Namen Gottes ehren. Fluchen, Lästern und leichtfertiges Schwören verletzen ihn.
- Das dritte Gebot heiligt den Tag des Herrn. Für uns Christen ist es der Sonntag, an dem wir die heilige Messe besuchen und von schwerer Arbeit ruhen.
- Das vierte Gebot gebietet Ehrfurcht und Gehorsam gegenüber Eltern und rechtmäßiger Obrigkeit.
- Das fünfte Gebot schützt das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod.
- Das sechste und neunte Gebot rufen zur Reinheit in Werk und Gedanken.
- Das siebte und zehnte Gebot schützen fremdes Eigentum und wenden das Herz von Habgier und Neid ab.
- Das achte Gebot verlangt Wahrhaftigkeit: keine Lüge, keine Verleumdung, kein falsches Zeugnis.
Wer eines dieser Gebote in schwerer Sache verletzt, begeht eine Todsünde und soll nicht zur heiligen Kommunion gehen, ehe er sie in der heiligen Beichte bekannt und bereut hat. Darum diente der Dekalog von jeher als Gewissensspiegel: An ihm prüfen wir vor der Beichte unser Leben.
Der Unterschied: katholische und evangelische Zählung
Immer wieder wird gefragt, warum die zehn Gebote in manchen Büchern anders gezählt werden. Der Text der Schrift ist derselbe – nur die Einteilung unterscheidet sich. Die katholische Kirche folgt der alten Zählung des heiligen Augustinus: Das Verbot der Götzenbilder gehört zum ersten Gebot, und das Begehren wird auf zwei getrennte Gebote (das neunte und das zehnte) verteilt. Die evangelisch-lutherische Überlieferung zählt genauso; katholische und lutherische Christen kennen also dieselbe Reihenfolge.
Anders zählen die reformierten und viele freikirchlichen Gemeinschaften: Sie machen aus dem Bilderverbot ein eigenes zweites Gebot und fassen das Begehren zu einem einzigen zusammen. So kommen alle auf die Zahl zehn, doch die Nummern verschieben sich. Auch das Judentum, dem das Gesetz am Sinai zuerst gegeben wurde, zählt die zehn Gebote – hebräisch die „zehn Worte“ – auf eigene Weise: Es nimmt den Satz „Ich bin der Herr, dein Gott“ als erstes Wort und verbindet Fremdgötter- und Bilderverbot zum zweiten. Für uns Katholiken bleibt die überlieferte Zählung des Katechismus verbindlich. Wer tiefer verstehen möchte, was uns von den getrennten Brüdern unterscheidet, findet mehr im Beitrag über katholisch und evangelisch.
Die zehn Gebote heute
Manche meinen, die Gebote seien alt und überholt. Doch das Sittengesetz Gottes gilt zu allen Zeiten, weil es der Natur des Menschen und dem Willen des Schöpfers entspricht. Christus ist nicht gekommen, das Gesetz aufzuheben, sondern es zu erfüllen (Matthäus 5,17). Er hat es sogar vertieft: Nicht nur die Tat, schon der böse Gedanke und das begehrende Auge fallen unter das Gebot.
Die Gebote sind keine Last, sondern ein Weg zur Freiheit. Sie schützen die Ehe, die Familie, das Leben und die Wahrheit – jene Güter, ohne die kein Mensch und keine Gesellschaft bestehen kann. Wer sie hält, wird nicht Sklave seiner Leidenschaften, sondern Kind Gottes. Und weil wir aus eigener Kraft schwach sind – geschwächt seit der Erbsünde – schenkt uns Gott seine Gnade durch die heiligen Sakramente und durch das Gebet. Das tägliche Vaterunser und ein Leben aus dem Glaubensbekenntnis helfen uns, den Geboten treu zu bleiben.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die zehn Gebote?
Die zehn Gebote sind die zehn Grundgesetze, die Gott dem Moses auf dem Berge Sinai gegeben hat. Sie fassen das sittliche Gesetz zusammen: die ersten drei betreffen unsere Pflichten gegen Gott, die übrigen sieben unsere Pflichten gegen den Nächsten.
Wie lauten die zehn Gebote der Reihe nach?
In katholischer Zählung: an einen Gott glauben, den Namen Gottes nicht missbrauchen, den Tag des Herrn heiligen, Vater und Mutter ehren, nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, kein falsches Zeugnis geben, nicht die Frau des Nächsten begehren, nicht sein Gut begehren.
Wo stehen die zehn Gebote in der Bibel?
An zwei Stellen: im zweiten Buch Moses (Exodus 20,2–17) und im fünften Buch Moses (Deuteronomium 5,6–21). Beide Male gibt Gott das Gesetz durch Moses an das Volk Israel.
Wer hat die zehn Gebote empfangen?
Moses empfing sie auf dem Berge Sinai (auch Horeb genannt), geschrieben von der Hand Gottes auf zwei steinerne Tafeln, wie das Buch Deuteronomium berichtet (Dtn 5,22).
Warum zählen Katholiken und Protestanten anders?
Der Bibeltext ist gleich, nur die Einteilung unterscheidet sich. Katholiken und Lutheraner folgen der augustinischen Zählung; die reformierten Gemeinschaften zählen das Bilderverbot als eigenes zweites Gebot. Am Ende kommen alle auf zehn.
Gelten die zehn Gebote heute noch?
Ja. Als göttliches Sittengesetz gelten sie unveränderlich zu allen Zeiten. Christus hat sie bestätigt und vertieft. Sie sind der sichere Weg, Gott zu lieben und den Nächsten zu achten.
In Iter Fidei finden Sie die zehn Gebote als Gewissensspiegel zur Vorbereitung auf die heilige Beichte, dazu die Gebete des katholischen Katechismus in Text und Ton. Hier herunterladen.
Quellen. Allioli-Bibel, Exodus 20,2–17 und Deuteronomium 5,6–21; Catechismus Romanus (Katechismus des Konzils von Trient), Teil III, über den Dekalog; Katechismus des hl. Papstes Pius X.; Evangelium nach Matthäus 5 und 22.