Das Gebet
Das Te Deum: der große Lobgesang
Text, Latein und Deutsch des Te Deum laudamus, seine Bedeutung und wann die Kirche diesen großen Lobgesang singt — besonders am Jahresende.

Das Te Deum ist der große Dank- und Lobgesang der Kirche. Immer wenn es etwas ganz Besonderes zu danken gibt — am Jahresende, nach einer überstandenen Not, bei der Wahl eines Papstes —, stimmt die Christenheit dieses uralte Lied an. Es beginnt mit den Worten Te Deum laudamus: „Dich, o Gott, loben wir." Hier findest du den vollständigen Text in Latein und Deutsch, seine Bedeutung und die rechten Anlässe.
Te Deum: der Text (deutsch)
Dich, o Gott, loben wir,
Dich, o Herr, bekennen wir.
Dich, ewigen Vater,
verehrt die ganze Erde.
Dir rufen alle Engel,
Dir die Himmel und alle Mächte;
Dir rufen die Cherubim und Seraphim
mit unaufhörlicher Stimme zu:
Heilig, heilig, heilig
ist der Herr, der Gott der Heerscharen.
Himmel und Erde sind erfüllt
von der Majestät Deiner Herrlichkeit.
Dich preist der glorreiche Chor der Apostel,
Dich die lobwürdige Schar der Propheten,
Dich lobt das leuchtende Heer der Martyrer.
Auf dem ganzen Erdkreis
bekennt Dich die heilige Kirche:
Vater unermesslicher Majestät;
Deinen anbetungswürdigen, wahren
und einzigen Sohn;
und den Heiligen Geist, den Tröster.
Du König der Herrlichkeit, Christus.
Du bist der ewige Sohn des Vaters.
Um den Menschen zu erlösen,
hast Du den Schoß einer Jungfrau nicht verschmäht.
Du hast den Stachel des Todes überwunden
und den Gläubigen das Himmelreich aufgetan.
Du sitzest zur Rechten Gottes
in der Herrlichkeit des Vaters.
Wir glauben, dass Du als Richter wiederkehrst.
Darum bitten wir Dich, hilf Deinen Dienern,
die Du mit kostbarem Blute erlöst hast.
Gib, dass sie mit Deinen Heiligen
in der ewigen Herrlichkeit gezählt werden.
Rette Dein Volk, o Herr,
und segne Dein Erbteil.
Leite sie und erhebe sie
bis in Ewigkeit.
An jedem Tag preisen wir Dich,
und loben Deinen Namen für immer
und in alle Ewigkeit.
Würdige Dich, o Herr, an diesem Tage
uns ohne Sünde zu bewahren.
Erbarme Dich unser, o Herr,
erbarme Dich unser.
Deine Barmherzigkeit, o Herr, sei über uns,
wie wir auf Dich gehofft haben.
Auf Dich, o Herr, habe ich gehofft:
ich werde nicht zuschanden in Ewigkeit.
Te Deum laudamus: der Text auf Latein
Der lateinische Urtext, wie ihn die Kirche im gregorianischen Choral singt:
Te Deum laudamus: te Dominum confitemur.
Te aeternum Patrem, omnis terra veneratur.
Tibi omnes Angeli, tibi caeli et universae potestates:
Tibi Cherubim et Seraphim, incessabili voce proclamant:
Sanctus, Sanctus, Sanctus, Dominus Deus Sabaoth.
Pleni sunt caeli et terra majestatis gloriae tuae. […]
In te, Domine, speravi: non confundar in aeternum.
Wer den vollständigen lateinischen Text mit deutscher Übersetzung Zeile für Zeile nebeneinander lesen möchte — Latein und Deutsch gegenübergestellt —, findet ihn samt gesungenem Choral in der Iter-Fidei-App.
Te Deum: Bedeutung und Aufbau
Das Te Deum ist kein Bittgebet unter vielen, sondern ein feierlicher Hymnus. Der Überlieferung nach entstand es im 4. Jahrhundert; man nennt es darum auch den ambrosianischen Lobgesang, weil es früh mit dem heiligen Ambrosius und dem heiligen Augustinus in Verbindung gebracht wurde. Der Aufbau ist klar in drei Teile gegliedert:
- Lob der Dreifaltigkeit (Verse 1–13): Die ganze Schöpfung, die Engel, die Apostel, Propheten und Martyrer stimmen in das Sanctus ein — dasselbe „Heilig, heilig, heilig", das schon der Prophet Isaias vor Gottes Thron hörte (Isaias 6,3).
- Lob Christi, des Erlösers (Verse 14–21): Er, der König der Herrlichkeit, hat „den Schoß einer Jungfrau nicht verschmäht", den Tod besiegt und den Gläubigen das Himmelreich aufgetan.
- Bitten und Verse (ab „Darum bitten wir Dich"): eine Reihe von Anrufungen, gebildet aus Psalmversen. Der Schluss — In te, Domine, speravi — stammt wörtlich aus Psalm 30 (31),2: „Auf Dich, o Herr, habe ich gehofft: ich werde nicht zuschanden in Ewigkeit."
So verbindet das Te Deum in einem einzigen Gesang Anbetung, Glaubensbekenntnis und Vertrauen. Wer es betet, spricht in derselben Bewegung das aus, was das Apostolische Glaubensbekenntnis in Sätzen entfaltet, und stimmt zugleich in den Jubel des Magnificat ein.
Wann wird das Te Deum gesungen?
Die Kirche hat dem Te Deum feste Plätze gegeben. In der Matutin (Mette) der Sonn- und Festtage steht es als krönender Abschluss — es gehört damit fest zum Stundengebet und begleitet den betenden Tag. Darüber hinaus wird es zu allen großen Dankanlässen angestimmt:
- am Ende eines Jahres als Dank für empfangene Wohltaten (dazu gleich mehr),
- nach der gültigen Wahl eines Papstes,
- nach einem Sieg oder der Abwendung einer großen Gefahr,
- am Erntedankfest als Dank für die eingebrachte Ernte,
- bei Weihen, Professen, Jubiläen und jedem besonderen Grund zur Danksagung.
Te Deum an Silvester und zum Jahresschluss
Der bekannteste Anlass ist der Jahresschluss. Am Abend des 31. Dezember, an Silvester, versammeln sich die Gläubigen, um Gott für das vergangene Jahr zu danken — und dieser Dank findet im Te Deum seine vollkommene Form. Die Kirche hat mit diesem Tag einen vollkommenen Ablass verbunden: Wer am letzten Tag des Jahres öffentlich das Te Deum betet, kann ihn unter den üblichen Bedingungen (Beichte, heilige Kommunion, Gebet nach der Meinung des Papstes) gewinnen. Ein schönerer Übergang ins neue Jahr lässt sich kaum denken.
„Te Deum heute" — das tägliche Gebet in Maria Laach
Viele suchen nach dem Te Deum, weil sie es aus dem täglichen Gebet der Benediktinerabtei Maria Laach kennen. Dort wird der Lobgesang im Rahmen des klösterlichen Stundengebets gepflegt, und wer „Te Deum heute" sucht, möchte meist wissen, welcher Text an diesem Tag gebetet wird. Man muss dazu nicht in der Eifel sein: Das Te Deum lässt sich überall als kurzes Dank- und Abendgebet sprechen — es genügt ein dankbares Herz.
„Großer Gott, wir loben dich": das deutsche Te Deum-Lied
Fast jeder Deutschsprachige kennt das Te Deum, ohne es zu wissen — nämlich in Gestalt des Kirchenliedes „Großer Gott, wir loben dich". Ignaz Franz hat es 1771 als freie deutsche Paraphrase des Te Deum gedichtet. Es ist also keine wörtliche Übersetzung, sondern eine Nachdichtung, die den lateinischen Hymnus in singbare Strophen fasst („Großer Gott, wir loben dich, / Herr, wir preisen deine Stärke"). Es lohnt sich, beides zu kennen: das feierliche Lied für den Gesang in der Gemeinde und den ursprünglichen, dichten Text des Te Deum laudamus für das persönliche Gebet.
Das Te Deum in der Musik
Weil der Text so festlich ist, haben ihn große Komponisten vertont — hier verlässt man den Bereich des Gebets und betritt den des Konzerts. Georg Friedrich Händel schrieb das Dettinger Te Deum (englisch oft Dettingen Te Deum), um 1743 den Sieg bei Dettingen zu feiern. Marc-Antoine Charpentiers Te Deum kennt man von seinem berühmten Vorspiel. Auch Anton Bruckner und, in unserer Zeit, Arvo Pärt (Pärt Te Deum) haben den Hymnus vertont. So schön diese Werke sind: Sie sind Musik über das Gebet — das eigentliche Te Deum bleibt der schlichte gregorianische Choral, den die Kirche seit anderthalb Jahrtausenden singt.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „Te Deum laudamus"?
Wörtlich: „Dich, Gott, loben wir." Es sind die ersten Worte des lateinischen Hymnus und zugleich sein Name. Der ganze Gesang ist ein Lob der Heiligsten Dreifaltigkeit und ein Dank an Christus, den Erlöser.
Wann singt man das Te Deum?
Zu allen großen Dankanlässen: am Ende der Matutin der Festtage, nach der Wahl eines Papstes, nach einem Sieg oder einer überstandenen Not und vor allem am Jahresende, an Silvester.
Ist „Großer Gott, wir loben dich" das Te Deum?
Es ist eine freie deutsche Nachdichtung des Te Deum, 1771 von Ignaz Franz verfasst — nicht die wörtliche Übersetzung. Der eigentliche liturgische Text ist der oben abgedruckte („Dich, o Gott, loben wir").
Warum betet man das Te Deum an Silvester?
Als Dank für das vergangene Jahr. Mit dem öffentlichen Beten des Te Deum am letzten Tag des Jahres ist ein vollkommener Ablass unter den üblichen Bedingungen (Beichte, heilige Kommunion, Gebet nach der Meinung des Papstes) verbunden.
Wie alt ist das Te Deum?
Es geht auf das 4. Jahrhundert zurück und wird traditionell dem heiligen Ambrosius zugeschrieben — daher der Name „ambrosianischer Lobgesang". Es zählt damit zu den ältesten Hymnen der Kirche, älter als viele Litaneien und Novenen.
Wo finde ich den lateinisch-deutschen Text?
Den vollständigen Text lateinisch und deutsch, mit gesungenem Choral, findest du in der Iter-Fidei-App — ebenso wie das marianische Salve Regina und andere große Hymnen der Kirche.
In der Iter-Fidei-App findest du das Te Deum im vollen Wortlaut auf Latein und Deutsch, mit gregorianischem Choral zum Mitsingen — bereit für den Jahresschluss und jeden Tag des Dankes. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Te Deum, Text lateinisch und deutsch (Iter-Fidei prayers-api, Atom te-deum); Isaias 6,3 und Psalm 30 (31),2 nach der Allioli-Bibel; vollkommener Ablass für das öffentliche Te Deum am Jahresschluss nach der Raccolta (Sammlung der mit Ablass versehenen Gebete); Ignaz Franz, „Großer Gott, wir loben dich" (1771).