Die Sakramente
Die sieben Sakramente der katholischen Kirche
Die sieben Sakramente in ihrer Reihenfolge, jedes kurz erklärt, und was ein Sakrament nach dem Katechismus überhaupt ist.

Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente. Sie begleiten den Christen von der Wiege bis zum Sterbebett und schenken in jeder Lebenslage die Gnade Gottes. Hier zuerst die vollständige Liste in ihrer klassischen Reihenfolge, jedes in einem Satz erklärt.
Die 7 Sakramente in der Reihenfolge – Übersicht
- Die Taufe – wäscht die Erbsünde ab, macht uns zu Kindern Gottes und öffnet die Tür zu allen anderen Sakramenten.
- Die Firmung – vollendet die Taufgnade und macht uns durch den Heiligen Geist zu standhaften Streitern Christi.
- Die heilige Eucharistie – gibt uns unter der Gestalt von Brot und Wein den wahren Leib und das wahre Blut Christi zur Speise.
- Die Buße (Beichte) – vergibt die nach der Taufe begangenen Sünden und versöhnt den Sünder mit Gott und der Kirche.
- Die Letzte Ölung (Krankensalbung) – stärkt den Schwerkranken an Seele und Leib und reinigt ihn für den Übergang in die Ewigkeit.
- Die Priesterweihe – verleiht die Vollmacht, das heilige Messopfer darzubringen, die Sakramente zu spenden und die Herde zu weiden.
- Die Ehe – verbindet Mann und Frau zu einem unauflöslichen Bund und heiligt ihre Liebe und die Erziehung der Kinder.
Damit ist die häufigste Frage schon beantwortet: Es gibt sieben Sakramente – nicht mehr und nicht weniger. Diese Zahl hat die Kirche stets festgehalten; das Konzil von Trient hat sie gegen jede Verkürzung feierlich bekräftigt.
Was ist ein Sakrament? – Bedeutung und Definition
Der Katechismus des heiligen Papstes Pius X. gibt die klassische Antwort: „Unter dem Wort Sakrament versteht man ein sinnenfälliges und wirksames Zeichen der Gnade, weil alle Sakramente durch sinnenfällige Dinge die göttliche Gnade bezeichnen, die sie in unserer Seele hervorbringen.“ Eingesetzt hat sie alle Jesus Christus selbst, um unsere Seelen zu heiligen.
Um ein Sakrament zu vollziehen, „sind die Materie, die Form und ein Spender nötig, der die Absicht hat, das zu tun, was die Kirche tut“, so derselbe Katechismus: die Materie ist das sinnenfällige Ding (etwa das Wasser der Taufe, das Öl der Letzten Ölung), die Form sind die Worte, die dabei gesprochen werden. Das Wort „Sakrament" kommt vom lateinischen sacramentum, das eine heilige, verpflichtende Sache bezeichnet. Ein Sakrament ist also kein bloßes Symbol und schon gar kein Zauber- oder Glücksmittel: Es wirkt die Gnade wirklich, kraft der Verheißung Gottes, sofern wir es mit rechter Gesinnung empfangen.
Sakramente der katholischen Kirche – jedes einzeln erklärt
Die Taufe – das erste Sakrament
Die Taufe ist das Tor zu allen übrigen Sakramenten und darum das erste, das ein Mensch empfängt. Der Herr selbst hat sie geboten: „Gehet also hin, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes" (Matthäus 28,19). Und zu Nikodemus sprach er: „Wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem heiligen Geiste, so kann er in das Reich Gottes nicht eingehen" (Johannes 3,5). Mehr dazu in unserem Beitrag über das Sakrament der Taufe und über die Aufgabe des Paten.
Die Firmung
Die Firmung vollendet, was die Taufe begonnen hat. Durch die Handauflegung des Bischofs und die Salbung der Stirn mit dem heiligen Chrisam empfängt der Gefirmte die Fülle des Heiligen Geistes; sie prägt ihm, wie der Katechismus Pius' X. lehrt, das Merkmal eines Streiters Christi ein und stärkt ihn, den Glauben furchtlos zu bekennen. Ausführlich behandeln wir sie im Beitrag über das Sakrament der Firmung.
Die heilige Eucharistie
Die Eucharistie ist das erhabenste der Sakramente, denn sie enthält nicht nur Gnade, sondern den Urheber der Gnade selbst. Beim letzten Abendmahl nahm der Herr „Brot, segnete und brach es … und sprach: Nehmet hin, und esset, dies ist mein Leib" (Matthäus 26,26). Wer den Leib des Herrn zum ersten Mal empfängt, feiert die Erstkommunion; über den Empfang und die Anbetung schreiben wir im Beitrag über die heilige Eucharistie und über die heilige Kommunion.
Die Buße oder Beichte
Im Sakrament der Buße vergibt der Priester an Christi Statt die Sünden. Der Auferstandene gab den Aposteln diese Vollmacht: „Empfanget den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen" (Johannes 20,22–23). In modernen Büchern findet man dieses Sakrament oft unter dem Namen „Versöhnung"; der überlieferte und treffendere Name aber bleibt Beichte oder Buße. Wie eine gute Beichte gelingt, lesen Sie im Beitrag über die Beichte.
Die Letzte Ölung (Krankensalbung)
Die Letzte Ölung, seit der Reform von 1972 meist Krankensalbung genannt, ist nach dem Katechismus Pius' X. das Sakrament, „das eingesetzt wurde zum geistlichen und selbst leiblichen Beistand der Kranken in Todesgefahr“. Der heilige Apostel Jakobus schreibt: „Ist jemand unter euch krank, so rufe er die Priester der Kirche … und sie sollen über ihn beten, indem sie ihn mit Öl salben im Namen des Herrn" (Jakobus 5,14).
Im überlieferten Ritus des Rituale Romanum (typische Ausgabe von 1952, die mit dem Messbuch von 1962 gebraucht wird) salbt der Priester mit dem vom Bischof am Gründonnerstag geweihten Krankenöl Augen, Ohren, Nase, Mund, Hände und Füße und spricht bei jeder Salbung: Per istam sanctam unctionem et suam piissimam misericordiam, indulgeat tibi Dominus quidquid per visum deliquisti – „Durch diese heilige Salbung und seine mildeste Barmherzigkeit verzeihe dir der Herr, was du durch das Sehen gesündigt hast“, und so fort für jeden Sinn. Der 1972 erneuerte Ritus beschränkt die Salbung auf Stirn und Hände und gebraucht eine neue Formel. Näheres im Beitrag über die Krankensalbung.
Die Priesterweihe
Durch die Priesterweihe überträgt der Bischof dem Geweihten die Vollmacht, das heilige Messopfer darzubringen und die Sakramente zu spenden. Ohne dieses Sakrament gäbe es weder Eucharistie noch gültige Lossprechung. Ausführlicher im Beitrag über die Priesterweihe.
Die Ehe
Die Ehe erhebt den Bund von Mann und Frau zu einem Sakrament. Der heilige Paulus nennt sie ein Abbild der Vereinigung Christi mit seiner Kirche: „Dieses Geheimnis ist groß, ich sage aber in Christus und der Kirche" (Epheser 5,32). Sie ist unauflöslich und auf die Zeugung und Erziehung von Kindern hingeordnet. Mehr im Beitrag über das Sakrament der Ehe.
Die Einteilung der Sakramente
Die Sakramente lassen sich auf verschiedene Weise ordnen. Drei von ihnen – Taufe, Firmung und Priesterweihe – prägen der Seele ein unauslöschliches Merkmal ein und können darum nur einmal im Leben empfangen werden. Man unterscheidet ferner die Sakramente der Toten (Taufe und Buße), die dem in der Sünde befindlichen Menschen die erste Gnade schenken, von den Sakramenten der Lebendigen (die übrigen fünf), die man würdig nur im Stande der heiligmachenden Gnade empfängt.
Buße, heilige Wegzehrung (Eucharistie) und Letzte Ölung nennt man zusammen die Sterbesakramente, weil sie den Christen auf einen guten Tod vorbereiten. Nach der überlieferten Ordnung empfängt der Kranke sie in dieser Reihenfolge: Der Katechismus Pius' X. lehrt, die Letzte Ölung zu empfangen, wenn der Kranke, soweit möglich, die Sakramente der Buße und der Eucharistie empfangen hat.
Von den Sakramenten zu unterscheiden sind die Sakramentalien – etwa Weihwasser, gesegnete Kerzen oder der Segen. Sie sind nicht von Christus, sondern von der Kirche eingesetzt und wirken nicht aus sich selbst, sondern durch die Fürbitte der Kirche und unsere Andacht.
Sakramente evangelisch und orthodox
Wer nach „Sakramente evangelisch" sucht, findet einen wichtigen Unterschied: Die evangelischen Gemeinschaften kennen in der Regel nur zwei Sakramente, Taufe und Abendmahl, weil sie nur diese ausdrücklich auf ein Wort Christi zurückführen. Die orthodoxen Kirchen dagegen bekennen wie die katholische Kirche alle sieben Sakramente (dort „heilige Mysterien" genannt). Die katholische Lehre von den sieben Sakramenten ist somit die des ganzen alten, ungeteilten Christentums.
Alle Beiträge zu den Sakramenten
Taufe und Firmung
Eucharistie und heilige Messe
Buße und Krankensalbung
Priesterweihe und Ehe
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Sakrament einfach erklärt?
Ein Sakrament ist ein von Jesus Christus eingesetztes, sichtbares Zeichen, das die unsichtbare Gnade Gottes bewirkt. Beispiel: Bei der Taufe ist das Wasser das sichtbare Zeichen, die Reinigung der Seele die unsichtbare Wirkung.
Wie viele Sakramente gibt es in der katholischen Kirche?
Es gibt genau sieben: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße (Beichte), Letzte Ölung (Krankensalbung), Priesterweihe und Ehe.
Was sind die 7 Sakramente in der richtigen Reihenfolge?
Taufe, Firmung, heilige Eucharistie, Buße, Letzte Ölung, Priesterweihe und Ehe – so zählt sie das Konzil von Trient (7. Sitzung, Kanon 1) auf. Die ersten drei werden heute oft Initiationssakramente genannt, weil sie in die volle Gliedschaft der Kirche einführen.
Welche Sakramente kann man nur einmal empfangen?
Taufe, Firmung und Priesterweihe, weil sie der Seele ein unauslöschliches Prägemal einprägen. Die übrigen vier darf man wiederholt empfangen.
Was sind die Sterbesakramente?
Die Sakramente, die einen Sterbenden vorbereiten: die Beichte, die heilige Wegzehrung (die Eucharistie als letzte Kommunion) und die Letzte Ölung.
Wie viele Sakramente gibt es in der evangelischen Kirche?
In der Regel zwei: die Taufe und das Abendmahl. Die katholische und die orthodoxe Kirche bekennen dagegen alle sieben Sakramente.
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Quellen. Katechismus des heiligen Papstes Pius X., Vierter Teil (Die Sakramente im Allgemeinen; Die Letzte Ölung); Katechismus des Konzils von Trient (Catechismus Romanus), Zweiter Teil: Die Sakramente; Konzil von Trient, 7. Sitzung, Kanon 1; Rituale Romanum (typische Ausgabe 1952), Titel V: De sacramento Extremae Unctionis; Allioli-Bibel (Matthäus 26 und 28; Johannes 3 und 20; Jakobus 5; Epheser 5).