Die Sakramente
Die Erstkommunion: die erste heilige Kommunion
Was ist die Erstkommunion, wann findet sie statt und wie bereitet man sich vor? Alles über die erste heilige Kommunion, gegründet im überlieferten katholischen Glauben.

Die Erstkommunion ist der Tag, an dem ein Kind zum ersten Mal die heilige Kommunion empfängt – also zum ersten Mal den Leib Christi im Allerheiligsten Sakrament des Altares aufnimmt. Darum heißt sie auch die erste heilige Kommunion. Es ist kein bloßes Familienfest, sondern eine der wichtigsten Begegnungen im Leben eines katholischen Kindes: Der Herr selbst kommt in sein Herz.
Was ist die Erstkommunion? Bedeutung
Was ist die Erstkommunion – kurz gesagt? Das Kind empfängt erstmals die heilige Eucharistie, das Sakrament, in dem Brot und Wein durch die Wandlung wahrhaft zum Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus werden. Der Katechismus des heiligen Pius X. lehrt klar: In der heiligen Eucharistie ist unter den Gestalten von Brot und Wein wahrhaft, wirklich und wesentlich Leib, Blut, Seele und Gottheit Jesu Christi gegenwärtig. Das ist die Bedeutung der Erstkommunion: Es geht nicht um ein Symbol, sondern um die wirkliche Gegenwart Gottes.
Der Herr hat dieses Sakrament beim letzten Abendmahl eingesetzt. Der heilige Lukas berichtet in der Allioli-Übersetzung:
Und er nahm das Brot, dankte, brach es, und gab es ihnen, indem er sprach: Dieses ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Dieses tut zu meinem Gedächtnisse! (Lukas 22,19)
Und im Evangelium des heiligen Johannes spricht Jesus selbst:
Ich bin das lebendige Brot, der ich vom Himmel herabgekommen bin. […] Wer mein Fleisch isst, und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben; und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. (Johannes 6,51.55)
Wer mehr über dieses Sakrament wissen möchte, findet in unserem Beitrag zur heiligen Kommunion eine ausführliche Erklärung. Die Erstkommunion reiht sich ein unter die sieben Sakramente der Kirche.
Ablauf der Erstkommunion
Der Ablauf der Erstkommunion folgt der überlieferten heiligen Messe. Traditionell empfängt das Kind den Herrn kniend und auf die Zunge – aus Ehrfurcht vor der wirklichen Gegenwart Christi. Der typische Ablauf an diesem Tag:
- Die Kommunionkinder ziehen festlich gekleidet, meist in Weiß, in die Kirche ein.
- Es folgt die heilige Messe mit Predigt.
- Vor dem Empfang beten die Kinder still um würdige Vorbereitung; oft wird die Tauferneuerung gesprochen, in der sie ihr Taufversprechen wiederholen (siehe auch unseren Beitrag zur Taufe).
- Zur Kommunion treten die Kinder einzeln zum Altar und empfangen zum ersten Mal den Leib des Herrn.
- Nach der Messe folgen häufig eine Dankandacht und der Segen.
Wie lange dauert eine Erstkommunion? Der Gottesdienst dauert in der Regel etwa neunzig Minuten bis zwei Stunden, da die feierliche Messe länger ist als eine gewöhnliche Sonntagsmesse.
Erstkommunion Alter: wann und in welcher Klasse?
Eine der häufigsten Fragen lautet: Erstkommunion – welches Alter, wann, mit wie viel Jahren? Die überlieferte Antwort gibt der heilige Papst Pius X. In seinem Dekret Quam singulari (1910) bestimmte er, dass ein Kind zur ersten heiligen Kommunion zugelassen wird, sobald es das Alter der Unterscheidung – das sogenannte Vernunftalter – erreicht hat. Das ist ungefähr mit sieben Jahren der Fall.
Praktisch bedeutet das: Das Kind muss so weit unterscheiden können, dass es den eucharistischen Leib Christi von gewöhnlichem Brot zu trennen weiß, und es muss mit Andacht empfangen wollen. Im deutschsprachigen Raum findet die Erstkommunion darum meist im dritten Schuljahr statt, also im Alter von etwa acht bis neun Jahren. Der genaue Termin (wann ist die Erstkommunion) wird von der Pfarrei festgelegt und liegt üblicherweise in der Osterzeit, oft am Weißen Sonntag oder an einem der folgenden Sonntage.
Erstkommunion Vorbereitung und die Erstbeichte
Die Vorbereitung auf die Erstkommunion dauert im Regelfall mehrere Monate. In dieser Zeit lernt das Kommunionkind die Grundwahrheiten des Glaubens: das Vaterunser, das Gegrüßet seist du Maria, das Glaubensbekenntnis, die Zehn Gebote und vor allem, was in der heiligen Messe geschieht. Häufig begleiten Katecheten und sogenannte Tischmütter kleine Gruppen von Kindern.
Ein Punkt ist dabei von größter Wichtigkeit und darf niemals ausgelassen werden: die Erstbeichte. Vor der ersten heiligen Kommunion soll das Kind zum ersten Mal das Sakrament der Beichte empfangen. So lehrt es die überlieferte Ordnung der Kirche: Wer den Herrn empfangen will, soll zuvor die Seele reinigen. Der heilige Paulus mahnt, dass niemand unwürdig, das heißt in schwerer Sünde, kommunizieren dürfe. Die Erstbeichte ist darum keine Last, sondern ein Geschenk – das Kind lernt, dass Gott jede aufrichtig bereute Sünde verzeiht.
Dass gerade Kinder zum Herrn kommen dürfen, hat Jesus selbst eindrücklich gezeigt:
Lasset die Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht; denn für solche ist das Reich Gottes. (Markus 10,14)
Ein schönes Wort, das viele Pfarreien als Leitwort wählen, ist auch: Ihr seid meine Freunde – Jesus möchte dem Kind ein wahrer Freund sein.
Symbole und Kerze zur Erstkommunion
Zur Erstkommunion gehören seit alters bestimmte Symbole, die alle auf Christus und die Eucharistie hinweisen. Die Erstkommunionkerze erinnert an die brennende Taufkerze und an Christus, das Licht der Welt; häufig trägt sie ein Kreuz, einen Kelch oder eine Ähre. Der Fisch ist ein altes Christussymbol (griechisch Ichthys), Weizenähren und Weintrauben deuten auf Brot und Wein der heiligen Messe, die Taube steht für den Heiligen Geist, und das Kreuz für die Erlösung durch den Herrn. Wichtig bleibt: Diese Zeichen sind kein bloßer Schmuck und erst recht kein Glücksbringer, sondern sie sollen das Kommunionkind an den Herrn erinnern, den es empfängt.
Gebete zur Erstkommunion
Zur würdigen Vorbereitung und Danksagung eignen sich vor allem überlieferte Gebete. Unmittelbar vor dem Empfang betet man mit der Kirche die Worte des Hauptmanns:
Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehest unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.
Nach dem Empfang, in der Danksagung, ist das Anima Christi ein kostbares Erstkommunion-Gebet:
Seele Christi, heilige mich. Leib Christi, rette mich. Blut Christi, tränke mich. […] O gütiger Jesus, erhöre mich. Birg mich in Deinen Wunden. Lass nicht zu, dass ich je von Dir getrennt werde.
Kann ein Kind einmal nicht zur Kommunion gehen, so lehrt die Kirche die geistliche Kommunion, in der man Jesus im Herzen begrüßt. Weitere kindgerechte Texte gehören ebenso zur Vorbereitung; das Vaterunser erklären wir eigens im Beitrag zum Vaterunser, und für die Festtafel eignet sich ein schlichtes Tischgebet. Wichtig ist dabei stets: Ein Gebet oder eine Kerze wirkt niemals wie ein Glücksbringer, sondern allein durch Gottes Gnade und unser kindliches Vertrauen.
Wünsche und Sprüche zur Erstkommunion
Viele Paten und Verwandte suchen passende Wünsche zur Erstkommunion oder einen kurzen Spruch für die Glückwunschkarte. Ein christlicher Glückwunsch stellt nicht das Geschenk in den Mittelpunkt, sondern die Begegnung mit dem Herrn. Bewährt sind Worte aus der Heiligen Schrift, etwa das Wort Jesu Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete (Johannes 15,14), verbunden mit dem Wunsch, dass Gott das Kind auf seinem weiteren Glaubensweg behüte. Wer überlegt, was man zur Erstkommunion schenkt, greift gern zu bleibenden Geschenken wie einem Kreuz, einer Kinderbibel oder einem Rosenkranz. Weitere Anregungen bietet unser Beitrag zu passenden Segenswünschen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Erstkommunion einfach erklärt?
Die Erstkommunion ist der Tag, an dem ein katholisches Kind zum ersten Mal die heilige Kommunion empfängt, also den Leib Christi im Allerheiligsten Sakrament. Darum spricht man von der ersten heiligen Kommunion.
In welchem Alter hat man Erstkommunion?
Nach der Ordnung des heiligen Pius X. wird ein Kind mit dem Erreichen des Vernunftalters zugelassen, also etwa mit sieben Jahren. In der Praxis feiern die meisten Kinder die Erstkommunion im dritten Schuljahr, mit acht oder neun Jahren.
Muss man vor der Erstkommunion zur Beichte?
Ja. Vor der ersten heiligen Kommunion empfängt das Kind zum ersten Mal das Sakrament der Beichte, die Erstbeichte. So reinigt es die Seele, um den Herrn würdig aufzunehmen.
Warum heißt es Erstkommunion?
Weil es die erste Kommunion im Leben eines Menschen ist. Danach darf und soll der Gläubige regelmäßig, am besten jeden Sonntag, die heilige Kommunion empfangen.
Wie lange dauert der Gottesdienst zur Erstkommunion?
Die feierliche heilige Messe zur Erstkommunion dauert meist etwa neunzig Minuten bis zwei Stunden, oft gefolgt von einer Dankandacht.
Was kommt nach der Erstkommunion?
Nach der Erstkommunion setzt sich das Glaubensleben mit dem regelmäßigen Empfang der Sakramente fort. Das nächste große Sakrament der Reifung ist die Firmung, in der der Getaufte durch den Heiligen Geist gestärkt wird.
Iter Fidei begleitet Ihr Kommunionkind mit den überlieferten Gebeten zur heiligen Kommunion, dem Ordinarium der heiligen Messe und einer täglichen Gebetsordnung im Geist des überlieferten Glaubens. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Allioli-Bibel (Lukas 22; Johannes 6; Markus 10); Katechismus des heiligen Pius X.; Katechismus des Konzils von Trient; Dekret Quam singulari des heiligen Papstes Pius X. (1910); Gebetstexte Domine non sum dignus und Anima Christi aus der überlieferten Liturgie.