Die Sakramente
Taufpaten und Firmpaten: Aufgaben und Voraussetzungen
Was ein Taufpate und ein Firmpate ist, welche Aufgaben er hat und welche Voraussetzungen die Kirche verlangt — katholisch, ehrlich und nach der überlieferten Ordnung erklärt.

Wenn man uns bittet, Taufpate oder Firmpate zu werden, ist das eine Ehre — und zugleich ein geistliches Amt mit klaren Aufgaben und Voraussetzungen. Ein Pate ist kein bloßer Ehrengast und kein zweiter Onkel: Er vertritt bei der Taufe die Kirche und bürgt vor Gott dafür, dass das Kind im katholischen Glauben erzogen wird. Damit dieses Bürgen mehr als ein Wort ist, verlangt die Kirche vom Paten selbst, dass er im Glauben steht. Hier steht zuerst kurz, was ein Pate ist und tut, dann die Voraussetzungen — und danach die ehrlichen Antworten auf die häufigen Fragen: Pate ohne Firmung, ohne Kirche, trotz Kirchenaustritt, als Evangelischer.
Was ist ein Taufpate — und was ein Patenkind?
Der Taufpate ist ein katholischer Christ, der bei der Taufe stellvertretend für das Kind (oder mit dem Erwachsenen) den Glauben bekennt, dem Bösen widersagt und die Verpflichtung übernimmt, für die christliche Erziehung des Täuflings mitzusorgen. Das Kind, für das er einsteht, heißt sein Patenkind.
Das Patenamt ist uralt. Weil kleine Kinder den Glauben noch nicht selbst bekennen können, spricht der Pate an ihrer Stelle das Glaubensbekenntnis und antwortet auf die Fragen des Priesters. Aus dieser Stellvertretung entsteht ein wirkliches Band: Der überlieferte Catechismus Romanus (Katechismus des Konzils von Trient) und das kirchliche Recht sprechen von einer geistlichen Verwandtschaft (cognatio spiritualis), die zwischen Pate und Patenkind entsteht. Sie war früher sogar ein Ehehindernis. Der veraltete deutsche Ausdruck für den Paten lautet übrigens „Gevatter" (acht Buchstaben — die Lösung mancher Kreuzworträtsel).
Der Pate ist also weit mehr als ein Geschenkgeber. Sein Amt gründet im Auftrag des Herrn selbst: „Gehet also hin, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes" (Matthäus 28,19).
Die Aufgaben des Taufpaten
Die Aufgaben eines Taufpaten sind vor allem geistlich, nicht rechtlich. Der Pate hat keine Vormundschaft und erbt nichts — er übernimmt eine Sorge um das Seelenheil des Kindes:
- Beim Ritus: Er hält (oder berührt) das Kind, widersagt in seinem Namen dem Bösen, bekennt den Glauben und antwortet dem Priester. Was der Taufpate bei der Taufe sagt, ist das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Vaterunser — die Grundgebete des Christen.
- Danach, ein Leben lang: Er hilft den Eltern, das Kind katholisch zu erziehen, betet für sein Patenkind, gibt ihm gutes Beispiel und wacht mit, dass es die Sakramente empfängt — Erstkommunion, Firmung, Beichte.
- Als Rückhalt: Sollten die Eltern ausfallen, ist der Pate der Erste, der für den katholischen Weg des Kindes einsteht.
Diese Sorge folgt dem alten Wort der Schrift über die Weitergabe des Glaubens: „Und diese Worte … sollen in deinem Herzen bleiben, und du sollst sie deinen Kindern mitteilen" (5 Moses 6,6-7). Wer für sein Patenkind beten möchte, findet im Beitrag über den Schutzengel und in den Kindergebeten schlichte, überlieferte Worte.
Voraussetzungen: Wer kann und darf Taufpate werden?
Damit der Pate wirklich für den Glauben bürgen kann, muss er selbst glauben und praktizieren. Nach der überlieferten kirchlichen Ordnung gilt:
Ein Taufpate muss katholisch, gefirmt und praktizierender Christ sein, das nötige Alter (überliefert: 14 Jahre) erreicht haben, den Glauben kennen und ein Leben führen, das dem Amt nicht widerspricht. Ausgeschlossen sind, wer aus der Kirche ausgetreten ist, wer öffentlich vom Glauben abgefallen ist oder unter Kirchenstrafe steht — und die Eltern des Täuflings selbst.
Die Voraussetzung „katholisch und gefirmt" ist entscheidend: Nur wer die Firmung empfangen hat, ist im vollen Sinn erwachsener Christ und kann für einen anderen im Glauben einstehen. Deshalb verlangen viele Pfarreien einen Patenschein (Bescheinigung des eigenen Pfarramts, dass man katholisch, gefirmt und zum Patenamt zugelassen ist).
Taufpate ohne Firmung?
Ehrlich beantwortet: Nein. Wer nicht gefirmt ist, erfüllt die Voraussetzung nicht. Wer das Patenamt gern übernehmen möchte, aber die Firmung nie empfangen hat, kann sie als Erwachsener nachholen — ein guter Grund, den eigenen Weg zu den Sakramenten neu aufzunehmen.
Pate werden ohne Kirche oder trotz Kirchenaustritt?
Auch hier klar: Wer aus der Kirche ausgetreten ist, kann nicht Pate werden. Der Kirchenaustritt ist ein öffentliches Sich-Lossagen von der Glaubensgemeinschaft — es wäre widersinnig, dass ein solcher für die katholische Erziehung eines Kindes bürgt. Der Weg zurück führt über die Beichte und die Wiederaufnahme; danach steht dem Patenamt nichts im Weg.
Kann ein Evangelischer Taufpate sein? Pate und Taufzeuge
Ein evangelischer Christ kann nicht Taufpate im eigentlichen Sinn sein, denn der Pate bürgt für die katholische Erziehung, die er selbst nicht teilt. Als Ausweg kennt die heutige Praxis den Taufzeugen: Ein getaufter Nichtkatholik darf neben einem katholischen Paten als bloßer Zeuge der Taufe eintreten — er bezeugt, dass die Taufe gültig gespendet wurde, übernimmt aber nicht das Patenamt. Der Unterschied zwischen Taufpate und Taufzeuge ist also grundlegend: Der Pate bürgt für den Glauben, der Zeuge bestätigt nur den Vorgang.
Wie viele Taufpaten darf man haben?
Höchstens zwei — und dann ein Mann und eine Frau (Pate und Patin). Es genügt aber schon ein einziger Pate.
Zwei Paten desselben Geschlechts (etwa zwei Patinnen) sieht die überlieferte Ordnung nicht vor. Wer nur eine Person findet, die die Voraussetzungen erfüllt, hat damit alles Nötige — Qualität geht dem Amt vor Zahl.
Der Firmpate: Aufgaben und Voraussetzungen
Auch die Firmung hat ihren Paten. Der Firmpate steht bei der Firmung hinter dem Firmling, legt ihm die Hand auf die Schulter und begleitet ihn fortan im gefestigten Glauben.
- Aufgaben des Firmpaten: dem Gefirmten helfen, als reifer Christ zu leben, für ihn zu beten und ihm im Bekennen des Glaubens Vorbild zu sein.
- Voraussetzungen: dieselben wie beim Taufpaten — katholisch, selbst gefirmt, praktizierend, im nötigen Alter, nicht die Eltern des Firmlings. Ein aus der Kirche Ausgetretener kann auch nicht Firmpate sein.
Nach altem Brauch empfahl die Kirche, dass der Firmpate möglichst ein anderer sei als der Taufpate — so wird der junge Christ von mehreren im Glauben getragen. Es ist aber ebenso erlaubt, dass der Taufpate zugleich Firmpate wird.
Darf man das Patenamt ablehnen?
Ja. Niemand ist verpflichtet, ein Patenamt anzunehmen, und es ist redlicher, freundlich abzusagen, als eine Verpflichtung zu übernehmen, die man nicht tragen will oder kann. Wer nicht praktiziert, tut dem Kind keinen Gefallen, wenn er nur des Namens wegen Pate wird. Umgekehrt gilt: Wer gefragt wird — „Willst du mein Taufpate sein?" —, darf die Bitte als Anruf verstehen, den eigenen Glauben ernster zu leben.
Geschenke, Glückwünsche und das „Patenkind in Afrika"
Zum Patenamt gehören auch schöne Anlässe: die Taufe, der Geburtstag, später Erstkommunion und Firmung. Ein Taufpate schenkt seinem Patenkind traditionell etwas Bleibendes mit geistlichem Sinn — ein Kreuz, eine Kinderbibel oder eine Taufkerze — lieber als bloßes Spielzeug. Wer Glückwünsche oder einen Brief an sein Patenkind schreibt, darf ruhig einen Segenswunsch hineinlegen: dass Gott es behüte und begleite; schlichte Segenswünsche helfen dabei.
Davon zu unterscheiden ist das sogenannte „Patenkind in Afrika": Wenn Hilfswerke von einer „Patenschaft" für ein Kind sprechen, meinen sie eine regelmäßige Spende, nicht das kirchliche Patenamt in der Taufe. Beides ist gut — das eine ein Werk der Barmherzigkeit, das andere ein geistliches Amt —, doch die beiden Bedeutungen des Wortes „Patenkind" sollte man nicht verwechseln.
Häufig gestellte Fragen
Muss ein Taufpate in der Kirche sein?
Ja. Ein Taufpate muss katholisch und praktizierend sein und darf nicht aus der Kirche ausgetreten sein. Er bürgt für die katholische Erziehung des Kindes; das setzt voraus, dass er selbst zur Kirche gehört und die Sakramente empfängt.
Kann ein evangelischer Pate sein?
Als eigentlicher Pate nein. Ein getaufter evangelischer Christ kann jedoch neben einem katholischen Paten Taufzeuge sein — er bezeugt die Taufe, übernimmt aber nicht das Patenamt der Glaubenserziehung.
Kann man ohne Firmung Taufpate werden?
Nein. Die Firmung gehört zu den Voraussetzungen. Wer sie nicht empfangen hat, kann sie als Erwachsener nachholen und danach das Patenamt übernehmen.
Wie viele Taufpaten darf man haben?
Höchstens zwei, und zwar ein Mann und eine Frau. Ein einziger Pate genügt. Zwei Paten desselben Geschlechts sind nicht vorgesehen.
Wie alt muss ein Taufpate sein?
Nach der überlieferten Ordnung mindestens 14 Jahre; er muss den Glauben kennen und ihn selbst leben. Entscheidend ist weniger das genaue Alter als die katholische Reife.
Was ist der Unterschied zwischen Taufpate und Taufzeuge?
Der Taufpate ist katholisch und übernimmt die geistliche Sorge für das Kind. Der Taufzeuge ist ein nichtkatholischer Christ, der nur bezeugt, dass die Taufe gültig gespendet wurde, ohne das Patenamt zu tragen.
In der App Iter Fidei finden wir den vollständigen überlieferten Taufritus, das Glaubensbekenntnis und die Grundgebete, die jeder Pate kennen sollte, sowie Gebete für das eigene Patenkind — würdig zusammengestellt nach der Ordnung von 1962. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Allioli-Bibel (deutsche katholische Vulgata): Matthäus 28,19; Markus 16,16; 5 Moses 6,6-7. — Catechismus Romanus (Katechismus des Konzils von Trient), Vom Sakrament der Taufe und der Firmung. — Überlieferte kirchenrechtliche Ordnung (Codex Iuris Canonici 1917, cann. 762-769 zum Taufpaten, cann. 795-797 zum Firmpaten).