Der Glaube
Der Heilige Geist: die dritte göttliche Person
Wer ist der Heilige Geist? Die dritte göttliche Person, wahrer Gott mit dem Vater und dem Sohn. Wir erklären die Bibel, die Symbole, die sieben Gaben, die Früchte und das Gebet zum Heiligen Geist.

Wenn wir uns bekreuzigen — im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes — nennen wir die drei göttlichen Personen der einen Gottheit. Der Heilige Geist ist die dritte göttliche Person der allerheiligsten Dreifaltigkeit: wahrer Gott, wesensgleich mit dem Vater und dem Sohn, von beiden ausgehend. Er ist keine bloße Kraft, keine Stimmung und kein Symbol, sondern eine Person, die man anbeten und anrufen darf.
Wer ist der Heilige Geist? Die dritte göttliche Person
Der Heilige Geist ist Gott, der Herr und Lebensspender, wie wir im Glaubensbekenntnis bekennen: er wird mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und verherrlicht. Der Katechismus des heiligen Pius X. lehrt schlicht: Der Heilige Geist ist die dritte Person der allerheiligsten Dreifaltigkeit, wahrer Gott wie der Vater und der Sohn. Er geht vom Vater und vom Sohn aus (das Filioque) und ist mit ihnen ein einziger Gott — nicht drei Götter, sondern drei Personen in der einen göttlichen Natur. Das athanasische Glaubensbekenntnis sagt es knapp: „Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohne: nicht gemacht, nicht erschaffen, nicht gezeugt, sondern hervorgehend."
Auf die Frage ist der Heilige Geist eine Person und ist der Heilige Geist Gott antwortet der Glaube also klar mit Ja. Er wird als „Tröster" (Paraklet) bezeichnet, als „Geist der Wahrheit", als die Liebe, die den Vater und den Sohn von Ewigkeit her verbindet.
Was sagt die Bibel über den Heiligen Geist?
Der Herr Jesus selbst verheißt den Heiligen Geist beim letzten Abendmahl. Im Johannesevangelium (Allioli) spricht er:
Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, damit er bei euch bleibe in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit. (Johannes 14, 16-17)
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in alle Wahrheit einführen. (Johannes 16, 13)
Erfüllt wird diese Verheißung an Pfingsten, dem Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Die Apostelgeschichte berichtet:
Da entstand plötzlich vom Himmel herab ein Brausen, gleich dem eines daherfahrenden gewaltigen Windes … Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer … Und es wurden alle mit dem Heiligen Geiste erfüllet. (Apostelgeschichte 2, 2-4)
Aus verängstigten Jüngern werden furchtlose Zeugen — das ist das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche bis heute.
Die Symbole des Heiligen Geistes: Taube, Feuer, Wind
Weil der Heilige Geist reiner Geist ist, spricht die Heilige Schrift in Bildern von ihm. Drei Symbole des Heiligen Geistes kehren immer wieder:
- Die Taube. Bei der Taufe des Herrn im Jordan kam der Heilige Geist „in leiblicher Gestalt wie eine Taube" auf ihn herab. Die Taube als Symbol für den Heiligen Geist steht für Reinheit, Frieden und die Sanftmut Gottes — daher das vertraute Bild des Heiligen Geistes über Taufbecken und Altären.
- Das Feuer. Die Feuerzungen von Pfingsten zeigen den Geist, der reinigt, entzündet und mit Liebe erfüllt.
- Der Wind (Sturm). Das „Brausen eines gewaltigen Windes" bezeichnet die unsichtbare, aber wirkmächtige Gegenwart Gottes, die weht, „wo sie will".
Die sieben Gaben des Heiligen Geistes
Der Prophet Isaias kündigt die sieben Gaben des Heiligen Geistes an, die auf dem Messias — und durch ihn auf uns — ruhen (Isaias 11, 2-3):
Und der Geist des Herrn wird sich auf ihn niederlassen, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Wissenschaft und der Frömmigkeit, und der Geist der Furcht des Herrn.
Die kirchliche Tradition zählt danach die 7 Gaben des Heiligen Geistes:
- Weisheit — die göttlichen Dinge über alles zu schätzen;
- Verstand (Einsicht) — die Wahrheiten des Glaubens tiefer zu erfassen;
- Rat — im Zweifel das Rechte zu wählen;
- Stärke — das Gute auch unter Schwierigkeiten zu tun;
- Erkenntnis (Wissenschaft) — die geschaffenen Dinge im Licht Gottes zu beurteilen;
- Frömmigkeit — Gott als Vater kindlich zu lieben und zu dienen;
- Gottesfurcht — die ehrfürchtige Scheu, Gott zu beleidigen.
Diese Gaben empfangen wir zuerst in der Taufe und werden in der Firmung gestärkt und besiegelt.
Die Früchte des Heiligen Geistes
Wo der Geist wirkt, reift Frucht. Der heilige Paulus nennt die Früchte des Heiligen Geistes (Galater 5, 22-23, Allioli):
Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit.
An diesen Früchten erkennt man, ob ein Leben wirklich vom Heiligen Geist geführt wird. Wie spürt man den Heiligen Geist? Nicht in erster Linie an außergewöhnlichen Gefühlen, sondern an gewachsener Liebe, an innerem Frieden und an Beständigkeit im Guten. Das ist die eigentliche Bedeutung des Heiligen Geistes für den Alltag des Christen: er heiligt still und beständig von innen her.
Das Gebet zum Heiligen Geist: Komm, Heiliger Geist
Zwei große Gebete ruft die Kirche seit Jahrhunderten an — das Gebet zum Heiligen Geist schlechthin. Zuerst die Pfingstsequenz Veni Sancte Spiritus:
Komm, Heiliger Geist, und sende vom Himmel einen Strahl Deines Lichtes. Komm, Vater der Armen, komm, Spender der Gaben, komm, Licht der Herzen. Bester Tröster, süßer Gast der Seele, süße Erquickung … Gib Deinen Gläubigen, die auf Dich vertrauen, die heiligen sieben Gaben.
Und der ehrwürdige Hymnus Veni Creator Spiritus, den die Kirche bei Firmung, Priesterweihe und zu Pfingsten singt:
Komm, Schöpfer Geist, besuche die Seelen der Deinen, erfülle mit himmlischer Gnade die Herzen, die Du geschaffen hast. Der Du Paraklet genannt wirst, Gabe des höchsten Gottes, lebendiger Quell, Feuer, Liebe und geistliche Salbung.
Wer den Heiligen Geist um Hilfe bitten möchte, findet in diesen Texten, in der Litanei zum Heiligen Geist, im Rosenkranz zum Heiligen Geist und in der Pfingstnovene bewährte Worte. Kein Gebet wirkt dabei wie ein Zauberspruch — es wirkt durch Gottes Gnade und unser Vertrauen. Weitere feste Gebete sammeln wir unter unseren Beiträgen zur Litanei und zur Novene.
Der Heilige Geist in Taufe und Firmung
In der Taufe reinigt der Heilige Geist die Seele von der Erbsünde und macht sie zu seinem Tempel: „Wisset ihr nicht, dass ihr ein Tempel Gottes seid und der Geist Gottes in euch wohnt?" In der Firmung — unter den Sakramenten das Sakrament der Reife des Christen — empfängt der Gefirmte die Fülle des Heiligen Geistes mit seinen sieben Gaben, um den Glauben mannhaft zu bekennen. Das ganze Geheimnis der drei göttlichen Personen feiern wir eigens am Dreifaltigkeitssonntag.
Häufig gestellte Fragen
Wer oder was ist der Heilige Geist?
Der Heilige Geist ist die dritte göttliche Person der allerheiligsten Dreifaltigkeit — wahrer Gott mit dem Vater und dem Sohn, von beiden ausgehend. Er ist keine unpersönliche Kraft, sondern eine Person, die man anbeten und anrufen kann.
Ist der Heilige Geist wirklich Gott?
Ja. Er ist wesensgleich mit dem Vater und dem Sohn und wird mit ihnen „zugleich angebetet und verherrlicht", wie das Glaubensbekenntnis bekennt.
Welches sind die sieben Gaben des Heiligen Geistes?
Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Sie sind aus Isaias 11, 2-3 genommen und werden in der Firmung gestärkt.
Was ist die Sünde wider den Heiligen Geist?
Der Herr nennt sie die Sünde, die weder in dieser noch in der künftigen Welt vergeben wird. Traditionell versteht man darunter die hartnäckige Verstockung, die die Gnade und Barmherzigkeit Gottes bewusst zurückweist — nicht ein einzelnes Wort, sondern die endgültige Verweigerung der Umkehr. Wer aufrichtig bereut und zur Beichte geht, hat diese Sünde nicht begangen.
Was bewirkt der Heilige Geist in uns?
Er heiligt die Seele, schenkt Glaube, Hoffnung und Liebe, führt „in alle Wahrheit" und bringt seine Früchte hervor: Liebe, Freude, Friede und die übrigen Tugenden (Galater 5, 22).
Warum wird der Heilige Geist als Taube dargestellt?
Weil er bei der Taufe Jesu „wie eine Taube" auf ihn herabkam. Die Taube steht für Reinheit, Frieden und Sanftmut — die häufigste bildliche Darstellung des Heiligen Geistes.
In der App Iter Fidei findest Du die Pfingstsequenz, den Veni-Creator-Hymnus, die Litanei zum Heiligen Geist und die Pfingstnovene mit lateinischem Text und deutscher Übersetzung, zum Beten und Mitsingen. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Heilige Schrift nach der Allioli-Übersetzung (Isaias 11, 2-3; Johannes 14-16; Apostelgeschichte 2; Galater 5, 22-23); Katechismus des heiligen Pius X.; Römischer Katechismus (Catechismus Romanus); Hymnus Veni Creator Spiritus und Sequenz Veni Sancte Spiritus aus dem Römischen Messbuch (1962).