Der Glaube
Athanasisches Glaubensbekenntnis: Text und Erklärung
Das athanasische Glaubensbekenntnis (Quicumque) im vollständigen Text auf Deutsch und Latein: seine Herkunft, sein Platz im Brevier von 1962, seine Lehre von der Dreifaltigkeit und der Menschwerdung und der Sinn seiner strengen Schlusssätze.
Das athanasische Glaubensbekenntnis, nach seinen ersten Worten auch Quicumque genannt, ist neben dem Apostolischen und dem Nizänischen das dritte große Bekenntnis der lateinischen Kirche. In rund vierzig knappen Sätzen legt es die Lehre von der heiligsten Dreifaltigkeit und von der Menschwerdung Christi so genau dar wie kein anderes Gebet. Hier geben wir den vollständigen athanasischen Glaubensbekenntnis Text auf Deutsch und Latein und erklären Herkunft, Platz im Brevier und Bedeutung.
Athanasisches Glaubensbekenntnis: Text auf Deutsch
Der Text ist in der Kirche nicht als Lied, sondern als gesprochener oder psalmodierter Lobgesang überliefert. Wir geben ihn ungekürzt, Satz für Satz:
Wer selig werden will, muss vor allem den katholischen Glauben festhalten:
wer ihn nicht unversehrt und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel auf ewig verloren gehen.
Der katholische Glaube aber ist dieser: dass wir einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit verehren,
ohne die Personen zu vermengen noch das Wesen zu trennen.
Denn eine andere ist die Person des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes:
aber des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes Gottheit ist eine, gleich die Herrlichkeit, gleich ewig die Majestät.
Wie der Vater, so der Sohn, so der Heilige Geist.
Unerschaffen der Vater, unerschaffen der Sohn, unerschaffen der Heilige Geist.
Unermesslich der Vater, unermesslich der Sohn, unermesslich der Heilige Geist.
Ewig der Vater, ewig der Sohn, ewig der Heilige Geist.
Und dennoch sind es nicht drei Ewige, sondern ein Ewiger.
Wie es auch nicht drei Unerschaffene noch drei Unermessliche sind, sondern ein Unerschaffener und ein Unermesslicher.
Ebenso ist allmächtig der Vater, allmächtig der Sohn, allmächtig der Heilige Geist.
Und dennoch sind es nicht drei Allmächtige, sondern ein Allmächtiger.
So ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott.
Und dennoch sind es nicht drei Götter, sondern ein Gott.
So ist der Vater Herr, der Sohn Herr, der Heilige Geist Herr.
Und dennoch sind es nicht drei Herren, sondern ein Herr.
Denn wie uns die christliche Wahrheit nötigt, jede Person einzeln als Gott und Herrn zu bekennen, so verbietet uns die katholische Religion, von drei Göttern oder drei Herren zu sprechen.
Der Vater ist von niemandem gemacht: weder erschaffen noch gezeugt.
Der Sohn ist vom Vater allein: nicht gemacht, nicht erschaffen, sondern gezeugt.
Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohne: nicht gemacht, nicht erschaffen, nicht gezeugt, sondern hervorgehend.
Es ist also ein Vater, nicht drei Väter; ein Sohn, nicht drei Söhne; ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister.
Und in dieser Dreifaltigkeit ist nichts früher oder später, nichts größer oder kleiner: sondern alle drei Personen sind einander gleich ewig und gleich.
So dass in allem, wie oben schon gesagt, sowohl die Einheit in der Dreifaltigkeit als auch die Dreifaltigkeit in der Einheit zu verehren ist.
Wer also selig werden will, denke so von der Dreifaltigkeit.
Doch ist es zum ewigen Heile notwendig, dass er auch die Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus treu glaube.
Der rechte Glaube ist also, dass wir glauben und bekennen, dass unser Herr Jesus Christus, Gottes Sohn, Gott und Mensch ist.
Gott ist er, aus der Substanz des Vaters vor den Zeiten gezeugt; und Mensch ist er, aus der Substanz der Mutter in der Zeit geboren.
Vollkommener Gott, vollkommener Mensch: bestehend aus vernünftiger Seele und menschlichem Fleische.
Gleich dem Vater nach der Gottheit: geringer als der Vater nach der Menschheit.
Der, obgleich er Gott ist und Mensch, dennoch nicht zwei, sondern ein Christus ist.
Einer aber nicht durch Verwandlung der Gottheit in Fleisch, sondern durch Aufnahme der Menschheit in Gott.
Ganz und gar einer, nicht durch Vermengung des Wesens, sondern durch Einheit der Person.
Denn wie die vernünftige Seele und das Fleisch ein Mensch sind, so sind Gott und Mensch ein Christus.
Der gelitten hat für unser Heil: hinabgestiegen ist zur Hölle: am dritten Tage auferstanden von den Toten.
Aufgefahren ist zum Himmel, sitzt zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters: von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Bei seiner Ankunft müssen alle Menschen mit ihren Leibern auferstehen: und werden Rechenschaft geben über ihre eigenen Taten.
Und die Gutes getan haben, werden eingehen in das ewige Leben; die aber Böses getan haben, in das ewige Feuer.
Das ist der katholische Glaube: wer ihn nicht treu und fest glaubt, kann nicht selig werden.
Im Brevier wird das Bekenntnis wie ein Psalm mit dem kleinen Lobpreis beschlossen: „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen."
Symbolum Athanasianum: der lateinische Text
Hier der lateinische Wortlaut des Quicumque, wie ihn das Römische Brevier überliefert:
Quicumque vult salvus esse, ante omnia opus est, ut teneat catholicam fidem:
Quam nisi quisque integram inviolatamque servaverit, absque dubio in aeternum peribit.
Fides autem catholica haec est: ut unum Deum in Trinitate, et Trinitatem in unitate veneremur.
Neque confundentes personas, neque substantiam separantes.
Alia est enim persona Patris, alia Filii, alia Spiritus Sancti:
Sed Patris, et Filii, et Spiritus Sancti una est divinitas, aequalis gloria, coaeterna maiestas.
Qualis Pater, talis Filius, talis Spiritus Sanctus.
Increatus Pater, increatus Filius, increatus Spiritus Sanctus.
Immensus Pater, immensus Filius, immensus Spiritus Sanctus.
Aeternus Pater, aeternus Filius, aeternus Spiritus Sanctus.
Et tamen non tres aeterni, sed unus aeternus.
Sicut non tres increati, nec tres immensi, sed unus increatus, et unus immensus.
Similiter omnipotens Pater, omnipotens Filius, omnipotens Spiritus Sanctus.
Et tamen non tres omnipotentes, sed unus omnipotens.
Ita Deus Pater, Deus Filius, Deus Spiritus Sanctus.
Et tamen non tres Dii, sed unus est Deus.
Ita Dominus Pater, Dominus Filius, Dominus Spiritus Sanctus.
Et tamen non tres Domini, sed unus est Dominus.
Quia, sicut singillatim unamquamque personam Deum ac Dominum confiteri christiana veritate compellimur: ita tres Deos aut Dominos dicere catholica religione prohibemur.
Pater a nullo est factus: nec creatus, nec genitus.
Filius a Patre solo est: non factus, nec creatus, sed genitus.
Spiritus Sanctus a Patre et Filio: non factus, nec creatus, nec genitus, sed procedens.
Unus ergo Pater, non tres Patres: unus Filius, non tres Filii: unus Spiritus Sanctus, non tres Spiritus Sancti.
Et in hac Trinitate nihil prius aut posterius, nihil maius aut minus: sed totae tres personae coaeternae sibi sunt et coaequales.
Ita ut per omnia, sicut iam supra dictum est, et unitas in Trinitate, et Trinitas in unitate veneranda sit.
Qui vult ergo salvus esse, ita de Trinitate sentiat.
Sed necessarium est ad aeternam salutem, ut Incarnationem quoque Domini nostri Iesu Christi fideliter credat.
Est ergo fides recta, ut credamus et confiteamur, quia Dominus noster Iesus Christus, Dei Filius, Deus et homo est.
Deus est ex substantia Patris ante saecula genitus: et homo est ex substantia matris in saeculo natus.
Perfectus Deus, perfectus homo: ex anima rationali et humana carne subsistens.
Aequalis Patri secundum divinitatem: minor Patre secundum humanitatem.
Qui, licet Deus sit et homo, non duo tamen, sed unus est Christus.
Unus autem non conversione divinitatis in carnem, sed assumptione humanitatis in Deum.
Unus omnino, non confusione substantiae, sed unitate personae.
Nam sicut anima rationalis et caro unus est homo: ita Deus et homo unus est Christus.
Qui passus est pro salute nostra: descendit ad inferos: tertia die resurrexit a mortuis.
Ascendit ad caelos, sedet ad dexteram Dei Patris omnipotentis: inde venturus est iudicare vivos et mortuos.
Ad cuius adventum omnes homines resurgere habent cum corporibus suis: et reddituri sunt de factis propriis rationem.
Et qui bona egerunt, ibunt in vitam aeternam: qui vero mala, in ignem aeternum.
Haec est fides catholica, quam nisi quisque fideliter firmiterque crediderit, salvus esse non poterit.
Wer hat das athanasische Glaubensbekenntnis verfasst?
Das Bekenntnis trägt den Namen des heiligen Athanasius, des großen Bischofs von Alexandrien (um 296-373), der auf dem Konzil von Nizäa (325) und in fünf Verbannungen die wahre Gottheit Christi gegen die Arianer verteidigt hat. Eine seiner Verbannungen führte ihn nach Trier, sodass er auch mit dem deutschen Boden verbunden ist. Die Kirche feiert sein Fest am 2. Mai.
Verfasst hat Athanasius den Text jedoch nicht selbst. Das Quicumque ist ursprünglich lateinisch, nicht griechisch, und setzt Lehrentscheidungen voraus, die erst nach seinem Tod fielen, etwa die Klärungen über die eine Person Christi gegen Nestorius und Eutyches. Die Forschung verlegt seine Entstehung in das späte 5. oder frühe 6. Jahrhundert, wahrscheinlich nach Südgallien; der heilige Caesarius von Arles († 542) kennt und verwendet es bereits. Der Name ist dennoch kein Irrtum, sondern ein Ehrentitel: Das Bekenntnis fasst genau den Glauben zusammen, für den Athanasius gelitten hat. Darum nannte das Mittelalter es mit Recht „das Glaubensbekenntnis des heiligen Athanasius".
Aufbau und Lehre: Dreifaltigkeit und Menschwerdung
Das athanasische Glaubensbekenntnis hat zwei große Teile, gerahmt von drei feierlichen Sätzen über die Heilsnotwendigkeit des Glaubens.
Die heiligste Dreifaltigkeit
Der erste Teil entfaltet das Geheimnis des einen Gottes in drei Personen. Er geht zwei Irrwege zugleich ab: neque confundentes personas, die Personen nicht vermengen (wie Sabellius, der Vater, Sohn und Geist nur für drei Erscheinungsweisen hielt), neque substantiam separantes, das Wesen nicht trennen (wie Arius, der den Sohn zum Geschöpf machte). Mit einer fast musikalischen Wiederholung wird jede göttliche Eigenschaft den drei Personen zugesprochen: unerschaffen, unermesslich, ewig, allmächtig, Gott, Herr. Und jedes Mal folgt der Riegel: „und dennoch nicht drei …, sondern ein …".
Dann werden die Personen nach ihrem Ursprung unterschieden: der Vater von niemandem, der Sohn vom Vater gezeugt, der Heilige Geist vom Vater und vom Sohne hervorgehend. Hier bekennt das Quicumque den Ausgang des Heiligen Geistes „vom Vater und vom Sohne", den die lateinische Kirche auch im Credo der Messe bekennt. Am Dreifaltigkeitssonntag wird diese Lehre zum Gebet der ganzen Kirche.
Die Menschwerdung Christi
Der zweite Teil bekennt, dass unser Herr Jesus Christus „Gott und Mensch" ist: vollkommener Gott, aus dem Wesen des Vaters von Ewigkeit gezeugt, und vollkommener Mensch, aus dem Wesen seiner Mutter in der Zeit geboren. Er ist dem Vater gleich nach der Gottheit und geringer als der Vater nach der Menschheit, und doch nur ein Christus, „nicht durch Verwandlung der Gottheit in Fleisch, sondern durch Aufnahme der Menschheit in Gott". Das Bild von Seele und Leib, die zusammen einen Menschen bilden, macht die Einheit der Person anschaulich. So bekennt das Quicumque denselben Glauben wie das Johannesevangelium: „Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnet" (Johannes 1,14).
Es schließt mit den Artikeln, die auch das Apostolische Glaubensbekenntnis enthält: Leiden, Abstieg zur Unterwelt, Auferstehung, Himmelfahrt, Wiederkunft zum Gericht, Auferstehung des Fleisches und die ewige Vergeltung.
Die strengen Sätze: was sie bedeuten
Am meisten Anstoß erregen heute die sogenannten Verdammungssätze am Anfang, in der Mitte und am Ende: Wer den katholischen Glauben nicht unversehrt bewahrt, „wird ohne Zweifel auf ewig verloren gehen". Sie sind keine Härte, die das Bekenntnis erfunden hätte, sondern sie wiederholen das Wort des Herrn: „Wer glaubt und sich taufen lässt, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden" (Markus 16,16). Und der Hebräerbrief sagt: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott wohlzugefallen" (Hebräer 11,6).
Der Römische Katechismus des Konzils von Trient und der Katechismus des heiligen Pius X. lehren in diesem Sinn, dass der Glaube zum Heil notwendig ist, weil Gott selbst sich geoffenbart hat und der Mensch Ihm Glauben schuldet. Gemeint ist aber der Mensch, der die Wahrheit erkannt hat und sie bewusst verwirft oder verfälscht. Papst Pius IX. hat in der Enzyklika Quanto conficiamur moerore (1863) daran erinnert, dass Gott niemanden ewig straft, der nicht freiwillig schuldig geworden ist; wer ohne eigene Schuld in unüberwindlicher Unwissenheit lebt, wird nach diesem Maßstab gerichtet. Die strengen Sätze sind daher vor allem ein Ruf an uns selbst: den empfangenen Glauben nicht zu verwässern, sondern ihn „unversehrt und unverletzt" zu bewahren.
Ebenso klärt sich der Satz „hinabgestiegen zur Hölle": Lateinisch heißt es descendit ad inferos, „zu den Unterirdischen". Gemeint ist nicht der Ort der Verdammten, sondern die Vorhölle der Gerechten, denen Christus nach seinem Tod die Erlösung brachte. Mehr dazu in unserem Beitrag über Himmel, Hölle und das Jüngste Gericht.
Das Quicumque im Brevier von 1962
Über Jahrhunderte gehörte das athanasische Glaubensbekenntnis zum täglichen Gebet der Kirche. Im Römischen Brevier wurde es zur Prim gebetet, an den Sonntagen nach Epiphanie und nach Pfingsten, wenn das Sonntagsoffizium gefeiert wurde, und am Dreifaltigkeitssonntag. Die Vereinfachung der Rubriken von 1955 (Dekret Cum nostra hac aetate) und die Rubriken von 1960 haben diesen Gebrauch stark eingeschränkt: Im Brevier von 1962 wird das Quicumque nur noch am Dreifaltigkeitssonntag zur Prim gebetet, nach den Psalmen dieser Hore. Wer heute das Stundengebet nach dem Brevier von 1962 betet, begegnet ihm also einmal im Jahr, am Fest, dessen Geheimnis es so vollkommen ausspricht.
Auch außerhalb des Offiziums hat das Bekenntnis seinen Platz. Das Rituale Romanum nimmt es in den Ritus des großen Exorzismus auf, als feierliches Bekenntnis des wahren Glaubens gegen den Vater der Lüge. Und in der privaten Frömmigkeit beten viele Gläubige es am Dreifaltigkeitssonntag oder als Glaubensakt in Zeiten der Verwirrung.
Die drei Glaubensbekenntnisse der Kirche
Die abendländische Überlieferung kennt drei große Bekenntnisse, die man früher gemeinsam die „drei Symbole" nannte. Das Apostolische ist das alte römische Taufbekenntnis, kurz und einprägsam. Das Nizänische (genauer: Nizäno-Konstantinopolitanische) entstand auf den Konzilien von 325 und 381 und wird in der Messe gesungen. Das Athanasische ist das ausführlichste: Es ist weniger ein Taufbekenntnis als eine Lehrregel, die die Dreifaltigkeit und die Menschwerdung gegen alle Irrtümer absichert. Bemerkenswert ist, dass auch die lutherischen Bekenntnisschriften dieses Bekenntnis übernommen haben; es ist ein Erbe aus der Zeit vor der Glaubensspaltung.
Wer sich in die Lehre der Kirche über die Eucharistie vertieft, findet denselben Glauben an die Dreifaltigkeit in der Schlussstrophe des Tantum ergo wieder, die den Geist preist, der „von beiden hervorgeht".
Athanasisches Glaubensbekenntnis als PDF
Viele suchen das athanasische Glaubensbekenntnis als PDF. Eine eigene Datei bieten wir bewusst nicht an: Der vollständige Text steht oben, auf Deutsch und Latein, und lässt sich so, wie er ist, ausdrucken. Besser noch ist die App Iter Fidei: Dort steht das Quicumque mit lateinischem Text, deutscher Übersetzung und Audio bereit, eingebettet in das Brevier von 1962, auch ohne Internetverbindung. Hier frühen Zugang sichern.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das athanasische Glaubensbekenntnis?
Es ist eines der drei großen Glaubensbekenntnisse der lateinischen Kirche, nach seinem Anfang auch Quicumque genannt. In rund vierzig Sätzen legt es die Lehre von der Dreifaltigkeit und von der Menschwerdung Christi dar.
Hat der heilige Athanasius das Bekenntnis selbst geschrieben?
Nein. Der Text ist lateinisch und entstand wohl im späten 5. oder frühen 6. Jahrhundert in Südgallien. Er trägt den Namen des Athanasius, weil er genau den Glauben zusammenfasst, den dieser gegen die Arianer verteidigt hat.
Warum heißt es auch Quicumque?
Weil der lateinische Text mit den Worten Quicumque vult salvus esse beginnt: „Wer selig werden will". Liturgische Texte werden in der Kirche oft nach ihren Anfangsworten benannt.
Wann wird das athanasische Glaubensbekenntnis gebetet?
Im Brevier von 1962 einmal im Jahr, am Dreifaltigkeitssonntag zur Prim. Vor 1955 wurde es an vielen Sonntagen des Jahres zur Prim gebetet. Privat kann man es jederzeit als Glaubensakt beten.
Wie heißen die drei Glaubensbekenntnisse?
Das Apostolische Glaubensbekenntnis, das Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis, das in der Messe gesungen wird, und das Athanasische Glaubensbekenntnis.
Ist das athanasische Glaubensbekenntnis heute noch gültig?
Ja. Es ist ein von der Kirche angenommenes Bekenntnis, dessen Lehre unveränderlich ist. Dass es im Brevier seltener vorkommt, ändert nichts an seiner Autorität.
Was ist mit „athanasianisch" und „athanasisch" gemeint?
Beide Formen bezeichnen dasselbe Bekenntnis. „Athanasianisch" ist an den lateinischen Namen Symbolum Athanasianum angelehnt, „athanasisch" ist die im Deutschen häufigere Form.
In der App Iter Fidei beten wir das athanasische Glaubensbekenntnis, das Apostolische und das Nizänische Credo auf Deutsch und Latein, mit dem ganzen Brevier und dem Kalender von 1962. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Heilige Schrift nach der Allioli-Übersetzung (Markus 16,16; Johannes 1,14; Hebräer 11,6); Breviarium Romanum von 1962 (Prim des Dreifaltigkeitssonntags) und Rubricae generales von 1960; Rituale Romanum (Ritus des Exorzismus); Römischer Katechismus nach dem Beschluss des Konzils von Trient; Katechismus des heiligen Pius X.; Pius IX., Enzyklika Quanto conficiamur moerore (1863).