Die Sakramente
Die Priesterweihe: das Weihesakrament
Was ist die Priesterweihe? Bedeutung, Ablauf und Weihestufen des Weihesakraments, dazu Diakon, Zölibat und der Weg zum Priester – aus der überlieferten katholischen Lehre erklärt.

Die Priesterweihe ist das siebte der heiligen Sakramente. In ihr teilt Christus, der ewige Hohepriester, sein eigenes Priestertum ausgewählten Männern mit, damit sie an seiner Stelle das heilige Messopfer darbringen, die Sünden nachlassen und die Herde Gottes weiden. Übertragen wird sie allein durch den Bischof – wesentlich durch die Handauflegung und das begleitende Weihegebet. Sie prägt der Seele ein unauslöschliches Merkmal ein und kann darum, wie die Taufe und die Firmung, niemals wiederholt werden.
Was ist die Priesterweihe? Bedeutung des Weihesakraments
Das Weihesakrament (lateinisch ordo) ist jenes Sakrament, durch das die Sendung, die Christus seinen Aposteln anvertraut hat, bis ans Ende der Zeiten fortdauert. Beim letzten Abendmahl setzte der Herr zugleich die heilige Eucharistie und das Priestertum ein, als er sprach:
Und er nahm das Brot, dankte, brach es, und gab es ihnen, indem er sprach: Dieses ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Dieses tut zu meinem Gedächtnisse! (Lukas 22,19)
„Dieses tut“ – mit diesen Worten machte er die Apostel zu Priestern des Neuen Bundes. Nach seiner Auferstehung verlieh er ihnen überdies die Gewalt, Sünden zu vergeben:
Da er dies gesagt hatte, hauchte er sie an, und sprach zu ihnen: Empfanget den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen. (Johannes 20,22-23)
Der Priester handelt also nicht aus eigener Vollmacht, sondern in persona Christi – an Christi Statt. Der Hebräerbrief fasst die Bedeutung des Priestertums zusammen: „Jeder Hoherpriester wird als einer, der aus den Menschen genommen, für Menschen bestellt in ihren Angelegenheiten bei Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden” (Hebräer 5,1). Und keiner nimmt sich diese Würde selbst, „sondern wer von Gott berufen wird, wie Aaron“ (Hebräer 5,4). Darum ist die Priesterweihe kein Beruf, den man ergreift, sondern eine Berufung, die man empfängt.
Die Weihestufen: Diakon, Priester, Bischof
Das Sakrament der Priesterweihe kennt drei Stufen, die aufeinander aufbauen:
- Der Diakonat. Der Diakon (griechisch für „Diener“) ist die erste Stufe der höheren Weihen. Er darf feierlich das Evangelium verkünden und predigen, die Taufe spenden, die heilige Kommunion austeilen und assistiert dem Priester am Altar. Das Messopfer darbringen und die Beichte hören darf er nicht.
- Das Priestertum. Der geweihte Priester empfängt die Vollmacht, das heilige Messopfer darzubringen, die Sünden im Sakrament der Beichte nachzulassen und die Kranken zu salben. Er ist der ordentliche Spender der meisten Sakramente.
- Der Episkopat. Die Bischofsweihe ist die Fülle des Weihesakraments. Der Bischof allein kann weihen und ist der ordentliche Spender der Firmung. Als Nachfolger der Apostel leitet er ein Bistum.
In der überlieferten römischen Liturgie geht diesen höheren Weihen ein langer Aufstieg voraus: Nach der Tonsur empfängt der Kandidat zunächst die vier niederen Weihen – Ostiarier (Türhüter), Lektor (Vorleser), Exorzist und Akolyth –, danach das Subdiakonat, und erst dann Diakonat und Priestertum – ein sinnbildlicher Weg geistlicher Reifung.
Was ist ein Diakon? Aufgaben und Fragen
Weil so viele Menschen fragen, was ein Diakon in der katholischen Kirche ist: Der Diakon steht auf der ersten Stufe der Weihe und ist zum Dienst am Altar, am Wort und an der Nächstenliebe geweiht. Zu seinen Aufgaben gehören das Verkünden des Evangeliums, das Predigen, das Taufen und der Dienst am Altar. Sein liturgisches Gewand ist die Dalmatik, und die Stola trägt er quer über die linke Schulter – ein sichtbares Zeichen seiner Weihestufe. Wer nach der überlieferten Ordnung Diakon wird, empfängt diese Weihe als Durchgangsstufe auf dem Weg zum Priestertum und ist zum Zölibat verpflichtet. Der ständige Diakonat verheirateter Männer gehört zu den Fragen der kirchlichen Disziplin jüngerer Zeit.
Priester werden: Weg, Voraussetzungen und Ausbildung
Wer katholischer Priester werden möchte, tritt gewöhnlich in ein Priesterseminar ein. Die Voraussetzungen sind die gültige Taufe und Firmung des Mannes, ein aufrichtiges Streben nach Heiligkeit und die Bereitschaft, das ganze Leben Gott und der Kirche zu weihen. Die Ausbildung umfasst Jahre des Gebets, des Studiums der Philosophie und der heiligen Theologie sowie der geistlichen Formung, ehe der Bischof den Kandidaten Stufe um Stufe zur Weihe zulässt. Es ist ein Weg der Prüfung – denn das Priestertum ist keine Auszeichnung, sondern ein Opfer. Empfängt ein Ordensmann, also ein Mönch, die Priesterweihe, so wird er als Pater angeredet – im Unterschied zum bloßen Ordensbruder, der die Weihe nicht empfangen hat.
Der Ablauf der Priesterweihe
Der Ablauf der Priesterweihe im überlieferten Ritus ist von großer Ehrfurcht geprägt. Nach der Vorstellung und Prüfung der Kandidaten werfen sich diese zur Erde nieder (Prostration), während die ganze Kirche in der Allerheiligenlitanei den Beistand der Heiligen erfleht. Es folgen die tragenden Symbole des Sakraments:
- die Handauflegung des Bischofs, still und ohne Worte – die wesentliche Gebärde des Sakraments;
- das feierliche Weihegebet, oft eingeleitet vom Veni Creator Spiritus: „Komm, Schöpfer Geist, besuche die Seelen der Deinen, erfülle mit himmlischer Gnade die Herzen, die Du geschaffen hast“;
- die Salbung der Hände mit dem heiligen Chrisam, damit sie fähig werden, das Allerheiligste zu berühren;
- die Überreichung von Kelch und Patene mit Brot und Wein – die Übergabe der Vollmacht, das heilige Messopfer zu feiern.
Am Ende der Weihe stimmt die Kirche das große Danklied Te Deum an. So reiht sich der Priester in die Kette derer, von denen der heilige Paulus schreibt: „Vernachlässige nicht die Gnadengabe, die in dir ist, welche dir durch Weissagung mit Handauflegung der Priester verliehen ward“ (1 Timotheus 4,14).
Der Zölibat: Bedeutung und Herkunft
Der Zölibat (auch: das Zölibat, von lateinisch caelibatus, „ehelose Lebensweise“) ist die Verpflichtung der Kleriker der höheren Weihen zur vollkommenen Enthaltsamkeit und Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen. Seine Bedeutung: Der Priester gibt sich ungeteilt Christus und der Kirche hin, wie der Herr selbst und der heilige Paulus ehelos lebten. Der Zölibat ist eine Disziplin der lateinischen Kirche, nicht eine Glaubenswahrheit – doch wurzelt er tief in der apostolischen Überlieferung und wird von den Vätern bezeugt.
Auf die häufige Frage, seit wann es den Zölibat gibt: Die Verpflichtung zur Enthaltsamkeit reicht in die frühe Kirche zurück und wurde auf Synoden schon im vierten Jahrhundert schriftlich festgehalten; die verbindliche Ehelosigkeit der Weihekandidaten festigte sich im Laufe des ersten Jahrtausends. Der Zölibat ist also kein Erlass eines einzelnen Papstes, sondern eine gewachsene Ordnung. Was im Zölibat „erlaubt“ ist, ergibt sich aus seinem Wesen: ein Leben der Keuschheit, des Gebets und der ungeteilten Hingabe.
Warum empfangen nur Männer die Priesterweihe?
Die Kirche kann die Priesterweihe gültig nur getauften Männern spenden. Das ist keine Geringschätzung der Frau – man denke an die überragende Würde der allerseligsten Jungfrau Maria –, sondern Treue zum Willen Christi. Der Herr hat allein Männer zu Aposteln berufen, und die Kirche hat sich stets an diese Einsetzung gebunden gewusst. Sie handelt hier nicht nach eigenem Gutdünken, sondern bewahrt, was ihr anvertraut ist.
Wer einem neugeweihten Priester Glück wünschen möchte, findet die schönsten Worte im Gebet: dass der Herr ihn heilige und bewahre. Ein Wort des Hebräerbriefs eignet sich als Spruch zur Priesterweihe: „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedechs“ (Hebräer 7,17).
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Diakon in der katholischen Kirche?
Ein Diakon ist ein zum Dienst geweihter Kleriker der ersten höheren Weihestufe. Er darf das Evangelium verkünden, predigen, taufen und die Kommunion austeilen, aber nicht das Messopfer feiern oder die Beichte hören. Genau darin liegt der Unterschied zwischen Diakon und Pfarrer: Der Pfarrer ist ein geweihter Priester mit voller sakramentaler Vollmacht.
Darf ein Diakon heiraten?
Nach der überlieferten Ordnung der lateinischen Kirche ist der Diakon zum Zölibat verpflichtet, weil der Diakonat die Vorstufe zum Priestertum ist. Die Frage des verheirateten ständigen Diakonats gehört zu den jüngeren disziplinären Regelungen.
Was bedeutet Zölibat?
Zölibat bedeutet die freiwillig übernommene Ehelosigkeit und vollkommene Enthaltsamkeit des Klerikers um des Himmelreiches willen, damit er sich ungeteilt Christus und der Kirche hingeben kann.
Seit wann gibt es den Zölibat?
Die Enthaltsamkeit der Priester ist seit der frühen Kirche bezeugt und wurde schon im vierten Jahrhundert auf Synoden schriftlich geregelt. Sie ist eine gewachsene Ordnung, nicht die Erfindung eines einzelnen Papstes.
Wie wird man Priester?
Man tritt in ein Priesterseminar ein und durchläuft Jahre des Gebets, des Studiums der Philosophie und Theologie und der geistlichen Formung. Danach lässt der Bischof den Kandidaten schrittweise zu den Sakramenten der Weihe zu.
Ist die Priesterweihe eines der sieben Sakramente?
Ja. Die Priesterweihe ist das siebte Sakrament. Wie die Ehe dient sie dem Aufbau und der Heiligung der Kirche und steht in enger Verbindung mit der Eucharistie, auf die sie zugeordnet ist.
Die Priesterweihe erinnert uns daran, dass jede heilige Kommunion aus der Hand eines von Christus berufenen Priesters kommt. Beten wir darum um heilige Berufungen.
Iter Fidei begleitet Ihren Glauben mit den überlieferten Gebeten der Kirche – vom Veni Creator bis zum Te Deum – und erklärt die sieben Sakramente treu nach der überlieferten Lehre. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Heilige Schrift nach der Allioli-Übersetzung (Lukas 22,19; Johannes 20,22-23; 1 Timotheus 4,14; Hebräer 5,1-6; 7,17); Catechismus Romanus (Katechismus des Konzils von Trient), Teil II, Über das Weihesakrament; Katechismus des heiligen Papstes Pius X.; Pontificale Romanum, Ritus der Weihen; Hymnus Veni Creator Spiritus.