Das Kirchenjahr
Christi Himmelfahrt: die Auffahrt des Herrn
Christi Himmelfahrt fällt 2026 auf den 14. Mai, vierzig Tage nach Ostern. Wir erklären, was wir an diesem Fest feiern, was die Bibel berichtet und warum der Tag kein bloßer Vatertag ist.

Vierzig Tage nach der Auferstehung schied der Herr sichtbar von seinen Jüngern und fuhr auf in den Himmel. Dieses Ereignis feiert die Kirche an Christi Himmelfahrt. Wer nach dem Datum sucht oder wissen möchte, was an Christi Himmelfahrt eigentlich geschah und gefeiert wird, findet hier beide Antworten — und den Unterschied zu dem, was viele nur noch als freien Donnerstag kennen.
Wann ist Christi Himmelfahrt 2026?
Christi Himmelfahrt fällt 2026 auf Donnerstag, den 14. Mai. Das Fest ist beweglich: Es wird immer am vierzigsten Tag nach Ostern begangen und liegt darum stets an einem Donnerstag. Weil das Osterdatum jedes Jahr wechselt — Ostern ist der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond —, verschiebt sich auch die Auffahrt des Herrn mit ihm. 2026 ist Ostersonntag der 5. April; zählt man vierzig Tage weiter, gelangt man zum 14. Mai. Zehn Tage später folgt Pfingsten, das Fest der Sendung des Heiligen Geistes.
Die Zahl vierzig ist nicht willkürlich. Die Heilige Schrift berichtet ausdrücklich, dass sich der Auferstandene über diesen Zeitraum hin seinen Aposteln zeigte, ehe er zum Vater zurückkehrte.
Was feiern wir an Christi Himmelfahrt?
An Christi Himmelfahrt feiern wir, dass Jesus Christus mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Vaters aufgenommen wurde. Die Erlösung, die am Kreuz vollbracht und in der Auferstehung besiegelt worden war, findet hier ihre Krönung: Der menschgewordene Gottessohn nimmt unsere menschliche Natur mit in den Himmel und geht uns voraus, um uns dort eine Stätte zu bereiten. Christi Himmelfahrt ist damit kein Abschied ins Leere, sondern die Verklärung dessen, wohin auch wir berufen sind.
Zugleich beginnt an diesem Tag eine neue Weise der Gegenwart Christi. Er entzieht sich den leiblichen Augen, damit die Kirche fortan im Glauben, in den heiligen Sakramenten und im Gebet mit ihm lebt. Darum löscht der Priester in der Liturgie nach dem Evangelium die Osterkerze, das Zeichen des sichtbar gegenwärtigen Auferstandenen — ein stiller Hinweis darauf, dass der Herr nun zur Rechten des Vaters thront.
Die Auffahrt Jesu in den Himmel in der Bibel
Drei Stellen der Heiligen Schrift bezeugen das Fest. Am ausführlichsten schildert es die Apostelgeschichte in der Übersetzung des Allioli:
Als er dies gesagt hatte, ward er vor ihren Blicken emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, hinweg aus ihren Augen. […] Ihr Männer von Galiläa! was stehet ihr und schauet gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen ist, wird ebenso kommen, wie ihr ihn in den Himmel habt auffahren sehen. (Apostelgeschichte 1, 9.11)
Kurz zuvor gibt der Herr den Aposteln den Auftrag, der ihr ganzes weiteres Leben bestimmen wird: „ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der über euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an die Grenzen der Erde" (Apostelgeschichte 1, 8).
Der Evangelist Markus fasst dasselbe Geschehen in einem Satz zusammen, der zugleich das ganze Glaubensbekenntnis berührt:
Und nachdem der Herr Jesus zu ihnen gesprochen hatte, ward er in den Himmel aufgenommen, und sitzet zur Rechten Gottes. (Markus 16, 19)
Der heilige Lukas endet sein Evangelium mit dem Bild des segnenden Herrn:
Er führte sie aber nach Bethanien hinaus; und seine Hände erhebend, segnete er sie. Und es geschah, während er sie segnete, schied er von ihnen, und fuhr auf in den Himmel. Und sie beteten ihn an, und kehrten nach Jerusalem mit großer Freude zurück. (Lukas 24, 50–52)
Bemerkenswert ist diese Freude. Die Jünger trauern nicht wie über einen Verstorbenen; sie kehren jubelnd heim, weil sie begriffen haben, dass ihr Meister nicht in die Ferne, sondern in seine Herrlichkeit gegangen ist.
Was bedeutet Christi Himmelfahrt für uns?
Der heilige Benediktinerabt Dom Guéranger sieht in der Himmelfahrt das Fest der Hoffnung schlechthin: Wo das Haupt vorangegangen ist, dürfen die Glieder folgen. Weil Christus als Mensch beim Vater thront, ist der Himmel dem Menschengeschlecht wahrhaft geöffnet. Das gibt dem Morgengebet wie dem Abendgebet eine feste Richtung: Wir beten zu einem Herrn, der uns vorausgegangen ist und uns erwartet.
Zugleich verpflichtet uns das Fest. Der Auftrag, Zeugen zu sein „bis an die Grenzen der Erde", gilt nicht nur den elf Aposteln, sondern jedem Getauften. Die zehn Tage bis Pfingsten, in denen die Jünger einmütig im Gebet verharrten, gelten seit alters als die erste Novene der Kirche — eine Einladung, auch heute die Woche zwischen Auffahrt und Geistsendung als Zeit erwartungsvollen Betens zu begehen.
Warum ist Christi Himmelfahrt ein Feiertag?
Christi Himmelfahrt ist ein gebotener Feiertag, weil die Kirche das Fest von jeher zu den höchsten des Jahres zählt, gleich nach Weihnachten, Ostern und Pfingsten. In Deutschland ist der Tag in allen Bundesländern gesetzlicher Feiertag — von Bayern und Baden-Württemberg über Nordrhein-Westfalen und Hessen bis Berlin, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen. Auch in Österreich, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Italien und Polen ist Christi Himmelfahrt arbeitsfrei; im Englischen heißt das Fest Ascension Day oder Feast of the Ascension. Der freie Tag ist also die Folge des kirchlichen Festes, nicht sein Ursprung.
Der Unterschied zwischen Christi Himmelfahrt und Vatertag
Hier liegt das große Missverständnis. Vielerorts wird der Tag nur noch als „Vatertag" mit Bollerwagen und Ausflügen begangen. Dieser Brauch ist weltlichen Ursprungs und hat mit dem Fest nichts zu tun. Christi Himmelfahrt feiert nicht die irdischen Väter, sondern die Auffahrt des Sohnes zum himmlischen Vater. Der Name „Vatertag" hat sich lediglich an das Datum angehängt. Wer den Tag christlich begehen möchte, geht zur heiligen Messe — dort, nicht auf der Wiese, liegt sein eigentlicher Sinn.
Christi Himmelfahrt für Kinder erklärt
Kindern lässt sich das Fest einfach nahebringen: Nach Ostern blieb Jesus noch eine Weile bei seinen Freunden, den Aposteln. Er zeigte ihnen, dass er wirklich lebt, und sprach mit ihnen. Dann, nach vierzig Tagen, segnete er sie, hob die Hände und wurde vor ihren Augen in den Himmel emporgehoben, bis eine Wolke ihn verbarg. Zwei Engel sagten den staunenden Aposteln: Jesus ist beim Vater, und eines Tages kommt er wieder. Darum sind die Freunde Jesu nicht traurig heimgegangen, sondern froh — denn Jesus ist nicht fort, er ist nur nicht mehr zu sehen, und er hört uns, wann immer wir beten. Ein schlichtes Kindergebet am Abend dieses Tages kann diese Freude aufgreifen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Christi Himmelfahrt?
Christi Himmelfahrt ist das Fest, an dem die Kirche die Aufnahme Jesu Christi in den Himmel feiert. Vierzig Tage nach der Auferstehung fuhr der Herr vor den Augen seiner Apostel auf und sitzt seither zur Rechten Gottes des Vaters.
Wann ist Christi Himmelfahrt 2026 und 2027?
2026 fällt Christi Himmelfahrt auf Donnerstag, den 14. Mai. Da das Fest an Ostern gebunden ist, wechselt das Datum jährlich; 2027, wenn Ostern auf den 28. März fällt, wird Christi Himmelfahrt am 6. Mai begangen.
Warum ist Christi Himmelfahrt immer an einem Donnerstag?
Weil der Tag genau vierzig Tage nach dem Ostersonntag liegt. Zählt man von einem Sonntag vierzig Tage weiter, landet man stets an einem Donnerstag. Die Vierzigzahl entstammt dem Bericht der Apostelgeschichte.
Was ist der Unterschied zwischen Christi Himmelfahrt und Vatertag?
Christi Himmelfahrt ist das kirchliche Fest der Auffahrt des Herrn zum Vater. Der „Vatertag" ist ein weltlicher Brauch, der sich nur an dasselbe Datum angehängt hat. Beide teilen den Kalendertag, aber nicht den Sinn.
Was geschah an Christi Himmelfahrt in der Bibel?
Nach Apostelgeschichte 1 und Lukas 24 führte Jesus seine Jünger hinaus, segnete sie mit erhobenen Händen und wurde emporgehoben, bis eine Wolke ihn den Blicken entzog. Zwei Engel verhießen seine Wiederkunft am Ende der Zeiten.
Ist Christi Himmelfahrt katholisch oder evangelisch?
Christi Himmelfahrt wird von der katholischen wie der evangelischen Kirche gefeiert, denn die Auffahrt des Herrn gehört zum gemeinsamen Bekenntnis: „aufgefahren in den Himmel", wie es das Apostolische Glaubensbekenntnis bezeugt.
In Iter Fidei findet ihr das Stundengebet und die Texte der heiligen Messe zu Christi Himmelfahrt, das Apostolische Glaubensbekenntnis und Gebete für die Tage bis Pfingsten, um das Fest im Geist der überlieferten Kirche zu begehen. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Allioli-Bibel (Apostelgeschichte 1, 6–11; Markus 16, 19–20; Lukas 24, 50–53); Dom Prosper Guéranger, Das Kirchenjahr (L'Année liturgique), Band Osterzeit; Katechismus des heiligen Pius X.; Apostolisches Glaubensbekenntnis nach dem Text der prayers-api von Iter Fidei.