Der Glaube
Der Teufel und Satan
Wer ist der Teufel wirklich? Kein Fabelwesen und keine Filmfigur, sondern ein gefallener Engel. Wir erklären den Engelsturz Luzifers, die Namen Satans, die Versuchung Jesu und wie wir uns durch Gebet und Sakramente schützen.

Der Name des Teufels begegnet uns heute überall: in Filmtiteln, Romanen und Redensarten. Dabei geht fast verloren, wer der Teufel nach der Heiligen Schrift und der katholischen Lehre wirklich ist. Er ist kein Symbol und kein finsterer Gegengott, sondern ein geschaffenes Wesen: ein Engel, der aus freiem Willen gegen Gott gefallen ist. Diesen Glauben halten wir nüchtern fest, denn das rechte Mittel gegen den Bösen ist nicht die Furcht, sondern Christus.
Wer ist der Teufel? Ein gefallener Engel
Der Teufel ist ein reiner Geist, den Gott gut und vollkommen erschaffen hat und der durch eigene Schuld böse geworden ist. Die Engel sollten Gott dienen und ihn schauen; ein Teil von ihnen aber verweigerte im entscheidenden Augenblick den Gehorsam. Ihr Anführer ist jener Engel, der einst zu den höchsten und schönsten zählte und den die Überlieferung Luzifer, den "Lichtträger", nennt.
Die Frage "gibt es den Teufel wirklich?" beantwortet der Glaube also klar mit Ja. Er ist real, aber ein Geschöpf, das Christus und der Gnade Gottes unendlich unterlegen ist: ein besiegter Feind.
Luzifer und der Engelsturz
Warum wurde Luzifer aus dem Himmel verbannt? Die Väter der Kirche haben in einem Wort des Propheten Isaias das Bild dieses Hochmuts gelesen. Der Prophet spricht vom König von Babylon, doch die Überlieferung sieht darin den Sturz des höchsten Engels vorgezeichnet:
Wie bist du vom Himmel niedergestürzt, du Glanzgestirn, das früh aufging! wie bist du zur Erde gestürzt, der du die Völker verwundetest! Du sprachest doch in deinem Herzen: Zum Himmel will ich emporsteigen, über die Sterne Gottes meinen Thron erhöhen ... Ich will emporsteigen über der Wolken Höhen, gleich sein dem Allerhöchsten! Aber in die Unterwelt wirst du hinabgestürzt, in die Tiefe des Pfuhles. (Isaias 14,12–15)
Das ist der Kern des Falles: "Ich will sein wie der Höchste." Der schönste Engel wollte nicht dienen, sondern selbst wie Gott sein. Die Offenbarung des heiligen Johannes zeigt die Antwort auf diesen Aufstand:
Und es erhob sich ein großer Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen ... Und jener große Drache ward hinabgeworfen, die alte Schlange, welcher Teufel genannt wird und Satan, welcher die ganze Welt verführt; er ward hinabgeworfen auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen. (Apokalypse 12,7.9)
Der Herr selbst bestätigt es in einem Wort: "Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen" (Lukas 10,18). Mit Luzifer stürzten jene Engel, die sich ihm anschlossen; sie sind seither die Dämonen. Wer mehr über den himmlischen Widersacher erfahren will, findet ihn beim Erzengel Michael, dessen Name "Wer ist wie Gott?" gerade die Antwort auf Luzifers Hochmut ist.
Die Namen des Teufels und ihre Bedeutung
Die Schrift gibt dem Bösen viele Namen, und jeder sagt etwas über ihn. Was bedeutet der Name Satan? Er kommt aus dem Hebräischen und heißt "Widersacher" oder "Ankläger". So nennt ihn der heilige Petrus: "euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen könne" (1. Petrus 5,8). Das Wort Teufel stammt vom griechischen diabolos, dem "Durcheinanderwerfer" und Verleumder. Weitere Namen der Schrift sind:
- Luzifer – der gefallene "Lichtträger", nach Isaias 14
- der Böse – so beten wir im Vaterunser: "erlöse uns von dem Bösen"
- der Versucher – so heißt er bei der Versuchung Jesu (Matthäus 4,3)
- die alte Schlange – nach dem Sündenfall im Paradies (Genesis 3)
- der Vater der Lüge und Menschenmörder von Anbeginn (Johannes 8,44)
- der Fürst dieser Welt, Beelzebub, der Drache
Luzifer, Satan und der Teufel sind dabei ein und dasselbe Wesen; die verschiedenen Namen betonen nur verschiedene Seiten seiner Bosheit. Kein Name macht ihn groß: Sie alle zeigen einen Lügner und Zerstörer.
Wie sieht der Teufel aus?
Viele fragen, wie der Teufel laut Bibel aussieht. Die ehrliche Antwort: Als reiner Geist hat er keine Gestalt, keine Hörner, keinen Schwanz und keinen Bocksfuß. Diese Bilder sind spätere Volksdarstellungen, nicht die Lehre der Kirche. Wenn die Schrift Bilder gebraucht, redet sie vom "brüllenden Löwen" oder von der "alten Schlange" – Bilder für seine Hinterlist, nicht für ein Aussehen. Gerade darin liegt seine Tücke: Der heilige Paulus warnt, dass der Satan sich sogar "in einen Engel des Lichtes verstellt". Er tritt selten als Schreckgestalt auf, sondern getarnt.
Was will der Teufel?
Der Teufel will eines: die Seelen von Gott trennen. Zwingen kann er uns nicht, denn unsere Freiheit bleibt unantastbar; er kann nur versuchen, das heißt zur Sünde reizen, verwirren und entmutigen. Sein liebstes Werkzeug ist die Lüge. Deshalb ist die Sünde – und nicht irgendein Gruseleffekt – seine eigentliche Waffe; sie öffnet ihm die Tür. Über das erste Werk seiner Verführung sprechen wir im Beitrag zur Erbsünde.
Die Versuchung Jesu
Wie der Teufel arbeitet, zeigt keine Szene deutlicher als die Versuchung Jesu in der Wüste. Nach vierzig Tagen des Fastens tritt der Versucher an den Herrn heran und scheitert dreimal am Wort Gottes:
Und es trat der Versucher zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden! Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: Nicht vom Brote allein lebt der Mensch, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes hervorgeht. ... Da sprach Jesus zu ihm: Weiche, Satan! denn es steht geschrieben: Den Herrn deinen Gott sollst du anbeten und ihm allein dienen! Hierauf verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm. (Matthäus 4,3–4.10–11)
Der Teufel greift die drei großen Schwachstellen an: die Begierde, den geistlichen Hochmut und die Machtgier. Jesus antwortet mit dem Wort Gottes und dem Gehorsam gegen den Vater. Das "Weiche, Satan!" des Herrn ist die Vollmacht, aus der auch wir leben dürfen. Zugleich zeigt die Wüstenszene, dass Versuchung selbst keine Sünde ist – auch der sündenlose Christus wurde versucht. Sünde beginnt erst mit der Einwilligung.
Wie schützt man sich vor dem Teufel?
Der Schutz vor dem Bösen ist niemals ein magischer Trick, kein Amulett und keine Zauberformel. Ein Gebet oder Sakrament wirkt aus der Gnade Gottes und unserem Vertrauen, nie als "unfehlbarer" Mechanismus. Die Kirche gibt uns bewährte Mittel:
- Die heiligen Sakramente, vor allem die häufige Beichte und die würdig empfangene heilige Kommunion.
- Das Gebet, besonders der Rosenkranz; die Gottesmutter, deren Ferse der Schlange den Kopf zertritt (Genesis 3,15), ist dem Bösen unerträglich.
- Das Gebet zum heiligen Erzengel Michael, das Papst Leo XIII. der Kirche geschenkt hat:
Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe; sei unser Schutz gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels. Gott gebiete ihm, so flehen wir demütig; und Du, Fürst der himmlischen Heerscharen, stoße den Satan und die anderen bösen Geister, die zum Verderben der Seelen in der Welt umhergehen, durch die göttliche Kraft in die Hölle hinab. Amen.
Dazu gehören das Weihwasser, das Kreuzzeichen, der Schutz durch die Schutzengel und ein wachsames Leben. Bei wirklicher dämonischer Bedrängnis ist große Behutsamkeit geboten; vieles, was wie das Wirken des Bösen aussieht, ist in Wahrheit Krankheit. Was die Kirche darüber lehrt, behandeln wir im Beitrag über Dämonen und Exorzismus. Und wer die Endzeitgestalt des Widersachers verstehen will, findet mehr im Beitrag über den Antichrist – ohne jede Spekulation über Tag und Stunde.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es den Teufel wirklich?
Ja. Nach der Heiligen Schrift und der beständigen Lehre der Kirche ist der Teufel ein wirklicher gefallener Engel, kein bloßes Sinnbild für das Böse. Zugleich ist er ein Geschöpf, Gott unterworfen und in seiner Macht begrenzt.
Wer war Luzifer und wie wurde er zum Teufel?
Luzifer, der "Lichtträger", war ein hoher Engel, der sich aus Hochmut gegen Gott auflehnte ("Ich will sein wie der Höchste", nach Isaias 14). Beim Engelsturz wurde er aus dem Himmel geworfen (Apokalypse 12) und ist seither der Teufel.
Was bedeutet der Name Satan?
"Satan" ist hebräisch und heißt Widersacher oder Ankläger. "Teufel" kommt vom griechischen diabolos, dem "Verleumder". Beide Namen meinen dasselbe Wesen: Er widersteht Gott und verklagt den Menschen.
Wie sieht der Teufel aus?
Der Teufel ist ein reiner Geist und hat keine sichtbare Gestalt. Hörner, Schwanz und Bocksfuß stammen aus der Volkskunst, nicht aus der Bibel. Die Schrift nennt ihn "brüllender Löwe" und "alte Schlange" – Bilder seiner Hinterlist.
Was will der Teufel von uns?
Er will die Seele von Gott trennen. Zwingen kann er niemanden; er kann nur versuchen und entmutigen. Seine Hauptwaffe ist die Lüge, sein Ziel unsere Einwilligung in die Sünde.
Wie kann ich mich vor dem Teufel schützen?
Durch das Leben in der Gnade: die Sakramente (Beichte und Kommunion), das tägliche Gebet, den Rosenkranz und das Michaelsgebet. Nicht als Zauber, sondern im Vertrauen auf Gott, dem der Böse niemals gewachsen ist.
In der App Iter Fidei findest du das Gebet zum heiligen Erzengel Michael, den Rosenkranz und tägliche Gebete für den geistlichen Kampf. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Heilige Schrift nach der Allioli-Übersetzung (Isaias 14; Apokalypse 12; Lukas 10; Matthäus 4; 1. Petrus 5; Johannes 8; Genesis 3); Catechismus Romanus (Katechismus des Konzils von Trient); Katechismus des heiligen Pius X.; Gebet zum heiligen Erzengel Michael von Papst Leo XIII. (1884).