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Erzbischof Gallagher in Moskau: der Dialog beginnt neu, die Tradition misst den Frieden
Der Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten reist vom 24. bis 28. August 2026 nach Moskau und trifft Sergej Lawrow; wir messen diese Wiederaufnahme des Dialogs am beständigen Maßstab des Friedens und der Einheit der Kirche.
Der Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten und den internationalen Organisationen, Erzbischof Paul Richard Gallagher, reist vom 24. bis 28. August 2026 nach Moskau. Am Dienstag, dem 25. August, soll er dort den russischen Außenminister Sergej Lawrow treffen: Es sind die ersten direkten Kontakte auf hoher Ebene zwischen dem Chef der Diplomatie des Heiligen Stuhls und der Regierung der Russischen Föderation seit fast fünf Jahren.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums bestätigte die Begegnung und erklärte, die Gespräche würden den Stand und die Aussichten der Beziehungen zwischen Russland und dem Heiligen Stuhl, die Zusammenarbeit in den internationalen Organisationen und internationale Fragen von gemeinsamem Interesse betreffen. Das Programm sieht auch Begegnungen mit Vertretern des Moskauer Patriarchats und mit der örtlichen katholischen Gemeinschaft vor, die klein und verstreut ist. Eine Begegnung mit Präsident Wladimir Putin wurde nicht angekündigt, und das bekannte Programm nennt keine konkrete Vermittlungsinitiative.
Der letzte Besuch von Erzbischof Gallagher in Moskau lag im November 2021; damals hatte er dort Ministerpräsident Michail Mischustin, denselben Sergej Lawrow und den Metropoliten Hilarion Alfejew getroffen, dessen Abteilung für die kirchlichen Außenbeziehungen des Patriarchats seit 2022 vom Metropoliten Antonij geleitet wird. Während seines Aufenthalts wird Erzbischof Gallagher auch einer Eucharistiefeier vorstehen und Bischöfe, Klerus, Ordensmänner und Ordensfrauen treffen.
Der Friede misst sich an der Gerechtigkeit und an der Ordnung
Die Diplomatie, die Blut zu ersparen und einen Weg zwischen Völkern im Krieg zu bahnen sucht, gehört mit vollem Recht zur Sendung der Kirche; wir bestreiten es nicht. Doch die Tradition kennt nur einen Frieden: jenen, der auf der Gerechtigkeit und auf der Ordnung ruht. Der heilige Augustinus bestimmt ihn mit einem Wort: der Friede ist »pax tranquillitas ordinis«, die Ruhe der Ordnung. Und die Schrift nennt seine Wurzel: »opus iustitiae pax« — »Und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein« (Isaias 32, 17). Der wahre Friede ist also nicht das Fehlen von Spannung noch die bloße Wiederaufnahme des Kontakts; er ist die Frucht des zugesprochenen Rechts und, an seinem Ende, der Herrschaft Christi über die Völker. Daran misst sich ein Dialog, nicht an seinem bloßen Bestehen.
Eine einzige Kirche, und die Rückkehr der Getrennten
Die Begegnung mit dem Moskauer Patriarchat berührt einen noch ernsteren Punkt. Die russisch-orthodoxe Kirche ist ein vom Stuhl Petri getrennter Leib, und die Tradition kennt nicht zwei Kirchen, die auf gleicher Ebene miteinander sprächen. Es gibt nur eine einzige Kirche Christi, jene, die Petrus regiert, und die Einheit der Christen geschieht nicht durch einen Zusammenschluss der Bekenntnisse, sondern durch die Rückkehr der Getrennten zu dem einen Schafstall. Pius XI. hat es ohne Umschweife in Mortalium animos (1928) gelehrt: die wahre Einheit wird allein durch die Rückkehr der Getrennten zu der einen wahren Kirche Christi erlangt, die sie einst verlassen haben. Der Herr selbst hat nur verheißen: »es wird eine Herde werden und ein Hirt« (Johannes 10, 16).
Das Maß
An diesem Maßstab lässt sich der Besuch mit Ruhe beurteilen. Insofern er den Frieden sucht und eine über ein ungeheures Gebiet verstreute katholische Herde zu stützen kommt, dient er der immerwährenden Sendung der Kirche, und wir sagen es ohne Vorbehalt. Doch zwei Dinge, die der Maßstab verlangt, müssen im Blick bleiben. Erstens ist eine Wiederaufnahme der Beziehungen noch kein Werk des Friedens: das bekannte Programm trägt in diesem Stadium keine konkrete Initiative; es ist eine Erwartung, kein Ergebnis, und man muss es so benennen. Zweitens kann das ökumenische Gespräch nicht als Anerkennung zweier gleicher Kirchen gelten: die einzige Einheit, die der Glaube erwartet, bleibt die Rückkehr der getrennten Brüder zur römischen Kirche. Ein Dialog, der dies vergäße, hörte auf, dem einzigen Zweck zu dienen, um dessentwillen er besteht: dem Heil der Seelen in der wahren Kirche.
Was davon zu behalten ist
Der in der Tradition geformte Gläubige hat sich also weder zu ängstigen noch im Voraus zu freuen. Dass sich ein Kanal wieder öffnet, um Leben zu schonen, ist gut; dass man um den wahren Frieden und um die Rückkehr des Ostens zur katholischen Einheit betet, ist noch besser. Halten wir den Glauben so fest, wie die Kirche ihn immer gelehrt hat, und vertrauen wir der Unbefleckten die Bekehrung der Völker an, die keine Diplomatie allein erlangen kann.
Quellen. Der heilige Augustinus, Vom Gottesstaat, Buch XIX (»der Friede ist die Ruhe der Ordnung«); Isaias 32, 17 und der heilige Johannes 10, 16 nach der Vulgata; Pius XI., Enzyklika Mortalium animos (1928), über die wahre Einheit der Christen; Römischer Katechismus des Konzils von Trient (1566), über den Artikel »die katholische Kirche« des Glaubensbekenntnisses.