Aktuelles
Südsudan: Zwei Ordensfrauen auf der Straße nach Juba überfallen und ausgeraubt
Zwei Ordensfrauen wurden auf der Straße Torit–Juba im Südsudan überfallen und ausgeraubt, eine am Kopf verletzt, auf einer Straße, die schon 2021 einen Doppelmord sah.
Am Sonntag, dem 30. August 2026, kehrten zwei Karmelitinnen, Schwester Helen und Schwester Ansa, von der Morgenmesse auf der Straße zurück, die Torit mit Juba, der Hauptstadt des Südsudan, verbindet. Bewaffnete Männer stoppten ihre Fahrt. Einer von ihnen schlug Schwester Helen mit dem Gewehrlauf auf den Kopf; verletzt musste sie zur Behandlung in die Hauptstadt gebracht werden. Die Angreifer beraubten die beiden Ordensfrauen und die übrigen Reisenden ihres Geldes und ihrer Habe. Bei dem Überfall kam niemand ums Leben.
Der Bischof von Torit, Msgr. Emmanuel Bernardino Lowi Napeta, organisierte umgehend von Juba aus die Hilfe, wohin die beiden Schwestern gebracht wurden und wo Schwester Helen die nötige Versorgung erhielt.
Eine erste, noch bruchstückhafte Meldung spricht von zwei Kindern, welche die Banditen auf ihrer Flucht mitgenommen haben sollen. Sie ist nicht bestätigt, und wir geben sie für das, was sie ist: eine unbewiesene Behauptung, die zu prüfen ist, keine gesicherte Tatsache.
Diese Straße ist bereits vom Blut gezeichnet. Am 16. August 2021 wurden an derselben Stelle zwei Ordensfrauen der Kongregation der Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu, die Generaloberin Schwester Mary Daniel Abut und Schwester Regina Roba, kaltblütig getötet, als sie nach der Hundertjahrfeier der Pfarrei Mariä Aufnahme nach Juba zurückkehrten.
Das fünfte Gebot und das Blut, das schreit
Die Kirche hat in diesem Punkt nie geschwankt. Der Katechismus des Konzils von Trient lehrt bei der Darlegung des fünften Gebotes, dass das Verbot »Du sollst nicht töten« nicht allein den Mord untersagt, sondern jede Gewalt und jede dem Nächsten ungerecht zugefügte Verletzung, bis hin zur inneren Regung des Hasses. Das Blut des Unschuldigen ist Gott niemals gleichgültig: schon vom ersten Mord an steigt es von der Erde auf wie eine Stimme. »Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit auf zu mir von der Erde« (Genesis 4, 10).
Über jene, die Gott für seinen Dienst ausgesondert hat, spricht die Schrift noch ernster: »Tastet nicht an meine Gesalbten« (Psalm 104, 15).
Das Maß
Einer gottgeweihten Frau, die vom Altar zurückkehrt, auf den Kopf zu schlagen, sie zu berauben, wehrlose Reisende zu terrorisieren: die Überlieferung kennt dafür nur einen Namen. Es ist eine doppelte Verletzung, des fünften Gebotes durch das Blut und des siebten durch den hinzukommenden Raub. Dass dieselbe Straße bereits 2021 das Blut zweier Ordensfrauen getrunken hat, macht diesen Überfall nicht zu einem Zufall: es ist ein Kreuz, das einem Volk auferlegt ist, und einer Kirche, die im Südsudan noch immer nach Kalvaria hinaufsteigt.
Für den Gläubigen ist die Antwort weder Rache noch Verzweiflung, sondern das Gebet und der Beistand für jene, die das Kreuz bis zum Ende tragen. Wir danken, dass diesmal kein Leben verloren ging, und wir befehlen Gott die verletzte Schwester an, die beraubten Reisenden und jene, die man als entführt bezeichnet, sollte es sich bestätigen. Das Blut der Diener Gottes wird nicht vergeblich vergossen: es bleibt, nach dem alten Wort, der Same der Kirche.
Quellen. Katechismus des Konzils von Trient (1566), Darlegung des fünften und des siebten Gebotes. Heilige Schrift nach der Vulgata: Genesis 4, 10; Psalm 104, 15.