Die Heiligen
Heiliger Josef: Leben, Gebet, Litanei & Novene
Wer war der heilige Josef? Der Bräutigam der Jungfrau Maria und Nährvater Jesu, was die Evangelien von ihm berichten und was nur Legende ist, wie er starb, warum er Schutzpatron der ganzen Kirche, der Arbeiter und der Sterbenden ist, sein Fest am 19. März und am 1. Mai. Dazu das Gebet Leos XIII. für schwere Anliegen, die vollständige Josefslitanei und die Oration des Messbuchs von 1962.
Der heilige Josef ist der Bräutigam der allerseligsten Jungfrau Maria und der Nährvater Jesu Christi, ein Zimmermann aus dem königlichen Haus Davids, den das Evangelium mit einem einzigen Wort beschreibt: Er war gerecht. Die Kirche feiert ihn am 19. März als Fest I. Klasse und seit 1955 am 1. Mai als Josef den Arbeiter; Pius IX. hat ihn 1870 zum Schutzpatron der ganzen Kirche erklärt. Diese Seite sammelt, was die Heilige Schrift von ihm berichtet, was Legende ist, und die Gebete der Kirche zu ihm: das Gebet Leos XIII., die vollständige Josefslitanei und die Oration seines Festes.
Wer war der heilige Josef?
Der heilige Josef in Kürze:
- Herkunft: aus dem Haus und Geschlecht Davids; seine Abstammung überliefern die Evangelien nach Matthäus und Lukas
- Beruf: Zimmermann in Nazareth
- Stand: Bräutigam und Gatte der Jungfrau Maria, Nährvater Jesu
- Tod: nach der Überlieferung vor dem öffentlichen Wirken Jesu, in den Armen Jesu und Mariens; die Schrift sagt darüber nichts
- Feste im Kalender von 1962: 19. März (I. Klasse) und 1. Mai, Josef der Arbeiter (I. Klasse)
- Schutzpatron: der ganzen Kirche, der Familien, der Arbeiter, der Sterbenden
- Attribute: Zimmermannswerkzeug, das Jesuskind auf dem Arm, ein blühender Stab
Butler schreibt: Die Geschichte seines Lebens haben nicht Menschen geschrieben, sondern seine wichtigsten Taten sind durch die Evangelisten vom Heiligen Geist selbst aufgezeichnet. Deshalb beginnt jedes Wissen über den heiligen Josef bei der Heiligen Schrift.
Das Leben des heiligen Josef nach den Evangelien
Der Sohn Davids und Bräutigam Mariens
Matthäus beginnt sein Evangelium mit dem Stammbaum Jesu und schließt ihn mit den Worten:
Jakob aber zeugte den Joseph, den Mann Marias, von welcher geboren ward Jesus, der genannt wird Christus. (Matthäus 1, 16)
Josef war mit Maria verlobt, als sich zeigte, dass sie empfangen hatte. Hier steht das einzige Lob, das die Schrift ihm ausdrücklich gibt:
Joseph aber, ihr Mann, weil er gerecht war und sie nicht in üblen Ruf bringen wollte, gedachte sie im Stillen zu entlassen. Während er aber mit diesem Gedanken umging, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traume und sprach: Joseph, Sohn Davids! fürchte dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen, denn was in ihr erzeugt worden, ist vom heiligen Geiste. (Matthäus 1, 19–20)
„Gerecht" heißt in der Sprache der Schrift: gottesfürchtig, ganz dem Willen Gottes ergeben. Josef stellt keine Fragen und spricht kein Wort; die Evangelien überliefern von ihm keinen einzigen Satz. Er handelt: „Da nun Joseph vom Schlafe erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm sein Weib zu sich." (Matthäus 1, 24)
Bethlehem, der Tempel und die Flucht nach Ägypten
Wegen der Volkszählung zog Josef mit Maria nach Bethlehem, „weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war" (Lukas 2, 4). Er war dabei, als das Kind in die Krippe gelegt wurde und die Hirten kamen, es anzubeten; mehr über dieses Geheimnis steht im Beitrag über Weihnachten. Bei der Darstellung im Tempel brachten Josef und Maria das Opfer der Armen, ein Paar Turteltauben; daran erkennt Butler, dass die Heilige Familie arm war. Und als der greise Simeon das Kind in die Arme nahm, waren, so sagt Lukas, „sein Vater und seine Mutter voll Verwunderung über die Dinge, welche von ihm gesagt wurden".
Zweimal wurde Josef noch im Traum durch einen Engel geführt:
Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und fliehe nach Ägypten, und bleibe allda, bis ich es dir sage. Denn Herodes geht damit um, das Kind zu suchen, und es zu töten. (Matthäus 2, 13)
Er stand auf, nahm das Kind und seine Mutter des Nachts und zog nach Ägypten. Nach dem Tod des Herodes kehrte er auf ein neues Wort des Engels zurück und ließ sich in Nazareth nieder.
Der Zwölfjährige im Tempel und das verborgene Leben
Das letzte Mal begegnet uns Josef, als der zwölfjährige Jesus in Jerusalem zurückbleibt. Maria sagt zu ihrem Sohn: „Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht!" (Lukas 2, 48). Butler macht darauf aufmerksam, dass die Mutter selbst Josef ohne Einschränkung „Vater" nennt. Dann heißt es: Jesus „zog mit ihnen hinab, und kam nach Nazareth, und war ihnen untertan" (Lukas 2, 51).
In Nazareth arbeitete Josef als Zimmermann; die Leute fragten später über Jesus: „Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn?" (Matthäus 13, 55). Es war Josefs Handwerk, das Jesus lernte, und Josefs Art zu sprechen, die der Knabe annahm, schreibt Butler. Das ist das ganze sichere Wissen: Butler mahnt, sich mit diesen einfachen Tatsachen zu begnügen.
Was nur Legende ist: die Apokryphen
Was darüber hinaus erzählt wird, stammt meist aus den apokryphen Schriften, die die Kirche nicht als Heilige Schrift anerkennt: dem sogenannten Protoevangelium des Jakobus, dem Pseudo-Matthäus-Evangelium und der Geschichte von Josef dem Zimmermann. Butler urteilt streng: Diese Erzählungen seien in vielem übertrieben und widersprächen einander.
Die bekannteste Legende erzählt, wie Josef unter mehreren Bewerbern um Maria erwählt wurde: Die Männer hätten ihre Stäbe beim Hohenpriester niedergelegt, und der Stab Josefs sei erblüht. Dom Guéranger sieht darin eine Erfüllung des Wortes Isaias vom Reis aus der Wurzel Jesse; Butler hält die Geschichte wegen der Armut der Familie für unwahrscheinlich. Der blühende Stab, mit dem viele Bilder den heiligen Josef zeigen, kommt aus dieser Erzählung. Man soll sie lesen, wie die Kirche sie liest: als fromme Legende, nicht als Bericht der Schrift.
Wie starb der heilige Josef?
Die Heilige Schrift sagt nichts über den Tod des heiligen Josef. Nach dem Wiederfinden des Zwölfjährigen im Tempel wird er nicht mehr erwähnt, und die Überlieferung nimmt an, dass Josef vor dem öffentlichen Wirken Jesu gestorben ist. Dom Guéranger beschreibt diesen Tod so, wie ihn die Frömmigkeit seit Jahrhunderten betrachtet: Jesus, der Herr des Lebens, wachte an seinem Lager, und die Jungfrau Maria empfing seinen letzten Atemzug; so entschlief Josef in Frieden, mit Jesus und Maria an seiner Seite.
Kein Tod kann schöner sein. Darum ist der heilige Josef der Patron der Sterbenden und der Patron eines guten Todes; seine Litanei ruft ihn ausdrücklich als „Patron der Sterbenden" an. Butler bemerkt ehrlich, dass dieser Zug der Verehrung erst spät allgemein wurde und dass die ausführliche Schilderung seiner letzten Krankheit aus der apokryphen Geschichte von Josef dem Zimmermann stammt. Wer für einen Sterbenden beten will, findet die Gebete der Kirche im Beitrag über Gebete für Verstorbene und Sterbende.
Die Verehrung des heiligen Josef in der Geschichte
Die Verehrung des heiligen Josef ist in der Kirche langsam gewachsen. Nach Butler stammt die älteste sichere Erwähnung seines Gedächtnisses um den 19. März aus einem Martyrologium des 8. Jahrhunderts aus Rheinau, heute in Zürich. Im 15. Jahrhundert setzten sich Gelehrte und Heilige wie Johannes Gerson und der heilige Bernhardin von Siena für ihn ein, und noch vor dem Ende dieses Jahrhunderts wurde sein Fest in vielen Gegenden Westeuropas liturgisch gefeiert. Papst Sixtus IV. nahm sein Gedächtnis in das römische Brevier auf.
Großen Einfluss hatte die heilige Theresia von Avila, deren Eifer für den heiligen Josef, so Butler, auf die ganze Kirche tiefen Eindruck machte. Gregor XV. erhob sein Fest am 19. März im Jahr 1621 zum gebotenen Feiertag. 1870 erklärte Pius IX., auf die Bitten zahlreicher Bischöfe, den heiligen Josef zum Schutzpatron der katholischen Kirche. Leo XIII. widmete ihm 1889 die Enzyklika Quamquam pluries, und der heilige Pius X. bestätigte 1909 die Josefslitanei für die ganze Kirche. 1955 schließlich setzte Pius XII. das Fest des heiligen Josef des Arbeiters am 1. Mai ein.
Wofür ist der heilige Josef Schutzpatron?
Die Patronate des heiligen Josef sind keine Erfindung der Volksfrömmigkeit; die meisten stehen wörtlich in seiner Litanei, die die Kirche approbiert hat:
- Schutzpatron der ganzen Kirche: seit Pius IX. 1870. Leo XIII. begründet es in Quamquam pluries: Wie Josef die Familie von Nazareth beschützte und ernährte, so schützt er nun die Kirche, die große Familie Christi.
- Patron der Familien und der Väter: als Haupt der Heiligen Familie; die Litanei nennt ihn „Stütze der Familien" und „Zierde des häuslichen Lebens".
- Patron der Arbeiter und Handwerker: als Zimmermann von Nazareth; die Litanei nennt ihn „Vorbild der Arbeiter", und Leo XIII. stellt ihn den Armen und denen, die von ihrer Hände Arbeit leben, als Beispiel vor.
- Patron der Sterbenden: wegen seines Todes, den die Überlieferung in den Armen Jesu und Mariens sieht.
- Patron der Jungfrauen: die Litanei ruft ihn als „Hüter der Jungfrauen" an.
Wer am 19. März Namenstag feiert, trägt den Namen dieses großen Heiligen: Josef und Joseph, Josefa und Josephine, und viele Doppelnamen.
Gebet zum heiligen Josef in schweren Anliegen: das Gebet Leos XIII.
Das bekannteste Gebet zum heiligen Josef hat Papst Leo XIII. seiner Enzyklika Quamquam pluries vom 15. August 1889 beigefügt. Er schrieb vor, es im Oktober jedes Jahres beim Rosenkranz zu beten, und lobte den Brauch, den ganzen Monat März dem heiligen Josef zu weihen. Es ist ein Gebet „in unserer Trübsal", in schweren Zeiten für die Kirche und für jeden Einzelnen, und eignet sich darum besonders als tägliches Gebet zum heiligen Josef in schweren Anliegen.
Lateinisch:
Ad te, beate Ioseph, in tribulatione nostra confugimus, atque, implorato Sponsae tuae sanctissimae auxilio, patrocinium quoque tuum fidenter exposcimus. Per eam, quaesumus, quae te cum immaculata Virgine Dei Genetrice coniunxit, caritatem, perque paternum, quo Puerum Iesum amplexus es, amorem, supplices deprecamur, ut ad hereditatem, quam Iesus Christus acquisivit Sanguine suo, benignus respicias, ac necessitatibus nostris tua virtute et ope succurras.
Tuere, o Custos providentissime divinae Familiae, Iesu Christi sobolem electam; prohibe a nobis, amantissime Pater, omnem errorum ac corruptelarum luem; propitius nobis, sospitator noster fortissime, in hoc cum potestate tenebrarum certamine e caelo adesto; et sicut olim Puerum Iesum e summo eripuisti vitae discrimine, ita nunc Ecclesiam sanctam Dei ab hostilibus insidiis atque ab omni adversitate defende: nosque singulos perpetuo tege patrocinio, ut, ad tui exemplar et ope tua suffulti, sancte vivere, pie emori, sempiternamque in caelis beatitudinem assequi possimus. Amen.
Deutsch:
Zu dir, o seliger Josef, nehmen wir in unserer Trübsal unsere Zuflucht, und nachdem wir den Beistand deiner heiligsten Braut angerufen haben, erflehen wir voll Vertrauen auch deinen Schutz. Bei jener Liebe, die dich mit der unbefleckten Jungfrau und Gottesgebärerin verbunden hat, und bei jener väterlichen Liebe, mit der du das Kind Jesus umfangen hast, bitten wir dich flehentlich und demütig: Blicke gütig auf das Erbe, das Jesus Christus mit seinem Blute erworben hat, und komme mit deiner Kraft und Hilfe unseren Nöten zu Hilfe.
O fürsorglichster Hüter der göttlichen Familie, beschütze das auserwählte Geschlecht Jesu Christi; halte von uns fern, liebevollster Vater, allen Aussatz des Irrtums und des Verderbens; stehe uns gnädig vom Himmel her bei, o unser mächtigster Erretter, in diesem Kampf gegen die Mächte der Finsternis; und wie du einst das Kind Jesus aus höchster Lebensgefahr errettet hast, so verteidige nun die heilige Kirche Gottes gegen die Nachstellungen der Feinde und gegen alle Widerwärtigkeit; und beschirme jeden von uns mit deinem immerwährenden Schutze, damit wir nach deinem Beispiel und durch deine Hilfe gestützt heilig leben, fromm sterben und im Himmel die ewige Seligkeit erlangen können. Amen.
Das Gebet bittet zuerst für die Kirche, dann für jeden Einzelnen, und es endet mit den drei Bitten, die das ganze christliche Leben umfassen: heilig leben, fromm sterben, die ewige Seligkeit erlangen.
Die Litanei zum heiligen Josef
Die Litanei vom heiligen Josef hat der heilige Pius X. 1909 für die ganze Kirche bestätigt; sie steht im Rituale Romanum. Hier ihr vollständiger Text in der Form vor 1958. Was eine Litanei ist und wie man sie betet, erklärt der Beitrag über die Litaneien der Kirche.
Nach jeder Anrufung folgt die Antwort wie angegeben.
Herr, erbarme Dich unser.
Christus, erbarme Dich unser.
Herr, erbarme Dich unser.
Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns.Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser.
Gott Heiliger Geist, erbarme Dich unser.
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser.Heilige Maria, bitte für uns.
Heiliger Josef, bitte für uns.
Du erlauchter Spross Davids, bitte für uns.
Du Licht der Patriarchen, bitte für uns.
Du Bräutigam der Gottesgebärerin, bitte für uns.
Du keuscher Hüter der Jungfrau, bitte für uns.
Du Nährvater des Sohnes Gottes, bitte für uns.
Du eifriger Beschützer Christi, bitte für uns.
Du Haupt der heiligen Familie, bitte für uns.
Du gerechtester Josef, bitte für uns.
Du keuschester Josef, bitte für uns.
Du klügster Josef, bitte für uns.
Du starkmütigster Josef, bitte für uns.
Du gehorsamster Josef, bitte für uns.
Du getreuester Josef, bitte für uns.
Du Spiegel der Geduld, bitte für uns.
Du Liebhaber der Armut, bitte für uns.
Du Vorbild der Arbeiter, bitte für uns.
Du Zierde des häuslichen Lebens, bitte für uns.
Du Hüter der Jungfrauen, bitte für uns.
Du Stütze der Familien, bitte für uns.
Du Trost der Elenden, bitte für uns.
Du Hoffnung der Kranken, bitte für uns.
Du Patron der Sterbenden, bitte für uns.
Du Schrecken der Dämonen, bitte für uns.
Du Beschützer der heiligen Kirche, bitte für uns.Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr.
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr.
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erbarme Dich unser.V. Er bestellte ihn zum Herrn seines Hauses.
R. Und zum Fürsten über seinen ganzen Besitz.Lasset uns beten. O Gott, der Du in Deiner unaussprechlichen Vorsehung den seligen Josef zum Bräutigam Deiner allerheiligsten Gottesgebärerin zu erwählen geruht hast, gewähre, wir bitten Dich, dass wir den, welchen wir auf Erden als Beschützer verehren, im Himmel als Fürsprecher zu haben verdienen: Der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.
Der Versikel spielt auf den ägyptischen Josef an, den Pharao zum Herrn über sein Haus setzte. Die Kirche sieht in ihm ein Vorbild des heiligen Josef; die Lesung des Breviers am 19. März bringt dazu die Worte des heiligen Bernhard: Der erste Josef sammelte Korn für das ganze Volk, der zweite empfing das lebendige Brot vom Himmel und bewahrte es für sich und für die ganze Welt. Daher das Wort, das man auf den heiligen Josef anwendet:
Gehet zu Joseph; und alles, was er euch sagen wird, tuet! (Genesis 41, 55)
Die Novene zum heiligen Josef
Die Novene zum heiligen Josef betet man traditionell vom 10. bis zum 18. März, als Vorbereitung auf sein Fest, aber auch zu jeder anderen Zeit in einem dringenden Anliegen. Sie verbindet das Gebet Leos XIII. mit dem alten Gebet „O glorreicher heiliger Josef" und einer Betrachtung für jeden Tag. Den vollständigen Text der neun Tage bringt der Beitrag über die Novene zum heiligen Josef.
Das Fest des heiligen Josef am 19. März
Der 19. März ist im Kalender von 1962 ein Fest I. Klasse mit weißer Farbe. Es unterbricht die Fastenzeit: Die Messe wird mit Gloria und Credo gefeiert und hat eine eigene Präfation vom heiligen Josef. Der Introitus singt: „Der Gerechte wird blühen gleich der Palme, gleich der Zeder des Libanon gedeihen", das Evangelium ist der Bericht von Josefs Traum aus Matthäus 1, 18–21. Im Brevier lesen die Lesungen der ersten Nokturn die Geschichte des ägyptischen Josef, die der zweiten die Predigt des heiligen Bernhard, die die beiden Josefe vergleicht.
Weil das Fest in die Fastenzeit fällt, gelten nach den Rubriken von 1960 folgende Regeln: An einem Wochentag der Fastenzeit wird das Fest gefeiert und der Wochentag kommemoriert. Fällt der 19. März auf einen Sonntag, so wird das Fest am folgenden Montag gefeiert (so 2028). Fällt er in die Karwoche, so wird es auf die Zeit nach dem Weißen Sonntag verlegt (so 2035, am 3. April).
Der 1. Mai, das Fest des heiligen Josef des Arbeiters, ist seit 1955 ebenfalls ein Fest I. Klasse. Im Kalender von 1969 blieb das Fest des heiligen Josef am 19. März bestehen.
Gebet der Kirche am Fest des heiligen Josef
An seinem Fest betet die Kirche diese Oration des Römischen Messbuchs. Sie richtet sich an Christus selbst und spricht von „deiner heiligsten Mutter":
Lateinisch:
Sanctíssimæ Genetrícis tuæ Sponsi, quǽsumus, Dómine, méritis adjuvémur: ut, quod possibílitas nostra non óbtinet, ejus nobis intercessióne donétur: Qui vivis et regnas cum Deo Patre, in unitáte Spíritus Sancti, Deus, per ómnia sǽcula sæculórum. Amen.
Deutsch:
Wir bitten dich, o Herr, lass uns durch die Verdienste des Bräutigams deiner heiligsten Mutter geholfen werden, damit uns auf seine Fürsprache geschenkt werde, was unser Vermögen nicht erlangen kann: Der du lebst und herrschest mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Weitere Heilige des März und des ganzen Jahres finden sich im Heiligenkalender nach Monaten.
Häufig gestellte Fragen
Wer war der heilige Josef?
Der Bräutigam der Jungfrau Maria und der Nährvater Jesu Christi, ein Zimmermann aus Nazareth aus dem Geschlecht Davids. Das Evangelium nennt ihn einen „gerechten" Mann; er beschützte Maria und das Kind, floh mit ihnen nach Ägypten und erzog Jesus in Nazareth.
Was wissen wir über den heiligen Josef?
Nur das, was Matthäus und Lukas berichten: seine Abstammung von David, die Verlobung mit Maria, die Träume, in denen ein Engel zu ihm sprach, Bethlehem, die Darstellung im Tempel, die Flucht nach Ägypten, die Rückkehr nach Nazareth und das Wiederfinden des Zwölfjährigen im Tempel. Weitere Erzählungen stammen aus apokryphen Schriften.
Wie starb der heilige Josef?
Die Bibel sagt es nicht. Die Überlieferung nimmt an, dass er vor dem öffentlichen Wirken Jesu starb, in Gegenwart Jesu und Mariens. Darum ist er der Patron der Sterbenden und eines guten Todes.
Wann ist das Fest des heiligen Josef?
Am 19. März, im Kalender von 1962 ein Fest I. Klasse. Am 1. Mai feiert die Kirche seit 1955 außerdem den heiligen Josef den Arbeiter.
Wofür ist der heilige Josef Schutzpatron?
Für die ganze katholische Kirche (seit 1870), für die Familien und Väter, die Arbeiter und Handwerker, die Jungfrauen und die Sterbenden.
Welches Gebet zum heiligen Josef hilft in schweren Anliegen?
Das Gebet „Zu dir, o seliger Josef" (Ad te, beate Ioseph), das Leo XIII. 1889 der ganzen Kirche gegeben hat, ist das Gebet der Kirche „in unserer Trübsal". Man kann es täglich beten, auch als Teil der Novene.
Gibt es eine Litanei zum heiligen Josef?
Ja, die Josefslitanei, die der heilige Pius X. 1909 für die ganze Kirche bestätigt hat. Ihr vollständiger Text steht oben auf dieser Seite.
Warum wird der heilige Josef mit einem blühenden Stab dargestellt?
Wegen einer Legende aus den Apokryphen: Unter den Bewerbern um Maria sei nur der Stab Josefs erblüht. Die Heilige Schrift berichtet davon nichts.
Iter Fidei begleitet dich durch das ganze Kirchenjahr nach dem Kalender von 1962: mit den Festen der Heiligen, dem Brevier, dem Messbuch, den Litaneien und Novenen der Kirche, in Latein und Deutsch. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Heilige Schrift nach der Allioli-Übersetzung (Matthäus 1, 2 und 13; Lukas 2; Genesis 41); Missale Romanum 1962, Fest des heiligen Josef am 19. März; Breviarium Romanum, Lesungen zum 19. März; Rituale Romanum (Pustet 1925), Litanei vom heiligen Josef; Leo XIII., Quamquam pluries (1889); Butler's Lives of the Saints (19. März); Dom Prosper Guéranger, L’Année liturgique (19. März); Ildefons Schuster, Liber Sacramentorum (19. März).