Die Heiligen
Justin der Märtyrer: Leben, Apologie & Eucharistie
Wer war Justin der Märtyrer? Der Philosoph aus Flavia Neapolis, der durch einen alten Mann am Meer zu Christus fand, die beiden Apologien und den Dialog mit Tryphon schrieb, den ältesten ausführlichen Bericht über die sonntägliche Eucharistie hinterließ und um 165 in Rom enthauptet wurde. Dazu sein Prozess vor Rusticus, sein Fest am 14. April und die Oration des Messbuchs von 1962.
Justin der Märtyrer († um 165) war ein christlicher Philosoph aus Samarien, der nach langem Suchen in den Schulen der Griechen das Christentum als die „wahre Philosophie" fand und es in Rom öffentlich verteidigte. Er ist der erste große Apologet der Kirche, von dem umfangreiche Werke erhalten sind: zwei Apologien an den Kaiser und den Dialog mit dem Juden Tryphon; in der Ersten Apologie steht die älteste ausführliche Beschreibung der sonntäglichen Eucharistiefeier. Um 165 wurde er mit sechs Gefährten unter dem Stadtpräfekten Rusticus enthauptet; die Kirche feiert ihn im Kalender von 1962 am 14. April.
Wer war Justin der Märtyrer?
Justin der Märtyrer in Kürze:
- Geboren: in Flavia Neapolis in Samarien, dem heutigen Nablus, nahe dem alten Sichem, als Sohn des Priscus aus griechischer Familie
- Bekehrung: als junger Mann, nach dem Durchgang durch mehrere Philosophenschulen
- Werke: zwei Apologien und der Dialog mit Tryphon; weitere Schriften sind verloren
- Gestorben: um 165 in Rom, enthauptet unter Kaiser Mark Aurel
- Titel: Märtyrer; Laie, nicht Priester
- Fest: 14. April, im Kalender von 1962 ein Fest III. Klasse mit roter Farbe
Den Beinamen trägt er seit alter Zeit: Er heißt Justin, genannt der Märtyrer, weil sein Blutzeugnis den Abschluss eines Lebens bildete, das ganz der Verteidigung des Glaubens gewidmet war.
Herkunft und Suche nach der Wahrheit
Fast alles, was wir über Justins Jugend wissen, erzählt er selbst am Anfang des Dialogs mit Tryphon. Er stammte aus Flavia Neapolis in Samarien, war aber kein Jude: Seine Eltern waren Heiden, wohl griechischer Herkunft, und er verstand kein Hebräisch. Sie konnten ihm eine gute Bildung geben; er studierte Redekunst, Dichtung und Geschichte und wandte sich dann ganz der Philosophie zu, denn er suchte Gott.
Butler fasst seinen Weg durch die Schulen zusammen. Zuerst ging er zu einem Stoiker, verließ ihn aber, weil er über Gott nichts von ihm lernte. Ein Peripatetiker stieß ihn ab, weil er gleich zu Beginn nach seinem Honorar fragte. Ein Pythagoreer verlangte, er müsse zuerst Musik, Geometrie und Astronomie studieren. Schließlich versprach ihm ein angesehener Platoniker, ihn zur Erkenntnis Gottes zu führen, und eine Zeit lang glaubte Justin, er sei am Ziel.
Der alte Mann am Meer
Eines Tages ging er, über einen Satz Platons nachsinnend, an einem einsamen Ort nahe dem Meer spazieren, vielleicht bei Ephesus. Da folgte ihm ein ehrwürdiger alter Mann, mit dem er bald in ein Gespräch über die Frage geriet, die ihn umtrieb. Der Fremde sprach ihm von einer Weisheit, die älter und höher sei als alle Philosophie: Gott habe sie den Propheten der Hebräer geoffenbart, und in Jesus Christus sei sie vollendet worden. Zum Schluss mahnte er ihn, inständig zu beten, dass ihm die Tore des Lichtes aufgetan würden, denn diese Dinge könne nur verstehen, wem Gott und sein Christus sie zu verstehen geben.
Die ältere Lesung des Breviers sagt es knapp: Justin habe in den Schulen der Philosophen nur eine trügerische Weisheit gefunden, sei dann „durch eine Erleuchtung von oben", durch einen unbekannten Greis von ehrwürdigem Aussehen belehrt worden und habe die Philosophie des wahren christlichen Glaubens ergriffen. Von da an hatte er die Bücher der Heiligen Schrift Tag und Nacht in den Händen.
Ein zweites Motiv nennt Justin selbst: Schon als Platoniker hatte er gesehen, wie die Christen verleumdet wurden und dennoch furchtlos in den Tod gingen. „Als ich hörte, wie man die Christen beschuldigte, und sah, wie sie dem Tod und allem, was man für schrecklich hält, ohne Furcht entgegengingen, sagte ich mir, solche Menschen könnten unmöglich in Laster und Lust leben." Er war etwa dreißig Jahre alt, als er Christ wurde; Ort und Zeit seiner Taufe kennen wir nicht.
Der Philosoph im Mantel: Lehrer in Rom
Justin legte den Philosophenmantel nicht ab. Er blieb, was er gewesen war, ein Lehrer der Weisheit, nur dass er jetzt die christliche Lehre vortrug. Er zog durch verschiedene Länder, stritt öffentlich mit Heiden, Juden und Irrlehrern und kam schließlich nach Rom, wo er eine Schule hielt. Die ersten Christen hatten ihre heiligen Geheimnisse vor Außenstehenden eher verborgen und Verleumdungen schweigend ertragen. Justin war überzeugt, dass viele den Glauben annehmen würden, wenn man ihn ihnen nur richtig darlegte, und er schrieb: Es sei die Pflicht der Christen, ihre Lehre bekannt zu machen, damit sie nicht die Schuld und die Strafe derer auf sich lüden, die aus Unwissenheit sündigen.
In Rom geriet er in öffentlichen Streit mit dem Kyniker Crescens, den er der Unwissenheit und der bewussten Verdrehung überführte. Justin wusste, dass er sich damit einen Feind gemacht hatte. Die ältere Lesung des Breviers sagt, Justin sei durch die Nachstellungen des Crescens, dessen schändliches Leben er gerügt hatte, angeklagt und verhaftet worden.
Die Werke Justins
Unversehrt erhalten sind drei Schriften: die zwei Apologien und der Dialog mit Tryphon. Eine Schrift gegen die Irrlehren, die der heilige Irenäus offenbar noch benutzt hat, ist verloren.
Die Erste und die Zweite Apologie
Die Erste Apologie richtet sich an Kaiser Antoninus Pius, an seine beiden Söhne, an den Senat und an das ganze römische Volk. Justin protestiert darin gegen den Grundsatz, Christen allein ihres Namens wegen zu verurteilen, ohne Prüfung einer Tat. Er weist die Vorwürfe der Gottlosigkeit und der Unzucht zurück und zeigt, dass die Christen keine Gefahr für den Staat sind, sondern friedliche Untertanen, deren Treue zum Kaiser auf der Lehre des Herrn beruht. Gegen Ende beschreibt er, was die Christen bei der Taufe und in ihren sonntäglichen Versammlungen tun. Die kürzere Zweite Apologie scheint ein Nachtrag zur ersten zu sein.
Die ältere Lesung des Breviers berichtet, Justin habe durch seine Apologien und seine Verteidigung des Glaubens erreicht, dass der Kaiser die Verfolgung durch einen öffentlichen Erlass milderte; er selbst aber wurde nicht verschont.
Der Dialog mit Tryphon
Im Dialog mit Tryphon, einem Gespräch mit einem Juden namens Tryphon, zeigt er, dass in Jesus Christus die Weissagungen der Propheten erfüllt sind und dass der Alte Bund im Neuen seine Vollendung findet. Am Anfang steht der Bericht von seiner eigenen Bekehrung, aus dem wir fast alles über sein früheres Leben wissen.
In welcher Übersetzung lesen?
Wer Justin auf Deutsch lesen will, greift am besten zur Übersetzung von Gerhard Rauschen in der Reihe Bibliothek der Kirchenväter (BKV) von 1913. Aus ihr stammen die folgenden Zitate.
Justin der Märtyrer und die Eucharistie: der älteste Bericht über die Sonntagsmesse
Am Ende der Ersten Apologie (Kapitel 65 bis 67) beschreibt Justin, um die Verleumdungen über geheime Zusammenkünfte zu widerlegen, wie die Christen Taufe und Eucharistie feiern. Es ist der älteste ausführliche Bericht dieser Art, der uns erhalten ist.
Über die Natur dieser Speise sagt er (Kapitel 66):
„Diese Nahrung heißt bei uns Eucharistie. Niemand darf daran teilnehmen, als wer unsere Lehren für wahr hält, das Bad zur Nachlassung der Sünden und zur Wiedergeburt empfangen hat und nach den Weisungen Christi lebt. Denn nicht als gemeines Brot und als gemeinen Trank nehmen wir sie; sondern wie Jesus Christus, unser Erlöser, als er durch Gottes Logos Fleisch wurde, Fleisch und Blut um unseres Heiles willen angenommen hat, so sind wir belehrt worden, daß die durch ein Gebet um den Logos, der von ihm ausgeht, unter Danksagung geweihte Nahrung, mit der unser Fleisch und Blut durch Umwandlung genährt wird, Fleisch und Blut jenes fleischgewordenen Jesus sei."
Ein Christ des zweiten Jahrhunderts, ein Laie und Philosoph, bezeugt hier mit aller Klarheit, was die Kirche immer geglaubt hat: dass das geweihte Brot nicht gewöhnliches Brot ist, sondern Fleisch und Blut Christi. Mehr über diesen Glauben steht im Beitrag über die Eucharistie und die wahre Gegenwart Christi. Wer nach Justin sucht, weil er wissen will, ob die ersten Christen an die Wandlung glaubten, findet hier sein Zeugnis.
Der Sonntagsgottesdienst nach Justin
Den Ablauf der sonntäglichen Feier beschreibt Kapitel 67:
„An dem Tage, den man Sonntag nennt, findet eine Versammlung aller statt, die in Städten oder auf dem Lande wohnen; dabei werden die Denkwürdigkeiten der Apostel oder die Schriften der Propheten vorgelesen, solange es angeht. Hat der Vorleser aufgehört, so gibt der Vorsteher in einer Ansprache eine Ermahnung und Aufforderung zur Nachahmung all dieses Guten. Darauf erheben wir uns alle zusammen und senden Gebete empor. Und wie schon erwähnt wurde, wenn wir mit dem Gebete zu Ende sind, werden Brot, Wein und Wasser herbeigeholt, der Vorsteher spricht Gebete und Danksagungen mit aller Kraft, und das Volk stimmt ein, indem es das Amen sagt. Darauf findet die Ausspendung statt, jeder erhält seinen Teil von dem Konsekrierten; den Abwesenden aber wird er durch die Diakonen gebracht."
Die „Denkwürdigkeiten der Apostel" sind, wie Justin im Kapitel davor selbst erklärt, die Evangelien. Man erkennt die Gestalt der Messe, wie sie die Kirche durch die Jahrhunderte bewahrt hat: Lesungen, Predigt, Gebet, Darbringung von Brot und mit Wasser gemischtem Wein, das große Dankgebet des Vorstehers, das Amen des Volkes und die heilige Kommunion, die auch den Kranken gebracht wird. Justin nennt sogar den Grund, warum man sich gerade am Sonntag versammelt: weil Gott an diesem ersten Tag die Welt erschuf und weil Jesus Christus an diesem Tag von den Toten auferstanden ist. Danach wird gesammelt, und der Vorsteher sorgt mit den Gaben für Waisen und Witwen, Kranke, Gefangene und Fremde.
Wie diese uralte Gestalt in der Messe des Römischen Ritus weiterlebt, erklärt der Beitrag über die tridentinische Messe.
Der Prozess vor Rusticus
Die Akten des Martyriums des heiligen Justin gehören nach Butler zu den wertvollsten und echtesten, die auf uns gekommen sind. Bei seinem zweiten Aufenthalt in Rom wurde Justin mit sechs Gefährten, fünf Männern und einer Frau, verhaftet und vor den Stadtpräfekten Rusticus geführt. Das Verhör ist in knappen Sätzen überliefert. Einige Antworten, nach dem Text, den Butler wiedergibt:
Auf die Frage, welche Wissenschaft er betreibe, antwortete Justin, er habe alle der Reihe nach studiert und sich schließlich für die Lehre der Christen entschieden, auch wenn sie denen missfalle, die im Irrtum befangen sind. „Ich folge den Christen, weil sie die Wahrheit haben."
Gefragt, wo die Christen sich versammeln, gab er keinen Versammlungsort preis: Der Gott der Christen sei an keinen Ort gebunden, er sei unsichtbar und erfülle Himmel und Erde, und überall würden ihn seine Gläubigen anbeten. Er nannte nur das Haus, in dem er selbst wohnte und wo jeder ihn hören konnte.
Dann fragte Rusticus: „Du bist also Christ?" Justin antwortete: „Ja, ich bin Christ."
Als der Präfekt spottete, ob er wirklich glaube, nach Geißelung und Enthauptung in den Himmel aufzusteigen, sagte Justin: „Ich glaube es nicht, ich weiß es, und ich zweifle nicht im Geringsten daran." Und als Rusticus ihm befahl, den Göttern zu opfern: „Kein Vernünftiger fällt von der Wahrheit zur Lüge ab." Auf die Drohung mit der Folter antworteten er und seine Gefährten, sie wünschten sich nichts Besseres, als für unseren Herrn Jesus Christus zu leiden und so gerettet zu werden.
Die Gefährten bekannten sich ebenfalls als Christen. Alle wurden zur Geißelung und Enthauptung verurteilt und am gewöhnlichen Richtplatz hingerichtet. Einige Gläubige nahmen ihre Leiber heimlich und begruben sie an einem würdigen Ort. Das Wort des Herrn aus dem Evangelium seiner Messe hatte sich an ihm erfüllt:
Ich sage euch aber: Ein jeder, der mich vor den Menschen bekennen wird, den wird auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. (Lukas 12, 8)
Zitate von Justin dem Märtyrer
Die bekanntesten Zitate von Justin dem Märtyrer stammen aus seinen eigenen Schriften und aus den Akten seines Prozesses:
- „Es ist unsere Pflicht, unsere Lehre bekannt zu machen, damit wir nicht die Schuld und die Strafe derer auf uns laden, die aus Unwissenheit sündigen." (aus seinen Schriften)
- „Ich folge den Christen, weil sie die Wahrheit haben." (Martyriumsakten)
- „Ja, ich bin Christ." (Martyriumsakten)
- „Ich glaube es nicht, ich weiß es." (Martyriumsakten, über den Lohn im Himmel)
- „Kein Vernünftiger fällt von der Wahrheit zur Lüge ab." (Martyriumsakten)
- „Denn nicht als gemeines Brot und als gemeinen Trank nehmen wir sie." (Erste Apologie 66, über die Eucharistie)
Das Fest des heiligen Justin am 14. April
Merkwürdigerweise hat der Kult des heiligen Justin in Rom selbst kaum alte Spuren hinterlassen; Butler bemerkt, dass er weder im Kalender des Philocalus noch im Hieronymianischen Martyrologium steht. Das Römische Martyrologium führt ihn am 14. April, am Tag nach dem heiligen Karpus, dessen Name in der Chronik des Eusebius unmittelbar vor dem seinen steht. Papst Leo XIII. schrieb vor, dass sein Offizium und seine Messe in der ganzen Kirche gefeiert werden; so berichtet es die ältere Lesung des Breviers.
Im Kalender von 1962 ist der 14. April ein Fest III. Klasse mit roter Farbe. Die Messe ist eigen und ganz auf Justins Weg vom Philosophen zum Zeugen abgestimmt. Der Introitus beginnt mit den Psalmversen „Narravérunt mihi iníqui fabulatiónes": „Die Gottlosen sprechen vor mir eitle Dinge, doch nichts wie dein Gesetz" und „Ich will von deinen Zeugnissen vor Königen reden und mich nicht schämen" (Psalm 118, 85 und 46). Die Epistel ist das Wort des heiligen Paulus von der Torheit des Kreuzes:
wir aber verkünden Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Anstoß, den Heiden aber eine Torheit, den Berufenen dagegen, Juden sowohl als Griechen, Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit; (1 Korinther 1, 23–24)
Das Brevier liest an seinem Tag eine kurze Lesung über sein Leben; die längeren Lesungen von vor 1960 erzählen ausführlicher von seiner Bekehrung und seinem Verhör. Wird das Fest gefeiert, so wird in Messe und Laudes die Kommemoration der heiligen Märtyrer Tiburtius, Valerianus und Maximus angefügt, deren Gedächtnis ebenfalls auf den 14. April fällt.
Weil Ostern zwischen dem 22. März und dem 25. April liegt, fällt der 14. April bald in die Passionszeit, bald in die Osterzeit, und das Fest wird nicht in jedem Jahr gefeiert. Fällt er auf einen Wochentag der Passionswoche, also noch in die Fastenzeit, so hat nach den Rubriken von 1960 der Wochentag den Vorrang, und der heilige Justin wird nur kommemoriert (so 2011). Fällt er in die Karwoche, vom Palmsonntag bis zum Karsamstag, oder in die Osteroktav, so haben diese Tage I. Klasse den Vorrang, und das Fest entfällt in diesem Jahr ganz, ohne Kommemoration (so 2025, Montag der Karwoche, und 2023, Freitag der Osteroktav).
Der Kalender von 1969 hat das Fest des heiligen Justin auf den 1. Juni verlegt.
Gebet zum heiligen Justin
An seinem Fest betet die Kirche diese Oration des Römischen Messbuchs:
Lateinisch:
Deus, qui per stultítiam Crucis eminéntem Jesu Christi sciéntiam beátum Justínum Mártyrem mirabíliter docuísti: ejus nobis intercessióne concéde; ut, errórum circumventióne depúlsa, fídei firmitátem consequámur. Per eúndem Dóminum nostrum Jesum Christum Fílium tuum, qui tecum vivit et regnat in unitáte Spíritus Sancti, Deus, per ómnia sǽcula sæculórum. Amen.
Deutsch:
O Gott, du hast den heiligen Märtyrer Justinus durch die Torheit des Kreuzes auf wunderbare Weise die alles überragende Erkenntnis Jesu Christi gelehrt; gewähre uns auf seine Fürsprache, dass wir, befreit von der Umgarnung der Irrtümer, die Festigkeit des Glaubens erlangen. Durch denselben Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Die Oration greift die Worte des heiligen Paulus aus der Epistel auf: Die „Torheit des Kreuzes" hat den Philosophen gelehrt, was keine Schule ihn lehren konnte. Darum bittet sie für uns nicht um Gelehrsamkeit, sondern um Festigkeit im Glauben inmitten der Irrtümer. Wer die Oration an den neun Tagen vor dem 14. April betet, hat eine schlichte Novene im Geist der Kirche. Das Bekenntnis, für das Justin starb, ist das Bekenntnis, das jeder Christ im Apostolischen Glaubensbekenntnis spricht. Weitere Heilige des April finden sich im Heiligenkalender nach Monaten.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Justin der Märtyrer?
Ein heidnischer Philosoph aus Flavia Neapolis in Samarien, der mit etwa dreißig Jahren Christ wurde, in Rom eine Schule hielt und den Glauben in Schriften an den Kaiser verteidigte. Um 165 wurde er mit sechs Gefährten unter dem Präfekten Rusticus enthauptet.
Warum heißt er Justin der Märtyrer?
Weil er sein Bekenntnis zu Christus mit dem Tod besiegelt hat. Der Beiname unterscheidet ihn von anderen Heiligen gleichen Namens und erinnert daran, dass der Philosoph am Ende als Blutzeuge starb.
Was steht in der Ersten Apologie?
Eine Verteidigung der Christen gegen die Vorwürfe der Gottlosigkeit und Unzucht, gerichtet an Kaiser Antoninus Pius, an seine Söhne, den Senat und das römische Volk, mit der Forderung, niemanden nur wegen des Namens „Christ" zu verurteilen. Am Ende stehen die Beschreibungen der Taufe und der sonntäglichen Eucharistie.
Was sagt Justin über die Eucharistie?
Dass die Christen das geweihte Brot und den Wein nicht als gewöhnliche Speise empfangen, sondern als Fleisch und Blut des fleischgewordenen Jesus, und dass nur teilnehmen darf, wer getauft ist, den Glauben annimmt und nach den Geboten Christi lebt (Erste Apologie 66).
Wie beschreibt Justin den Sonntagsgottesdienst?
Lesung der Evangelien und Propheten, Predigt des Vorstehers, gemeinsames Gebet, Darbringung von Brot, Wein und Wasser, Danksagung des Vorstehers mit dem Amen des Volkes, Kommunion, die Diakone auch den Abwesenden bringen, und eine Sammlung für die Bedürftigen (Erste Apologie 67).
Was ist der Dialog mit Tryphon?
Ein langes Gespräch mit einem gelehrten Juden, in dem Justin zeigt, dass die Propheten des Alten Bundes auf Jesus Christus hinweisen. Es beginnt mit dem Bericht über seine eigene Bekehrung.
Wann ist der Gedenktag von Justin dem Märtyrer?
Im Kalender von 1962 am 14. April, als Fest III. Klasse; in der Karwoche und in der Osteroktav entfällt es, in der Passionswoche wird es nur kommemoriert. Der Kalender von 1969 hat ihn auf den 1. Juni verlegt.
Wie ist Justin der Märtyrer gestorben?
Nach seinem Verhör vor dem Stadtpräfekten Rusticus wurde er gegeißelt und enthauptet, weil er sich weigerte, den Göttern zu opfern, zusammen mit sechs Gefährten.
Iter Fidei begleitet dich durch das ganze Kirchenjahr nach dem Kalender von 1962: mit den Festen der Märtyrer und Kirchenväter, dem Brevier, dem Messbuch und den Gebeten der Kirche, in Latein und Deutsch. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Heilige Schrift nach der Allioli-Übersetzung (Psalm 118; 1 Korinther 1; Lukas 12); Missale Romanum 1962, Fest des heiligen Justin am 14. April; Breviarium Romanum, Lesungen zum 14. April; Butler's Lives of the Saints (14. April); Justin, Erste Apologie, Kap. 66–67, übersetzt von Gerhard Rauschen (Bibliothek der Kirchenväter, 1913).