Die Heiligen
Katholische Heilige: die Heiligen nach Monat und Kalender
Katholische Heilige im Überblick: was die Kirche über die Verehrung der Heiligen lehrt, wie der Kalender von 1962 ihre Feste ordnet, und alle Heiligen von Iter Fidei nach Monaten geordnet, mit Gedenktag und Namenstag.
Katholische Heilige sind Menschen, von denen die Kirche feierlich erklärt, dass sie bei Gott in der Herrlichkeit sind, und die sie den Gläubigen als Vorbilder und Fürsprecher vor Augen stellt. Ihre Feste ordnet der Kalender der Kirche über das ganze Jahr; nach dem Kalender von 1962, dem Kalender der überlieferten Liturgie, hat fast jeder Tag seinen Heiligen. Auf dieser Seite finden Sie, was die Kirche über die Verehrung der Heiligen lehrt, und alle Heiligen, denen Iter Fidei eine eigene Seite gewidmet hat, nach dem Monat ihres Festes geordnet.
Was lehrt die Kirche über die Heiligen?
Die Heiligen sind Glieder desselben Leibes Christi wie wir. Was der Glaube die Gemeinschaft der Heiligen nennt, verbindet die Kirche auf Erden, die Seelen im Fegefeuer und die Heiligen im Himmel; darum feiert die Kirche am Allerheiligenfest alle Heiligen zugleich, auch die vielen, deren Namen niemand kennt.
Der Römische Katechismus, den das Konzil von Trient herausgeben ließ, behandelt die Heiligenverehrung beim ersten Gebot. Er unterscheidet klar: Anbetung gebührt allein Gott; die Heiligen ehren wir als Freunde Gottes, und wir rufen sie an, damit sie für uns bitten. Das Konzil von Trient hat in seiner 25. Sitzung dasselbe gelehrt: Es ist gut und nützlich, die Heiligen demütig anzurufen und zu ihrer Fürbitte Zuflucht zu nehmen, um von Gott Wohltaten durch Jesus Christus zu erlangen, der allein unser Erlöser ist. Zu dieser Ehre gehört auch die Verehrung ihrer Überreste, die der Beitrag über die Reliquienverehrung erklärt.
Die Kirche ruft die Heiligen auf vielerlei Weise an: in der Oration ihres Festes in der Messe und im Brevier, in der Allerheiligenlitanei, die sie bei den großen Anlässen ihres Lebens betet, und im persönlichen Gebet, etwa in einer Novene zu einem Heiligen.
Die Heiligen im Kalender von 1962
Im Römischen Messbuch und Brevier von 1962 hat jedes Fest einen Rang: Feste der I., II. und III. Klasse, dazu die Kommemoration, bei der ein Heiliger am Tag eines anderen Festes oder eines Wochentags mitgefeiert wird, indem man seine Oration nach der des Tages betet. So wird etwa die heilige Ursula am 21. Oktober kommemoriert. Neben dem Generalkalender der ganzen Kirche haben Länder, Bistümer und Orden ihre Eigenkalender, in denen auch Heilige ihrer Heimat stehen.
Der Tag des Festes ist meist der Sterbetag, den die Kirche den Geburtstag für den Himmel nennt. Nach diesem Tag richtet sich auch der Namenstag: Wer auf den Namen eines Heiligen getauft ist, feiert seinen Namenstag am Fest seines Namenspatrons.
Bei der Neuordnung des römischen Generalkalenders im Jahr 1969 wurden mehrere alte Heilige gestrichen oder auf Eigenkalender beschränkt, darunter die heilige Barbara, der heilige Christophorus und die heilige Ursula; andere Feste wurden auf neue Tage verlegt. Die Daten auf dieser Seite folgen dem Kalender von 1962. Wo ein Heiliger nur in einem Eigenkalender steht oder erst nach 1958 heiliggesprochen wurde, ist es eigens vermerkt.
Katholische Heilige nach Monaten
Die folgende Liste umfasst alle Heiligen, die auf Iter Fidei eine eigene Seite haben. Sie wächst mit jedem neuen Beitrag; Monate ohne Eintrag folgen später.
Januar
- Die heilige Agnes von Rom (21. Januar, zweites Fest am 28. Januar): die junge römische Jungfrau und Märtyrin, die im Messkanon genannt wird.
Februar
- Der Apostel Matthias (24. Februar, in Schaltjahren am 25. Februar): der Jünger, der durch das Los an die Stelle des Judas gewählt wurde, verehrt in der Abtei St. Matthias zu Trier.
März
- Der heilige Thomas von Aquin (7. März): Dominikaner und Kirchenlehrer, der Engelgleiche Lehrer, Verfasser der Summa theologiae und des Offiziums von Fronleichnam.
- Der heilige Josef (19. März, Fest der I. Klasse; als Josef der Arbeiter am 1. Mai): der Bräutigam der Jungfrau Maria und Nährvater Jesu, Schutzpatron der ganzen Kirche.
- Der heilige Benedikt von Nursia (21. März): der Vater des abendländischen Mönchtums, Gründer von Monte Cassino und Verfasser der Regel.
- Der heilige Erzengel Gabriel (24. März): der Engel der Verkündigung, dessen Name „Kraft Gottes“ bedeutet.
April
- Justin der Märtyrer (14. April): Philosoph und Apologet, Verfasser des ältesten ausführlichen Berichts über die sonntägliche Eucharistie, um 165 in Rom enthauptet.
- Der heilige Georg (23. April, im Kalender von 1962 nur Kommemoration): der Märtyrer von Lydda, Patron der Soldaten; der Drachenkampf ist eine Legende des Mittelalters.
- Die heilige Katharina von Siena (30. April): Jungfrau aus dem Dritten Orden des heiligen Dominikus, Mystikerin, die Papst Gregor XI. zur Rückkehr von Avignon nach Rom bewog.
Mai
- Der heilige Athanasius (2. Mai): Bischof von Alexandria und Kirchenlehrer, der in fünf Verbannungen den Glauben von Nizäa gegen Arius verteidigte.
Juni
- Der heilige Bonifatius (5. Juni): der Mönch Winfried aus England, Apostel der Deutschen und Gründer von Fulda, Märtyrer bei Dokkum.
- Der heilige Antonius von Padua (13. Juni): Franziskaner, Prediger und Kirchenlehrer, angerufen bei verlorenen Sachen.
- Johannes der Täufer (24. Juni, Enthauptung am 29. August): der Vorläufer des Herrn, dessen Geburt die Kirche als Fest der I. Klasse feiert.
Juli
- Die heilige Maria Magdalena (22. Juli): die Büßerin, die viel liebte, unter dem Kreuz stand und den Auferstandenen als Erste sah.
- Der heilige Christophorus (25. Juli): der Märtyrer, der nach der Legende das Christkind über den Fluss trug, Patron der Reisenden.
August
- Der heilige Laurentius (10. August): der Diakon von Rom, der die Armen die Schätze der Kirche nannte und auf dem Rost starb.
September
- Die heilige Hildegard von Bingen (17. September): Benediktinerin und Seherin vom Rupertsberg; ihr Fest steht in den Eigenkalendern deutscher Bistümer, nicht im römischen Generalkalender.
- Der heilige Niklaus von Flüe (Bruder Klaus) (25. September in der Schweiz): Bauer, Familienvater und Einsiedler im Ranft, Schutzpatron der Schweiz; er steht nicht im römischen Generalkalender.
- Der heilige Erzengel Michael (29. September, Michaeli): der Fürst der himmlischen Heerscharen, angerufen im Gebet Papst Leos XIII.
- Die heiligen Erzengel Michael, Gabriel und Raphael (29. September, 24. März und 24. Oktober): die drei Engel, die die Heilige Schrift beim Namen nennt.
Oktober
- Die heilige Hedwig von Schlesien (16. Oktober): Herzogin von Schlesien aus dem Haus Andechs, Witwe und Stifterin des Klosters Trebnitz.
- Der heilige Lukas (18. Oktober): Arzt und Gefährte des Apostels Paulus, Verfasser des dritten Evangeliums und der Apostelgeschichte.
- Die heilige Ursula (21. Oktober): Jungfrau und Märtyrerin in Köln mit ihren Gefährtinnen, Stadtpatronin von Köln und Namenspatronin der Ursulinen.
November
- Der heilige Martin von Tours (11. November): der Soldat, der seinen Mantel mit dem Bettler teilte, und Bischof von Tours.
- Der heilige Albertus Magnus (15. November): Dominikaner, Bischof von Regensburg und Kirchenlehrer, Lehrer des heiligen Thomas von Aquin.
- Die heilige Elisabeth von Thüringen (19. November): die Landgräfin von der Wartburg, die ihr Leben den Armen und Kranken in Marburg schenkte.
- Die heilige Katharina von Alexandrien (25. November): Jungfrau und Märtyrerin, die nach der Legende die Philosophen widerlegte; eine der Vierzehn Nothelfer.
- Der Apostel Andreas (30. November): der Erstberufene, Bruder des Petrus, am Kreuz in Patras gestorben.
Dezember
- Die heilige Barbara (4. Dezember): Jungfrau und Märtyrerin, Patronin der Bergleute und einer guten Sterbestunde; der Tag der Barbarazweige.
- Der heilige Nikolaus von Myra (6. Dezember): der Bischof von Myra, Helfer der Armen und Patron der Kinder, mitten im Advent.
- Der heilige Ambrosius von Mailand (7. Dezember): Bischof von Mailand und Kirchenlehrer, der Augustinus taufte und die Hymnen der Kirche schuf.
- Der Apostel Thomas (21. Dezember): der Zwilling unter den Zwölf, der den Auferstandenen mit „Mein Herr und mein Gott!“ bekannte.
Nach 1958 heiliggesprochen
- Die heilige Edith Stein (Teresia Benedicta a Cruce): Philosophin, Konvertitin und Karmelitin, 1942 in Auschwitz ermordet; 1998 heiliggesprochen, daher nicht im Kalender von 1962.
Häufig gestellte Fragen
Warum verehren Katholiken Heilige?
Weil Gott in ihnen sein Werk vollendet hat. Wer einen Heiligen ehrt, lobt Gott, der ihn geheiligt hat. Die Heiligen sind zugleich Vorbilder, deren Leben zeigt, wie man dem Evangelium folgt, und Fürsprecher, die bei Gott für uns bitten.
Beten Katholiken Heilige an?
Nein. Anbetung gebührt allein Gott. Die Heiligen werden verehrt und angerufen, das heißt, man bittet sie um ihre Fürbitte, so wie man einen Mitchristen auf Erden bittet, für einen zu beten. Der Römische Katechismus und das Konzil von Trient halten diese Unterscheidung ausdrücklich fest.
Was ist der Unterschied zwischen Gedenktag und Namenstag?
Der Gedenktag ist der Tag, an dem die Kirche das Fest eines Heiligen feiert, meist sein Sterbetag. Der Namenstag ist derselbe Tag aus der Sicht dessen, der den Namen dieses Heiligen trägt: Er feiert an diesem Tag seinen Namenspatron.
Wie finde ich meinen Namenspatron?
Der Namenspatron ist der Heilige, auf dessen Namen man getauft wurde. Tragen mehrere Heilige denselben Namen, wählt man gewöhnlich den bekanntesten oder den, an den die Eltern bei der Taufe gedacht haben, und feiert den Namenstag an seinem Fest.
Warum fehlen manche Heilige im neuen Kalender?
Bei der Kalenderreform von 1969 wurden einige alte Heilige aus dem Generalkalender gestrichen oder auf Eigenkalender beschränkt, etwa Barbara, Christophorus und Ursula. Im Kalender von 1962, dem Kalender der überlieferten Liturgie, werden sie weiterhin an ihrem Tag gefeiert.
Welcher Heilige hilft in welchem Anliegen?
Viele Heilige werden aus ihrem Leben oder ihrer Legende heraus in bestimmten Anliegen angerufen: Antonius bei verlorenen Sachen, Christophorus von Reisenden, Barbara um eine gute Sterbestunde, der Erzengel Michael im geistlichen Kampf. Auf jeder der oben verlinkten Heiligenseiten steht, wofür der Heilige Patron ist.
Iter Fidei begleitet dich durch das ganze Kirchenjahr nach dem Kalender von 1962: mit den Festen und Kommemorationen der Heiligen, dem Brevier, dem Messbuch und den Gebeten der Kirche, in Latein und Deutsch. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Catechismus Romanus (Römischer Katechismus), Teil III, Kapitel 2, zum ersten Gebot; Konzil von Trient, 25. Sitzung, Dekret über die Anrufung und Verehrung der Heiligen und die Reliquien; Missale Romanum 1962, Kalendarium und Proprium de Sanctis.