Die Heiligen
Apostel Thomas: Zweifel, Glaube, Indien & Gebet
Wer war der Apostel Thomas? Der Zwilling unter den Zwölf, sein Zweifel und sein Bekenntnis „Mein Herr und mein Gott!“, die Überlieferung von seiner Mission in Indien und seinem Tod, seine Attribute, sein Namenstag am 21. Dezember und das Gebet des Messbuchs von 1962.
Der Apostel Thomas, mit Beinamen Didymus, „der Zwilling", ist einer der zwölf Apostel Jesu Christi. Bekannt ist er als der „ungläubige Thomas", der die Auferstehung erst glauben wollte, wenn er die Wunden des Herrn berührt hätte, und der dann das klarste Bekenntnis der Evangelien sprach: „Mein Herr und mein Gott!" Nach der Überlieferung trug er das Evangelium bis nach Indien und starb dort als Märtyrer, von Lanzen durchbohrt. Im Kalender von 1962 feiert die Kirche ihn am 21. Dezember als Fest II. Klasse.
Wer war der Apostel Thomas?
Der Apostel Thomas in Kürze:
- Herkunft: ein Jude, nach dem Brevier aus Galiläa; über seinen Beruf und seine Berufung sagt die Schrift nichts
- Name: Thomas ist aramäisch und heißt „Zwilling", Didymus ist das griechische Wort dafür
- Im Evangelium: Johannes 11, 14, 20 und 21; in allen Apostellisten
- Mission: nach der Überlieferung bei den Parthern, Medern und Persern und zuletzt in Indien
- Tod: als Märtyrer, nach dem Brevier von Geschossen durchbohrt, nach der indischen Überlieferung durch einen Lanzenstich
- Fest und Namenstag: 21. Dezember (Kalender von 1962), seit 1969 im neuen Kalender am 3. Juli
- Attribute: Lanze, Winkelmaß, Buch; oft legt er die Hand in die Seitenwunde Christi
- Patron: der Baumeister und Architekten
In den Apostellisten der Evangelien steht Thomas immer unter den Zwölf, bei Matthäus neben dem Zöllner Matthäus:
Philippus und Bartholomäus; Thomas und Matthäus, der Zöllner; Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus. (Matthäus 10, 3)
Der Zwilling: was der Name bedeutet
Johannes nennt ihn dreimal mit diesem Beinamen, zuerst als „Thomas, welcher Zwilling genannt wird" (Johannes 11, 16). Wessen Zwilling er war, sagt die Schrift nicht; alle Vermutungen darüber, auch die alten syrischen Erzählungen, die ihn „Judas Thomas" nennen, sind spätere Überlieferung. Auch über eine Ehefrau oder Familie des Apostels berichtet das Neue Testament nichts.
Thomas im Evangelium
Was wir sicher über den Apostel Thomas wissen, steht im Johannesevangelium. Es sind nur wenige Szenen, aber sie zeichnen einen klaren Charakter: einen Mann, der seinen Herrn leidenschaftlich liebt, offen fragt und nicht vorgibt zu glauben, was er nicht begreift.
„Gehen auch wir, mit ihm zu sterben"
Als Jesus nach Judäa zurückkehren wollte, um Lazarus aufzuerwecken, warnten ihn die Jünger: Kurz zuvor hatte man ihn dort steinigen wollen. Thomas aber sprach:
Gehen auch wir, mit ihm zu sterben! (Johannes 11, 16)
Das ist nicht die Rede eines Zauderers. Thomas erwartete das Schlimmste und war bereit, es mit dem Meister zu teilen.
„Wie können wir den Weg wissen?"
Beim Letzten Abendmahl sprach Jesus von seinem Hingang zum Vater und sagte: „Wohin ich gehe, wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch." Thomas gab ehrlich zu, dass er nichts verstand, und seine Frage hat der Kirche eines der größten Worte des Herrn geschenkt:
Da sprach Thomas zu ihm: Herr! wir wissen nicht, wohin du gehst; und wie können wir den Weg wissen? Jesus sprach zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich. (Johannes 14, 5–6)
Der „ungläubige Thomas" und sein Bekenntnis
Am Abend des Ostertages erschien der Auferstandene den Jüngern, aber Thomas war nicht bei ihnen. Diese Szene ist das Evangelium seines Festes in der heiligen Messe im überlieferten Ritus:
Thomas aber, einer von den Zwölf, der Zwilling genannt, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die andern Jünger sagten ihm also: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe, und meinen Finger in die Stätte der Nägel, und meine Hand in seine Seite lege, so werde ich nicht glauben. Nach acht Tagen waren seine Jünger wieder im Hause beisammen und Thomas mit ihnen. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, stand in ihrer Mitte, und sprach: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Lege deinen Finger hierher, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sprach zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas! hast du geglaubt; selig, die nicht gesehen, und doch geglaubt haben. (Johannes 20, 24–29)
Der Zweifel des Apostels Thomas hat ihm den Beinamen „der Ungläubige" eingetragen. Doch das letzte Wort dieser Szene ist kein Zweifel, sondern das vollständigste Glaubensbekenntnis der Evangelien: Thomas nennt den Auferstandenen nicht nur Herrn, sondern Gott. Die Wunden, die er sehen wollte, sind die Wunden des auferstandenen Herrn, der seinen Leib verklärt, aber nicht abgelegt hat.
Zuletzt nennt Johannes den Thomas unter den sieben Jüngern, denen der Auferstandene am See von Tiberias erschien (Johannes 21, 2). Danach schweigt das Neue Testament von ihm, außer dass er in der Apostelgeschichte unter den Elf im Abendmahlssaal genannt wird.
Warum der Zweifel des Thomas uns nützt
Der heilige Papst Gregor der Große hat über diese Szene eine Homilie gehalten, die das Brevier am Fest des Apostels liest. Er fragt, ob es Zufall war, dass gerade dieser Jünger fehlte, später kam, zweifelte, berührte und glaubte, und antwortet: Nicht Zufall, sondern göttliche Fügung. Indem der zweifelnde Jünger am Leib seines Meisters die Wunden des Fleisches berührte, heilte er in uns die Wunden des Unglaubens. Dann folgt der berühmte Satz:
Plus enim nobis Thomæ infidélitas ad fidem, quam fides credéntium discipulórum prófuit.
Mehr nämlich hat uns der Unglaube des Thomas zum Glauben genützt als der Glaube der gläubigen Jünger.
Gregor vergleicht ihn mit dem heiligen Joseph: Wie der Bräutigam Mariens Zeuge ihrer unversehrten Jungfräulichkeit wurde, so wurde der zweifelnde und tastende Jünger Zeuge der wahren Auferstehung.
„Mein Herr und mein Gott" bei der Wandlung
Das Bekenntnis des Thomas ist zu einem Gebet der ganzen Kirche geworden. Viele Gläubige sprechen es still, wenn der Priester nach der Wandlung die heilige Hostie erhebt. Der heilige Papst Pius X. hat einen Ablass gewährt für alle, die bei der Erhebung oder vor dem ausgesetzten Allerheiligsten mit Glaube, Andacht und Liebe auf die Hostie blicken und dabei sprechen: „Mein Herr und mein Gott!" So wiederholt jeder Gläubige vor der Eucharistie, was Thomas vor dem Auferstandenen bekannte, und erfüllt zugleich die Seligpreisung derer, die nicht sehen und doch glauben.
Der Apostel Thomas in Indien
Die Überlieferung der Kirche
Nach Pfingsten zogen die Apostel in alle Welt. Die Lesung des Breviers zum 21. Dezember fasst die Überlieferung über Thomas so zusammen: Er verkündete das Evangelium den Parthern, Medern, Persern, Hyrkanern und Baktrern und ging zuletzt zu den Indern. Dort erregte er durch die Heiligkeit seines Lebens und die Größe seiner Wunder die Bewunderung aller, aber auch den Zorn des götzendienerischen Königs; auf dessen Urteil hin wurde er von Geschossen durchbohrt und krönte in Calamina sein Apostelamt mit dem Martyrium. Wo dieses Calamina lag, hat bis heute niemand sicher bestimmen können.
Die Thomasakten: eine Legende
Viele Einzelheiten stammen aus den Thomasakten, einer Schrift aus dem frühen 3. Jahrhundert. Sie erzählen, die Apostel hätten die Länder der Welt unter sich verlost, und Indien sei Thomas zugefallen. Er wollte nicht gehen, bis der Herr ihn einem Kaufmann des indischen Königs Gundaphor als Sklaven verkaufte. Am Hof fragte der König nach seinem Handwerk, und Thomas antwortete, er sei Zimmermann und Baumeister. Der König gab ihm Geld, um einen Palast zu bauen; Thomas aber verteilte alles an die Armen. Zur Rede gestellt, sagte er, den Palast werde der König erst sehen, wenn er diese Welt verlassen habe. Der Bruder des Königs starb, sah im Himmel den Palast, den die guten Werke des Thomas für Gundaphor bereitet hatten, und kehrte ins Leben zurück; daraufhin ließ sich der König taufen.
Die Kirche hat diese Akten nie als Geschichte angenommen. Sie sind von gnostischen Vorstellungen gefärbt, und der heilige Augustinus, Papst Innozenz I. und andere Väter haben sie ausdrücklich verworfen. Butler hält fest, dass hinter der Erzählung kein geschichtlicher Kern zu erkennen ist, obwohl es einen König Gondophernes, der um das Jahr 46 im Nordwesten Indiens herrschte, tatsächlich gegeben hat. Aus dieser Legende stammt aber das Winkelmaß, mit dem Thomas so oft dargestellt wird, und sein Patronat für die Baumeister und Architekten.
Ebenso wenig stammt das sogenannte „Thomasevangelium" vom Apostel. Es ist eine apokryphe Spruchsammlung, die von Irrlehrern benutzt wurde; die alten Verzeichnisse der Kirche führen ein „Evangelium unter dem Namen des Thomas" ausdrücklich unter den verworfenen Schriften.
Die Thomaschristen und das Grab in Mylapore
An der Malabarküste im Südwesten Indiens lebt seit sehr alter Zeit eine christliche Gemeinschaft, die sich „Christen des heiligen Thomas" nennt. Nach ihrer mündlichen Überlieferung landete der Apostel bei Cranganore, gründete sieben Kirchen in Malabar, zog dann an die Ostküste und wurde auf einem Hügel bei Madras, dem heutigen Chennai, mit einer Lanze durchbohrt; begraben wurde er in Mylapore. Im Jahr 1522 fanden die Portugiesen dort das überlieferte Grab; die kleinen Reliquien, die man dabei fand, bewahrt heute die Thomas-Kathedrale von Mylapore. Ihre Liturgie in syrischer Sprache zeigt, dass diese Kirche von Mesopotamien her geprägt wurde. Ob der Apostel selbst dort gepredigt hat oder ob eine spätere Mission aus Edessa mit seinem Namen verbunden wurde, ist unter den Gelehrten umstritten; sicher ist, dass es in Indien seit sehr früher Zeit Christen gibt, die sich auf Thomas berufen.
Wo sind die Gebeine des Apostels Thomas?
Der größte Teil der Reliquien, die man dem Apostel zuschreibt, war im 4. Jahrhundert in Edessa in Mesopotamien; das Römische Martyrologium nennt ihre Übertragung dorthin am 3. Juli. Später kamen sie auf die Insel Chios und von dort nach Ortona in den Abruzzen, wo sie bis heute verehrt werden. In Mylapore werden nur jene kleinen Reliquien bewahrt.
Wie starb der Apostel Thomas?
Die Frage „Wie starb der Apostel Thomas?" beantwortet die Überlieferung einhellig: als Märtyrer. Das Brevier sagt, er sei auf Befehl eines Königs „mit Geschossen durchbohrt" worden; die Thomasakten erzählen, Soldaten hätten ihn auf einem Berg gemeinsam niedergestochen; die Thomaschristen sprechen von einem Lanzenstich auf dem Hügel bei Madras. Daher hält Thomas auf den Bildern eine Lanze oder einen Speer. Die syrischen Kirchen feiern seinen Todestag am 3. Juli und nennen dafür das Jahr 72; auch das ist Überlieferung, nicht gesicherte Geschichte.
Attribute und Symbole des Apostels Thomas
Wer ein Bild des Apostels Thomas erkennen will, achtet auf diese Zeichen:
- Lanze oder Speer: das Werkzeug seines Martyriums
- Winkelmaß: nach der Legende vom Palast für den König Gundaphor, Zeichen des Baumeisters
- Buch: wie bei allen Aposteln, als Zeichen der Verkündigung
- Die Hand in der Seitenwunde: die berühmteste Darstellung, der Auferstandene führt die Hand des Apostels an seine Seite
Eine späte Legende, die die Legenda aurea überliefert, erzählt außerdem, Thomas sei beim Heimgang der Muttergottes zu spät gekommen und habe wieder gezweifelt; da habe Maria ihm vom Himmel ihren Gürtel herabgereicht. Daher zeigen besonders italienische Bilder der Aufnahme Mariens in den Himmel den Apostel, der den Gürtel empfängt. Es ist eine fromme Erzählung, kein Bericht der Schrift.
Das Fest des Apostels Thomas am 21. Dezember
Im Kalender von 1962 feiert die Kirche den Apostel Thomas am 21. Dezember als Fest II. Klasse in roter Farbe, mitten in den letzten Tagen des Advents. Die Messe beginnt mit dem Introitus „Mihi autem nimis honorati sunt amici tui, Deus", „Gar sehr geehrt sind mir deine Freunde, o Gott"; die Epistel spricht von den Gläubigen, „auferbaut auf dem Grunde der Apostel und Propheten, indem Christus Jesus selbst der Eckstein ist" (Epheser 2, 20), was für den Patron der Baumeister wie geschaffen ist; das Evangelium ist die Begegnung mit dem Auferstandenen. In den Laudes und in der Vesper singt das Brevier dazu die Antiphon:
Quia vidísti me, Thoma, credidísti: beáti qui non vidérunt, et credidérunt, allelúja.
Weil du mich gesehen hast, Thomas, hast du geglaubt; selig, die nicht gesehen und doch geglaubt haben, alleluja.
Wann ist der Namenstag des Apostels Thomas?
Der überlieferte Namenstag des Apostels Thomas ist der 21. Dezember. Bei der Kalenderreform von 1969 wurde sein Fest auf den 3. Juli verlegt, den Tag, den das Martyrologium für die Übertragung seiner Gebeine nach Edessa nennt und an dem die syrischen Kirchen seiner gedenken. Wer der überlieferten Liturgie folgt, feiert ihn weiterhin am 21. Dezember, wenige Tage vor Weihnachten. Das andere Apostelfest am Rand des Advents ist das des Apostels Andreas am 30. November.
Thomas der Apostel und Thomas von Aquin
Nicht zu verwechseln ist der Apostel mit dem heiligen Thomas von Aquin (um 1225–1274), dem Dominikaner und Kirchenlehrer, dem Schüler des heiligen Albertus Magnus. Sein Fest steht im Kalender von 1962 am 7. März. Wer im Dezember nach „Thomas" sucht, meint in der Regel den Apostel; die großen Hymnen auf das Altarssakrament dagegen stammen vom Aquinaten.
Gebet zum Apostel Thomas
An seinem Fest betet die Kirche diese Oration des Römischen Messbuchs:
Lateinisch:
Da nobis, quǽsumus, Dómine, beáti Apóstoli tui Thomæ sollemnitátibus gloriári: ut ejus semper et patrocíniis sublevémur; et fidem cóngrua devotióne sectémur. Per Dóminum nostrum Jesum Christum, Fílium tuum: qui tecum vivit et regnat in unitáte Spíritus Sancti Deus, per ómnia sǽcula sæculórum. Amen.
Deutsch:
Gib uns, wir bitten dich, o Herr, dass wir uns des Festes deines heiligen Apostels Thomas freuen dürfen, damit wir durch seinen Schutz allezeit aufgerichtet werden und seinem Glauben mit gebührender Andacht folgen. Durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Die Oration bittet nicht darum, den Zweifel des Apostels nachzuahmen, sondern seinen Glauben: den Glauben, der vor dem Auferstandenen niederfällt. Für das persönliche Gebet, besonders in Stunden des Zweifels, eignet sich sein eigenes Wort (Johannes 20, 28), verbunden mit der Anrufung, mit der die Allerheiligenlitanei ihn nennt:
Mein Herr und mein Gott!
Heiliger Thomas, bitte für uns.
Die Gedenktage der übrigen Apostel und Heiligen finden sich im Heiligenkalender nach Monaten.
Häufig gestellte Fragen
Wer war der Apostel Thomas?
Einer der zwölf Apostel Jesu, mit Beinamen Didymus, „der Zwilling". Das Johannesevangelium zeigt ihn als treuen und offenen Jünger, der zuerst an der Auferstehung zweifelte und dann bekannte: „Mein Herr und mein Gott!" Nach der Überlieferung missionierte er in Persien und Indien und starb dort als Märtyrer.
Warum heißt er der „ungläubige Thomas"?
Weil er den anderen Jüngern die Auferstehung nicht glauben wollte, bevor er die Wunden des Herrn gesehen und berührt hätte (Johannes 20, 25). Acht Tage später sah er den Auferstandenen und sprach das vollständigste Bekenntnis der Evangelien.
Wie starb der Apostel Thomas?
Nach der Überlieferung als Märtyrer in Indien: Das Brevier sagt, er sei auf Befehl eines Königs von Geschossen durchbohrt worden; die Thomaschristen sprechen von einem Lanzenstich bei Madras.
Wann ist der Namenstag des Apostels Thomas?
Nach dem Kalender von 1962 am 21. Dezember. Seit der Reform von 1969 steht sein Fest im neuen Kalender am 3. Juli.
Was sind die Attribute des Apostels Thomas?
Lanze oder Speer als Zeichen seines Martyriums, das Winkelmaß als Zeichen des Baumeisters, das Buch der Apostel; oft wird er dargestellt, wie er seine Hand in die Seite Christi legt.
Warum hat der Apostel Thomas ein Winkelmaß?
Nach den apokryphen Thomasakten stellte er sich dem indischen König als Baumeister vor und sollte ihm einen Palast bauen; er gab das Geld den Armen und baute dem König so einen Palast im Himmel. Daher das Winkelmaß und sein Patronat für Baumeister und Architekten.
War der Apostel Thomas in Indien?
Die Kirche überliefert es, das Brevier sagt es, und die Thomaschristen an der Malabarküste führen ihren Ursprung auf ihn zurück. Geschichtlich beweisen lässt es sich nicht; die Einzelheiten der Thomasakten sind Legende.
Ist das Thomasevangelium vom Apostel Thomas?
Nein. Es ist eine apokryphe Schrift, die seinen Namen trägt, aber nicht von ihm stammt und von der Kirche nie als Heilige Schrift anerkannt wurde.
Iter Fidei begleitet dich durch das ganze Kirchenjahr nach dem Kalender von 1962: mit den Festen der Apostel und Heiligen, dem Brevier, dem Messbuch und den Gebeten der Kirche, in Latein und Deutsch. Hier frühen Zugang sichern.
Quellen. Heilige Schrift nach der Allioli-Übersetzung (Matthäus 10; Johannes 11, 14, 20 und 21; Epheser 2); Missale Romanum 1962, Fest des heiligen Apostels Thomas am 21. Dezember; Breviarium Romanum zum 21. Dezember (Lesung und Homilie des heiligen Gregor des Großen); Butler's Lives of the Saints (21. Dezember).